• The Wall Street Journal

Zypern warnt vor Staatsbankrott in wenigen Tagen

    Von MICHALIS PERSIANISS

Zypern hat vor einem möglichen Staatsbankrott in den nächsten Tagen gewarnt. Da im Dezember einige Zahlungen auf Kredite fällig werden, braucht das Land finanzielle Mittel von staatseigenen Betrieben, um über das Jahr zu kommen. Finanzstaatssekretär Christos Patsalides sagte, Zypern benötige 250 Millionen Euro von der staatlichen Telekomgesellschaft sowie der Hafenverwaltungsbehörde, um auch laufende Ausgaben wie Gehälter bezahlen zu können. Bisher habe das Land 170 Millionen Euro aus internen Quellen aufgetrieben.

"Falls diese zusätzlichen Finanzbedürfnisse nicht gedeckt werden, dann sprechen wir über einen Zahlungsausfall in den nächsten Tagen", sagte Patsalides im Wirtschaftsausschuss des Parlaments.

Zypern verhandelt seit dem Sommer mit der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds über ein Rettungsprogramm, aber bislang ist kein endgültiges Abkommen zustande gekommen. Besonders umstritten ist die Rekapitalisierung der Banken, weil die Institute viele Gelder von russischen Oligarchen verwalten.

Die Eurozone steht vor einem Dilemma: Rettet sie Zypern und seine Banken, könnten russische Oligarchen profitieren. Tut sie es aber nicht, steht der Zusammenhalt des Euroraums auf dem Spiel. Derzeit läuft eine Bilanzprüfung der zyprischen Banken. Mit einem Ergebnis ist erst Mitte Januar zu rechnen.

Der Kapitalbedarf der zyprischen Banken dürfte bei etwa 10 Milliarden Euro liegen. Die gesamte Rettung des Landes vor der Pleite könnte rund 17 Milliarden Euro kosten.

—Mitarbeit: Andreas Plecko

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.

  • [image]

    Die besten deutschen Aktien –
    und die größten Verlierer

    Die große Rally scheint es in diesem Jahr an den Aktienmärkten nicht zu geben. Der Dax etwa notiert nach den ersten drei Monaten 2014 nur wenig verändert. Umso wichtiger ist es deshalb, die richtigen Aktien herauszupicken. Wir zeigen die größten Gewinner und Verlierer aus Deutschland.