• The Wall Street Journal

Nokia schlägt Apple-Aktie um Längen

    Von NIGAM ARORA
InvisionAssociated Press

Das Nokia Lumia ist einer der Verkaufsschlager bei den Finnen. Hier zu sehen: Nokias Vorstandsvorsitzender Stephen Elop beim Launch des Lumia 800C, ein Sondermodell für den chinesischen Markt.

Vergangene Woche verkündete Nokia vorläufige Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2012. Sie fielen besser aus als erwartet. Am bemerkenswertesten waren die 4,4 Millionen verkaufte Lumia-Smartphones.

Es ist noch gar nicht lange her, da versuchte Nokia-Chef Stephen S. Elop seine Truppen noch mit der Aussage anzuspornen, das Unternehmen stehe „auf einer brennenden Plattform". Auch der Rest der Nachricht war von geradezu brutaler Ehrlichkeit: "2007 wurde das erste iPhone ausgeliefert, und wir haben immer noch kein Produkt, das auch nur annähernd an deren Erfahrungswerte anknüpfen kann. Vor gerade einmal zwei Jahren tauchte Android auf, und in dieser Woche haben sie uns von unserer Spitzenposition bei den Smartphone-Absätzen verdrängt. Unglaublich."

[image] www.TheAroraReport.com

Für einige Anleger mag es überraschend sein, das die viel geschmähte Nokia-Aktie Apple seit August 2012 um rund 157 Prozent geschlagen hat, wie der Chart zeigt.

In der vergangenen Woche hörte sich das schon ganz anders an. „Wir sind zufrieden mit dem vierten Quartal 2012. Es waren solide Monate, in denen wir die Erwartungen übertrafen", sagte Elop. Man habe in der Sparte „Devices & Services" nachhaltige Profitabilität abgeliefert, ebenso könne man bei Nokia Siemens Networks von einer solchen sprechen. „Wir haben uns auf die wichtigsten Dinge konzentriert, und als Ergebnis haben wir insgesamt 14 Millionen Asha- und Lumia-Smartphones verkauft. Gleichzeitig haben wir unser Kostenmanagement effizient gestaltet, und Nokia Siemens Networks hat erneut ein weiteres sehr gutes Quartal hinter sich", kommentierte Elop die neuesten Zahlen.

Die wichtigsten Punkte zu den Nokia-Zahlen im Überblick:

•Nokia geht davon aus, dass die Sparte "Devices & Services" die Erwartungen übertroffen und eine nachhaltige Profitabilität im vierten Quartal 2012 erreicht hat.

•Der Gesamtabsatz von 15,9 Millionen Smartphones setzt sich zusammen aus 9,3 Millionen Asha Full Touch Smartphones, 4,4 Millionen Lumia Smartphones und 2,2 Millionen Symbian Smartphones.

•Der Nettoumsatz aus den Smart Devices beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Euro, mit insgesamt 6,6 Millionen verkauften Einheiten - 4,4 Millionen davon sind Nokia Lumia Smartphones.

•Die Mobiltelefon-Sparte und das Lumia-Portfolio haben besser als erwartet abgeschnitten; und

•die operativen Kosten waren niedriger als erwartet.

•Die operative Marge von Nokia Siemens Networks gemäß den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS wird für das vierte Quartal 2012 nun bei 13 bis 15 Prozent erwartet.

•Die operative Marge der Sparte "Devices & Services" nach IFRS-Rechnungslegung wird zwischen kostendeckend und plus 2 Prozent erwartet.

Da freut sich nicht nur Nokia. Auch für Microsoft sind das gute Neuigkeiten. Die Nokia Lumia Smartphones basieren auf dem Windows-Betriebssystem. Die Zahlen von Nokia sind ein erster Beweis, dass Microsofts Software-Kampfansage gegen Googles Android erste Wirkung zeigt. Für Microsoft hängt eine Menge von Nokias Erfolg ab.

Als die Nokia-Aktie unter 2 US-Dollar notierte, schrieb ich, dass die Aktie das Potenzial hat, über 10 Dollar zu klettern und auf lange Sicht sogar bis auf 20 Dollar gelangen könnte; auf der anderen Seite hätten die Papiere aber auch schnell als Pennystock enden können. Seitdem ich das geschrieben habe, hat sich der Kurs mehr als verdoppelt, das Verhältnis von Chance zu Risiko ist aber immer noch attraktiv. Wer Dividenden liebt, wird die 4,4 Prozent Rendite mögen, die Nokia bietet.

Die Aktie hat den technischen Widerstand zwischen 4,20 und 4,35 Dollar gebrochen. Doch nach der ZYX Change Methode ist es besser, auf einen Rücksetzer zu warten, bevor man sich neu positioniert.

Über Nigam Arora:

Nigam Arora ist Ingenieur, Nuklearphysiker, Autor, Unternehmer und Gründer von zwei der am schnellsten wachsenden Unternehmen im Inc. 500. Er hat die ZYX Change Methode entwickelt, um von Änderungen zu profitieren. Die Prämisse: Den meisten Gewinn macht man, indem man Trendwechsel vor der großen Masse erkennt und umsetzt. Arora ist Chief Investment Officer des The Arora Report und Autor von vier Newslettern, die nach der ZYX Change Methode Anlegertipps geben.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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