• The Wall Street Journal

Apple-Aktie sinkt unter 500 Dollar

    Von JOHN PACZKOWSKI
[image] dapd

Etwas mehr als eine Woche vor der Bekanntgabe von den Zahlen für das erste Quartal ist der Kurs der Apple -Aktie am Montag heftig eingebrochen. Nachdem Nikkei und das Wall Street Journal berichten hatten, dass Apple die Bestellungen von iPhone-5-Komponenten stark reduziert hat, fiel die im Nasdaq notierte Aktie erstmals seit fast einem Jahr vorübergehend unter 500 US-Dollar. Im Handelsverlauf konnte sich das Papier aber etwas erholen und schloss bei 501,75 Dollar.

Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei hatte berichtet, dass die japanischen Firmen Japan Display und Sharp die Produktion von LCD-Bildschirmen für das iPhone 5 gedrosselt haben, weil sich das Apple-Smartphone weniger gut verkaufe als erwartet. Laut Berichten hatte Apple geplant, genug LCD-Bildschirme zu bestellen, um 65 Millionen iPhone 5 in diesem abzusetzen – auch wenn das eine fantastisch anmutend hohe Zahl ist, die mit etwas Skepsis betrachtet werden sollte.

Allerdings hatten Quellen Nikkei berichtet, dass Apple diese Zahl de facto halbiert habe. Kurz danach veröffentlichte das Wall Street Journal einen ähnlichen Bericht. Gegen 21 Uhr deutscher Zeit hat die Apple-Aktie mehr als 3,3 Prozent nachgegeben und tendierte bei rund 503 Dollar. Zwischenzeitlich wurde sie bei einem Tiefstand von 498,51 Dollar gehandelt. Der Niedergang setzt einen Trend fort, durch den die Aktie seit ihrem Höchststand vom Herbst fast 30 Prozent verloren hat, als die Erwartung auf das iPhone 5 die Aktie auf über 700 Dollar steigen ließ.

Bemerkenswert ist, dass Analysten durch die Berichte kaum verunsichert sind, welche die Anleger in Panik versetzten. Konsens unter mehreren befragten Analysten war, dass die Zahl von 65 Millionen verkauften iPhone 5 in einem Quartal von vorne herein unrealistisch war und ein derartiger Rückgang der Bestellungen von Komponenten nach dem Weihnachtsquartal völlig normal ist.

Maynard Um von Wells Fargo sagte: „Wir glauben, dass Investoren der Schätzung von 65 Millionen iPhones nicht zu viel Gewicht geben sollten, da der Rückgang der Bestellungen erstens keine Neuigkeit ist und zweitens die Annahme, dass Apple 65 Millionen iPhone 5 dieses Quartal ausliefern würde, unserer Meinung nach unbedeutend war – immerhin hätte das einen enorme Verkaufssteigerung in einem Quartal bedeutet, das normalerweise saisonbedingt schwächer ausfällt."

Abhey Lamba, Analyst bei Mizuho Securities, geht davon aus, dass Apple in den drei Monaten bis Dezember rund 50 Millionen iPhones verkauft hat. "Das Unternehmen dürfte seine iPhone-Prognosen übertreffen, während die iPad-Verkäufe und die durchschnittlichen Verkaufspreise vermutlich unter den Erwartungen liegen werden", schrieb Lamba in einer Notiz an Kunden. Allerdings, fügte er hinzu, gebe es ein "beträchtliches Abwärtsrisiko", wenn die Erwartungen für die iPhone- oder iPad-Verkäufe reduziert werden müssten.

—Mitarbeit: Steven Russolillo

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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