• The Wall Street Journal

Britische Unternehmer singen Loblied auf EU

    Von NICHOLAS WINNING

Zehn hochrangige Unternehmenschefs haben den britischen Premier in einem Brief davor gewarnt, neue Privilegien von der EU zu verlangen. Der konservative Regierungschef hatte versprochen, dass sich das Verhältnis zwischen Großbritannien und EU ändern werde – und dass die Briten mitbestimmen können, wie.

Jetzt machen die Firmenlenker aber mobil gegen Camerons europafeindliches Ansinnen. Nach Neuverhandlungen zu verlangen, würde bedeuten, „unsere Mitgliedschaft in der EU zu riskieren und eine gefährliche Unsicherheit für die britischen Unternehmen zu kreieren – und das ist das letzte, was ein Premier tun sollte", sagten die Unternehmer um Richard Branson, prominenter Chef der Virgin-Gruppe.

Cameron wird später in diesem Monat eine Rede über die Beziehung zwischen Großbritannien und der EU halten – ein politisch umkämpftes Thema. London will sein Verhältnis zum Kontinent neu ordnen und Macht zurückgewinnen. Dahinter wabert die unausgesprochene Drohung, die Briten könnten irgendwann ganz aus der Gemeinschaft austreten.

Die Euroskeptiker in seiner Partei verlangen, dass er eine Volksabstimmung zur Mitgliedschaft des Landes in der EU abhält. Viele von ihnen glauben, dass unnötige Regeln aus Brüssel die Wirtschaft auf der Insel lähmen. Sie wollen in Zukunft nicht mehr als eine Handelsgemeinschaft mit Brüssel. Cameron hatte als Antwort auf das Ansinnen betont, dass es im Interesse Londons ist, in der Gemeinschaft zu bleiben und so die Wirtschaftspolitik beeinflussen zu können – aber er Veränderungen im Verhältnis anstoßen will.

In ihrem Brief haben die Unternehmenslenker betont, Cameron habe zu Recht die Idee abgeschmettert, eine reine Handelspartnerschaft mit der EU zu unterhalten – wie Norwegen oder die Schweiz, die keinen Einfluss auf die Marktregeln auf dem Kontinent haben. Sie schrieben auch, dass die EU in Fragen wie Arbeitsrecht und Budget dringend reformiert werden müsse. Zu den Absendern gehörten neben Flugunternehmer Branson der Verbandschef Roger Carr und Unternehmenslenker etwa vom Rohstoffriesen Rio Tinto oder vom Werbekonzern WPP.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 28. Juli

    Sicherheitskontrollen und Süßigkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Ein Boxschlag, der Gesichstzüge entgleisen lässt. Eine Feuersbrunst, die eine ganze Stadt bedroht. Dieses und mehr zeigen unsere Bilder des Tages.

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die teuersten Hotelstädte Europas

    Paris, London, Berlin, Lissabon: im Sommer locken Städte die Urlauber. Bei den Zimmerpreisen sind die Unterschiede groß. Wir zeigen, wo Touristen sich das Hotel leisten können - und in welchen Städte die saftigsten Preise fällig werden.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.