• The Wall Street Journal

Streit um Südchinesisches Meer überschattet Asean-Gipfel

    Von ENDA CURRAN und CHUN HAN WONG

Das Treffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Phnom Penh wird von territorialen Streitigkeiten um das Südchinesische Meer überschattet. Gastgeber Kambodscha und sein Verbündeter China erklärten, dass sie sich vor dem Ostasiengipfel darauf geeinigt hätten, den Streit nicht zu internationalisieren. Die Philippinen wiesen das zurück. "Das war nicht die Auffassung der Philippinen und mindestens eines anderen Landes", sagte der philippinische Außenminister Albert Del Rosario. Die Philippinen hätten „das Recht, ihre nationalen Interessen zu verteidigen, wenn es nötig ist", fügte er hinzu.

Agence France-Presse/Getty Images

Da hilft auch demonstrative Einigkeit nicht: Das Treffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean wird von Territorialstreitigkeiten überschattet. Das Bild zeigt Singapurs Miniserpäsident Lee Hsien Loong, die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra, den vietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung, US-Präsident Barack Obama, Kambodschas Ministerpräsidenten Hun Sen und Hassanal Bolkiah, Sultan von Brunei. (v.l.).

Das Südchinesische Meer soll riesige Energie- und Rohstoffvorkommen enthalten. China beansprucht weite Teile des Meeres für sich. Dort liegen aber auch Inseln, die Malaysia, die Philippinen und Vietnam zu ihrem Territorium zählen.

Nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Dienstag teilten die Staats- und Regierungschefs der Asean-Länder in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass sie die USA unterstützten. Die sorgen sich um die Freiheit der Seewege und wollen einen Code of Conduct, also einen Verhaltenskodex, einsetzen, um den Konflikt zu lösen. China nahm an dem Treffen nicht teil.

Chancen auf eine Einigung stehen gering

Die Erwartungen sind niedrig, dass es zu einer Einigung im Streit um die Inseln kommt. Nach den Gesprächen zwischen den zehn Asean-Mitgliedsstaaten und anderen Ländern der Region sieht es so aus, als stelle sich Kambodscha wieder auf die Seite Chinas. Die Philippinen hingegen betrachten schon lange die USA als ihren Verbündeten. Schon im Juli hatte das Thema bei einem Treffen der Außenminister für Zündstoff gesorgt. Zum ersten Mal in der Asean-Geschichte wurde nach einem Treffen keine gemeinsame Erklärung abgegeben – Beobachter sagten, dass China Druck auf Kambodscha ausgeübt habe.

Die Regierung in Peking hatte sich dagegen gewehrt, Konflikte bei multilateralen Treffen beizulegen. Man wolle das bei bilateralen Gesprächen klären, hieß es damals.

China hat sich nun mit den Asean-Staaten auf eine Erklärung geeinigt, mit der an eine zehn Jahre alte Vereinbarung erinnert wird, die dabei helfen sollte, die territorialen Spannungen beizulegen. „Das ist eine positive Entwicklung", sagt ein Insider. „Aber das wichtigste Ziel ist es, den Verhaltenskodex zu erstellen."

Es ist unklar, welches andere Land auf der Seite der Philippinen steht. Aber in der Vergangenheit bekam die Regierung in Manila in dem Konflikt Unterstützung von Vietnam.

US-Präsident Obama könnte sich noch am Dienstag zu den Streitigkeiten äußern. Im Laufe des Tages wird er mit einigen Staatschefs zu bilateralen Gesprächen zusammenkommen. Die USA drängen schon seit langem auf eine friedliche Lösung in dem Konflikt.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Fußball-WM

  • [image]

    Panini-Sticker: Höhepunkte aus 40 Jahren

    Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kamen 1974 die ersten Panini-Klebebilder in Deutschland auf den Markt, inzwischen haben sie Kultstatus. Ein Rückblick auf 40 Jahre Fußballgeschichte.

  • [image]

    Australische Villa im Zeichen des Drachens

    Feurig kommt dieses Luxusanwesen im australischen Melbourne daher: Auf dem Dach wacht ein mächtiger Terrakotta-Drache und im Haus lodern dutzende Kaminfeuer. Die Ausstattung mit Tennisplatz, Pool und ausgiebigen Ländereien lässt es jedem Australien-Fan warm ums Herz werden.

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.