• The Wall Street Journal

Google-Chefaufseher Schmidt fordert freies Internet für Nordkorea

    Von BRIAN SPEGELE und CARLOS TEJADA
Associated Press

Eric Schmidt (Mitte) und Bill Richardson stellten sich am Donnerstag in Peking den Fragen der Journalisten.

PEKING – Der Verwaltungsratschef von Google, Eric Schmidt, hat den nordkoreanischen Behörden erklärt, sie müssten ihre Internetsperren aufheben, wenn sie das Land voranbringen wollten. „Während die Welt sich immer stärker vernetzt, wird ihre Entscheidung, praktisch isoliert zu bleiben, ihre Sicht auf die Welt beeinflussen", sagte er am Donnerstag in Peking zu Journalisten. Zuvor hatte er gemeinsam mit dem ehemaligen Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, drei Tage lang Nordkorea besucht. So werde es für das Land „schwieriger, wirtschaftlich aufzuholen. Wir haben die Alternative sehr klar dargestellt."

Schmidt sprach von einem „privaten Besuch in Nordkorea, um über das freie und offene Internet zu reden". Richardson beschrieb die Diskussionen mit den Nordkoreanern über Technologie als produktiv, die Gesprächspartner hätten sich einem technologischen Austausch gegenüber offen gezeigt.

Mr. Schmidt goes to Pjöngjang

Associated Press

Richardson erklärte, er habe den für die Verhandlungen über das Atomprogramm zuständigen Vize-Minister aufgefordert, Pjöngjang solle seine Entwicklung von Atomwaffen bremsen. „Wir brauchen Dialog auf der Halbinsel, nicht Konfrontation", sagte er. Er habe Pjöngjang zu einem Stopp der Raketentests gedrängt. Die Behördenvertreter hätten aber darauf bestanden, dass der kürzlich erfolgte Start aus friedlichen Gründen geschehen sei. „Ich muss sagen, dass ich persönlich das nicht so sehe", erklärte Richardson.

Der ehemalige Gouverneur berichtete ebenfalls von den Verhandlungen über einen in Nordkorea festgehaltenen Amerikaner. Er sei zuversichtlich, dass der 44-jährige Kenneth Bae bei guter Gesundheit ist und dass das Verfahren bald eröffnet wird. Unklar blieb, ob die Delegation Bae persönlich getroffen hat.

Richardson sagte, er betrachte die Führungswechsel in der Region als eine Chance für die Verbesserung der Beziehungen der Länder. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un hat gerade sein einjähriges Jubiläum im Amt gefeiert. Südkorea, Japan und China haben Ende 2012 ihr Spitzenpersonal ausgetauscht. Richardson erhofft sich auch vom neuen US-Außenminister John Kerry weitere Impulse.

Die Delegation führte ihre Reise trotz Bedenken des US-Außenministeriums durch. Neben Schmidt und Richardson nahm auch der Chef des Thinktanks Google Ideas, Jared Cohen, teil. Google bezeichnete die Beteiligung von Schmidt als rein privat.

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