• The Wall Street Journal

Bankaktien am Scheideweg

    Von CARLA MOZEE

Amerikas großen Banken werden in dieser Woche ihre Bilanzen für das Schlussquartal 2012 offenlegen. Anleger warten gespannt auf die Zahlen und dürften Bankaktien einen weiteren Schub nach oben geben, falls die Branche die gedrückten Prognosen übertreffen sollte.

Den Startschuss für den Zahlenreigen geben am Mittwoch Goldman Sachs und J.P. Morgan . Am Donnerstag folgen American Express, Bank of America, Citigroup und Capital One Financial, ehe Morgan Stanley die Bankenwoche am Freitag mit seinen Gewinnzifferb abschließt.

Reuters

Filiale der Bank of America am Times Square: Die Aktie des Insituts hat sich 2012 verdoppelt, wegen eines Vergleichs dürfte der Gewinn jetzt aber einbrechen.

Die Quartalserwartungen für die Finanzbranche „sind erheblich zurückgekommen, und es ist eine leichte Hürde, sie zu überwinden", urteilt Doug Sandler, Chef-Anlagestratege der Riverfront Investment Group. Er erwartet, dass es einige positive Überraschungen geben wird und der Markt die Bankkonzerne belohnen wird, die die Konsensschätzungen mit ihren Zahlen erfüllen.

Gewinnerwartungen sind drastisch gesunken

Seit Ende des vierten Quartals sind die Gewinnprognosen der Analysten für Finanzunternehmen zusammengeschmolzen. Statt eines Gewinnsprungs um 15,9 Prozent wird jetzt im Schnitt nur noch ein Plus von 8,7 Prozent erwartet. In keiner anderen Branche sind die Erwartungen so stark gesunken, zeigen Daten von FactSet.

Am Freitag begann der Start in die Berichtssaison eher steinig: Wells Fargo erklärte, dass die Nettozinsmarge – eine Schlüsselgröße für die Profitabilität von Finanzunternehmen – auf 3,56 Prozent gefallen sei – nach 3,89 Prozent im Vorjahreszeitraum und 3,66 Prozent im dritten Quartal. Mit den Erlösen und dem Gewinn übertraf Wells Fargo allerdings die Erwartungen der Wall Street.

Die aggregierte Wachstumsrate für die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 ist in der vergangenen Woche von 2,3 auf 1,5 Prozent gefallen. Das liegt nach Einschätzung von FactSet vor allem daran, dass Analysten ihre Schätzungen für den Gewinn der Bank of America zusammengekürzt haben, nachdem das Unternehmen im Hypothekenstreit mit Fannie Mae einen zehn Milliarden Dollar schweren Vergleich aushandelte. Im Schnitt sind die Gewinnprognosen für die Bank um 86 Prozent auf zwei Cent je Aktie gefallen.

Allerdings ist im Bankensektor nicht alles düster, meint Sandler und führt als Beispiele ebenjene Einigung der Bank of America an sowie den überarbeiteten Entwurf der Regulierer und weltweiten Zentralbanken für die Kapitalanforderungen nach Basel III an Banken. Außerdem schafften die neuen Richtlinien der USA für Hypotheken „etwas Klarheit für die Kreditvergabe".

S&P 500 auf Fünfjahreshoch

Die Finanzwerte im S&P 500 hatten im vergangenen Jahr einen ordentlichen Lauf. Der Financial Select SPDR Fonds, der die Finanzwerte im S&P 500 umfasst, gewann 2012 um 28 Prozent – das höchste Plus seit 2006. In den ersten Tagen des neuen Jahres stieg er um weitere 3,3 Prozent.

Auch der breite US-Markt startete gut ins Jahr – „zum Teil wegen wachsender Zuversicht, dass sich Europa in einem Prozess der Bodenbildung befindet und dass Chinas Wirtschaft Anzeichen einer Verbesserung zeigt", sagt Michael Sheldon, Chefmarktstratege der RDM Financial Group.

Der S&P 500 steht auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren und hat seit Jahresbeginn mehr als drei Prozent zugelegt. Auch der technologielastige Nasdaq Composite hat dieses Jahr bisher mehr als drei Prozent gewonnen, beim Dow Jones Index sind es fast drei Prozent.

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