• The Wall Street Journal

Neue Modelle bei Rolls-Royce

    Von MARIETTA CAUCHI

Der Luxus-Autohersteller Rolls-Royce könnte bald Hybrid-Motoren in seine Limousinen einbauen. Das Unternehmen prüfe dies, sagte Unternehmenschef Torsten Müller-Ötvös. Die BMW -Edelmarke will nach seinen Worten zudem noch in diesem Jahr ein neues Modell seiner Ghost-Reihe vorstellen.

dapd

Indische Models posieren auf einer Messe vor einer Langversion des neuen Ghost.

Die britische Marke, die als Synonym für Autos der Super-Luxus-Klasse gilt, berichtete zum zweiten Mal in Folge von einem Absatzrekord. Rolls-Royce verkaufte im vergangenen Jahr 3.575 Fahrzeuge - auch weil die Marke neue Märkte eroberte: zum Beispiel in Lateinamerika und Thailand waren im Jahr 2012 zum ersten Mal direkt Rolls-Royce-Limousinen zu kaufen. Größter Wachstumsmarkt für Rolls-Royce ist der Nahe Osten. Dorthin lieferte die Marke mit 108-jähriger Geschichte im vergangenen Jahr 25 Prozent mehr Autos als im Vorjahr.

Das neue Ghost-Modell werde im Preis zwischen der bestehenden Ghost-Familie und der High-End-Reihe Phantom liegen, kündigte Müller-Ötvös an. Die Limousinen der Top-Modellreihe Phantom kosten mindestens 250.000 Britische Pfund (307.000 Euro).

Kein Interesse an SUV-Geschäft

Die Ghost-Modelle sollen schon ab rund 170.000 Pfund zu haben sein. Der Rolls-Royce-Chef verriet keine weiteren Details über den neuen Ghost. Doch er kündigte an, die ersten Fahrzeuge des Typs würden voraussichtlich zum Ende dieses Jahres ausgeliefert.

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Langfristig dürfte Rolls-Royce nach Worten von Müller-Ötvös ein Fahrzeug mit alternativem Antriebskonzept auf den Markt bringen - wenngleich die Marke vor rund zwei Jahren schon einmal mit einem rein elektrischen Motor experimentierte: Dieser konnte die Kunden damals nicht begeistern. "Das Aufladen dauerte zu lange, die Reichweite war zu kurz", berichtete Müller-Ötvös. Die Rolls-Royce-Kunden gingen keine Kompromisse ein. "Es gab keine Nachfrage."

Rolls-Royce hat keine Pläne, in das Geschäft mit Sports-Utility-Vehicles (SUV) einzusteigen, wie Müller-Ötvös im Interview weiter berichtete. Im Gegensatz dazu prüft Volkswagen, die frühere Rolls-Royce-Mutter, derzeit, ob ein SUV seiner Luxusmarke Bentley Erfolg verspricht. "Wir beobachten die Entwicklung", sagte Müller-Ötvös. "Doch wir sind dort glücklich, wo wir sind: im High-End-Luxus-Markt. Wir sind kein Massenmarkt-Anbieter."

Rolls-Royce bekennt sich zum Standort Großbritannien. Dort produziert die Marke seit mehr als 100 Jahren - seit der Übernahme durch BMW vor zehn Jahren - in einer Fabrik im Ort Goodwood bei Chichester. Von dort möchte Rolls-Royce bald in noch mehr als die bislang 40 bedienten Länder liefern: zum Beispiel nach Vietnam, Indochina und Teile Afrikas.

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