• The Wall Street Journal

Bier-Gigant verkauft Anteile für Mega-Übernahme

    Von JÜRGEN HESSE

Der Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev will seine hochfliegenden Pläne zur Übernahme des mexikanischen Wettbewerbers Grupo Modelo retten. Auf die angekündigte Klage des US-Justizministeriums gegen die Transaktion reagierte AB Inbev nun mit der Ankündigung, die US-Rechte für die Kultmarke Corona und andere Biersorten an Wettbewerber Constellation Brands zu verkaufen. Dafür und für den Verkauf der Brauerei Piedras Negras erhält AB Inbev 2,9 Milliarden Dollar.

Mit dem Schritt dürften die Bedenken der amerikanischen Kartellhüter gegen die Transaktion beseitigt werden. AB Inbev muss jedoch auf dem wichtigen US-Markt künftig auf das Kronjuwel von Modelo - die Marke Corona - verzichten. In den USA ist Corona die größte Importmarke.

Die Pläne des Budweiser-Brauers zur Fusion mit dem Corona-Produzenten hatten Ende Januar einen empfindlichen Dämpfer erlitten, als das US-Justizministeriums ankündigte, gegen den geplanten Zusammenschluss zu klagen. Mehr als 20 Milliarden US-Dollar will Anheuser-Busch für die Kontrolle über Modelo zahlen, doch mit dem Einspruch der amerikanischen Behörde drohte das Scheitern der Transaktion.

AB Inbev hatte im vergangenen Sommer den Vorstoß gestartet, den mexikanischen Wettbewerber vollständig zu übernehmen. Der belgische Konzern hält zwar bereits die Hälfte an dem Corona-Brauer, kann diesen aber mit seinen Aktien nicht kontrollieren. Deshalb hatte er den Modelo-Eigentümerfamilien ein Kaufangebot unterbreitet, auf das diese auch eingingen.

Die Belgier erhoffen sich von dem Schritt, von dem raschen Wachstum des mexikanischen Biermarktes zu profitieren. Corona erfreut sich auch weltweit eines gewissen Kult-Status bei den Verbrauchern. Sollte die Übernahme nun gerettet werden können, könnte AB Inbev außerhalb der USA weiterhin auf ein Wachstum der Corona-Marke bauen.

Käufer der US-Rechte an Corona ist der Wein- und Spirituosenhersteller Constellation Brands. Dieser kennt sich gut mit der Marke aus, denn er hatte schon bislang eine Partnerschaft mit Modelo zur Vermarktung von Corona in den USA. Den Corona-Importeur kauft Constellation von AB Inbev zusätzlich, so dass die Belgier insgesamt 4,75 Milliarden Dollar erhalten.

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