• The Wall Street Journal

Millionenstrafe für Eon: War's die Putzfrau?

    Von LAURENCE NORMAN

BRÜSSEL--Der Energiekonzern Eon hat vor dem höchsten EU-Gericht eine Niederlage einstecken müssen. Weil er Kartellermittlungen gestört und ein Siegel aufgebrochen haben soll, muss der Konzern nun 38 Millionen Euro Strafe zahlen. Der Europäische Gerichtshof bestätigte in letzter Instanz ein entsprechendes Urteil.

Im Mai 2006 hatten EU-Ermittler die Münchener Niederlassung von Eon durchsucht. Der Energiekonzern stand im Verdacht, widerrechtliche Absprachen mit Konkurrenten getroffen zu haben. Weil die Durchsuchung aber nicht an einem Tag abgeschlossen werden konnte, wurde ein Raum mit Akten versiegelt - am nächsten Tag war das Siegel aufgebrochen. Die Wettbewerbshüter verdächtigten Eon-Mitarbeiter. Der Konzern bestritt das und führte an, dass Siegel könne fehlerhaft gewesen sei. Selbst die Möglichkeit, dass es von Putzfrauen irrtümlich beschädigt worden sei, zog Eon laut der Nachrichtenagentur dpa in Betracht. Auch, ob Erschütterungen im Gebäude das Siegel zerstört haben könnten, wurde geprüft.

Der EuGH ließ das jedoch nicht gelten, zumal Eon den Beweis schuldig blieb. "Wenn ein solches Argument, das nicht von Beweisen gestützt wird, Erfolg hätte, dann wäre die Kommission vollständig der Möglichkeit beraubt, Siegel zu verwenden", führte der Europäische Gerichtshof in seiner Urteilsbegründung an.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Berliner Gründer

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 29. Juli

    Das Ende des Ramadan im Iran, bunte Ballons in Indien, ein dehnbarer Turner aus Schottland und Badespaß an einem nordkoreanischen Strand: Das und mehr steckt heute in unseren Bildern des Tages.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Die teuersten Hotelstädte Europas

    Paris, London, Berlin, Lissabon: im Sommer locken Städte die Urlauber. Bei den Zimmerpreisen sind die Unterschiede groß. Wir zeigen, wo Touristen sich das Hotel leisten können - und in welchen Städte die saftigsten Preise fällig werden.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen