• The Wall Street Journal

US-Behörden lassen Pharma-Insiderhandel auffliegen

    Von CHAD BRAY und MICHAEL ROTHFELD

Die amerikanische Justiz geht gehen mehrere Hedgefonds wegen eines der wohl lukrativsten Insidergeschäfte aller Zeiten vor. Die zur Investmentfirma SAC Capital Advisors gehörenden Fonds sollen von Insiderwissen über die klinische Entwicklung eines Alzheimer-Medikamentes profitiert und durch den rechtzeitigen Verkauf von Pharma-Aktien einen Millionenverlust vermieden haben.

Im Fokus der Ermittlung steht Mathew Martoma, Portfoliomanager bei der SAC-Tochter CR Intrinsic Investors. Über einen Zeitraum von 18 Monaten soll Martoma von einem Neurologieprofessor vertrauliche Informationen über die klinische Entwicklung eines gemeinsam von den Pharmakonzernen Elan und Wyeth entwickelten Alzheimer-Medikamentes bekommen haben.

Reuters

Staatsanwalt Preet Bharara erklärt bei einer Pressekonferenz, wie die Insidergeschäfte funktionierten.

Der Mediziner, Sidney Gilman, war Vorsitzender des Sicherheitsausschusses, der die klinische Testphase überwachte. Nebenbei arbeitete als Berater für eine New Yorker Firma, die Branchenexperten gegen Gebühr mit Investoren zusammenbringt, wie aus einer von der Börsenaufsicht SEC eingereichten Zivilklage hervorgeht.

Gilman, der bislang nur von der SEC belangt wird, habe für seine Treffen mit Vertretern von CR Intrinsic und einer weiteren Investmentfirma 108.000 Dollar erhalten. Alleine 42 Mal soll er sich mit Martoma getroffen haben. Laut seinen Anwälten kooperiert der 80-jährige Mediziner mit der SEC und den Bundesermittlern, die auf eine Strafverfolgung verzichten.

Martoma soll derweil aufgrund der von Gilman erhaltenen Informationen dafür gesorgt haben, dass die Hedgefonds von CR Intrinsic massiv in Elan und der inzwischen von Pfizer übernommene Wyeth investierten. Mitte Juli 2008 habe Gilman ihm dann die detaillierten Ergebnisse einer klinischen Studie vorab zukommen lassen, die negativ ausfielen. Innerhalb nur einer Woche hätten die Fonds daraufhin Aktien im Volumen von über 960 Millionen Dollar verkauft, ehe die Studie Ende Juli veröffentlicht wurde, so die SEC. Martomas Fonds hätten dadurch Verluste über 276 Millionen Dollar vermieden und stattdessen sogar Gewinn gemacht.

Martoma, der Intrinsic 2010 verlassen hatte, ist bereits die vierte Person aus dem Umfeld von SAC Capital, gegen die im Zusammenhang mit Insidervorwürfen ermittelt wird. Die Bundespolizei verhaftete den Fondsmanager am frühen Morgen in seinem Haus in Boca Raton, Florida. Er soll im Laufe des Tages vor Gericht erscheinen.

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