• The Wall Street Journal

GM investiert massiv in heimische IT-Zentren

    Von JEFF BENNETT
[image] AP Paul Sancya

Das Hauptquartier von General Motors in Detroit. In einem Vorort von Atlanta will GM ein neues IT-Center bauen.

Für ein neues IT-Center in der Nähe von Atlanta sucht General Motors derzeit nach 1.000 neuen IT-Experten. Das ist nur eine von vielen Maßnahmen, um Prozesse wieder in den Konzern zu integrieren und dadurch Kosten zu sparen.

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt sucht GM für sein mittlerweile drittes IT-Center Software-Entwickler, Projektmanager, Datenbank-Experten, Analysten und andere IT-Experten. Insgesamt sollen es vier IT-Standorte in den USA werden. Das Innovations-Zentrum in Atlanta soll im nördlichen Vorort Roswell entstehen. Dort soll vor allem die Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet werden.

GM hat sich im vergangenen halben Jahr massiv mit den IT-Prozessen auseinandergesetzt. Nachdem diese über Jahre hinweg an Dienstleister rund um den Globus verstreut worden ist, will GM die Prozesse wieder stärker in das eigene Unternehmen integrieren und dadurch mehr Kontrolle ausüben.

So eröffnete der Autohersteller mehrere neue Technologiezentren, verlagerte einige Call Center aus dem Ausland zurück in die USA und engagierte 3.000 Mitarbeiter von Hewlett-Packard . Die verwalteten zwar schon vorher GMs Informationstechnologie, wurden aber über HP teuer abgerechnet.

„Meiner Meinung nach ist einer der größten Fehler, den dieses Unternehmen seit Jahrzehnten begangen hat, wichtige Prozesse auszugliedern und sie dadurch von anderen managen zu lassen", sagte Vorstandschef Dan Akerson Anfang der Woche in einem Interview. „Damals haben wir uns gesagt, dass wir die IT nicht brauchen, weil wir Autos herstellen. Aber das ist genauso, als wenn Wal-Mart von sich als Einzelhändler spricht."

GM will 90 Prozent der IT-Arbeit zurück ins eigene Haus verlegen, um neue Entwicklungen besser zu steuern und Prozesse zu reduzieren, die sich derzeit stark überschneiden. Dafür hat der Konzern bereits 700 IT-Spezialisten für die Innovationszentren in Austin und Warren engagiert. Im Laufe des Jahres soll ein viertes Zentrum ähnlicher Größe bekanntgegeben werden.

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„Unsere Strategie ist, die besten Talente auf dem heimischen Markt zu erreichen und dafür klopfen wir bei den nahegelegenen Universitäten an", sagt IT-Vorstand Randy Mott. „Das werden in den kommenden fünf Jahren die attraktivsten Jobs in der Branche sein, weil sich GM gerade komplett neu strukturiert. Sie werden in allen Bereichen arbeiten: vom Fahrzeugdesign, über Kundenwünsche bis hin zur Ausstattung der Fahrzeuge."

Vor etlichen Jahren erledigte Electric Data ystems (EDS) den Großteil der IT-Arbeit. GM hatte das Unternehmen 1984 vom Milliardär und ehemaligem Präsidentschaftskandidaten Ross Perot gekauft. 1996 folgte dann der Verkauf von EDS. Schließlich übernahm im Jahr 2008 H-P den IT-Dienstleister und streicht seitdem laufend Stellen.

„Man nahm einfach an, dass ein Unternehmen unserer Größe, Komplexität und globaler Reichweite auch eine entsprechend moderne IT-Infrastruktur habe", sagt Akerson. „Die hatten wir aber nicht. Dieses Problem gehen wir gerade mit außerordentlicher Geschwindigkeit an. Wir machen gute Fortschritte, aber wir brauchen mindestens drei Jahre dafür. Wir haben 30 Jahre gebraucht, um den Anschluss zu verpassen. Jetzt brauchen wir schon drei oder vier Jahre, um wieder aufzuholen."

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