• The Wall Street Journal

LTE-Glossar

Was ist LTE?

LTE steht für Long Term Evolution, übersetzt etwa langfristige Entwicklung, und steht für eine neue Mobilfunknetztechnik, die Daten schneller überträgt. LTE-Netze werden mitunter auch als 4G-Netze, also Netze der vierten Generation, bezeichnet. Die LTE-Technik ist eine Weiterentwicklung der UMTS oder 3G-Netze.

Welche LTE-Netze gibt es?

Weltweit gibt es über 30 verschiedene Frequenzbänder, die für LTE genutzt werden oder könnten. In Deutschland hat die Bundesnetzagentur 2010 in einer Auktion Frequenzen in vier unterschiedlichen Bändern versteigert und damit von den vier deutschen Mobilfunknetzbetreibern rund 4 Milliarden Euro eingenommen. Zum Einsatz kommen zur Zeit das 800 MHz-Band bei Vodafone, O2 und im ländlichen Raum bei der Telekom. Letztere benutzt in Großstädten auch das 1800 MHz-Band, während Vodafone und O2 bislang auf 800 MHz setzen. Künftig will Vodafone in Großstädten auch Frequenzen im 2600 MHz-Bereich nutzen.

Wer bietet LTE an?

Die Deutsche Telekom, Vodafone und O2. E-Plus hat noch nicht mit dem Aufbau von LTE-Netzen begonnen und auch noch keinen Starttermin bekannt gegeben. Grundsätzlich sind Telekom und Vodafone mit dem LTE-Ausbau weiter als O2. Die Deutsche Telekom will bis zum Jahresende 100 große Städte mit LTE versorgen, bei Vodafone liegt die Zahl bei 120. O2 bietet LTE bislang in Dresden und Nürnberg sowie den Großräumen Leipzig/Halle und Frankfurt/Offenbach an, im folgenden Jahr sollen dann Berlin, München, Hamburg, Hannover und Rhein/Ruhr folgen. Auch im ländlichen Raum, wo bislang gar kein Breitband-Internet Zugang zur Verfügung stand, gibt es LTE-Versorgung, Vodafone beispielsweise bietet LTE-Zugang auf mehr als 55 Prozent der Fläche Deutschlands, O2 versorgt dann 15 Prozent der Bevölkerung.

Worin unterscheiden sich die 800- und 1800 MHz-Bänder?

Als Faustregel gilt, je kürzer die Frequenz, umso weiter reichen die Funkwellen. Für ein LTE-Netz im 800 MHz-Band braucht es also weniger Basisstationen als im 1800 MHz-Band. Dort können Daten allerdings schneller übertragen werden. Datenraten von 100 Megabit pro Sekunde, abgekürzt MBit/s sind bislang nur bei der Telekom möglich und auch nur in den großen Städten, Höchstgeschwindigkeit im 800 MHz-Band sind hingegen 50 MBit/S. Die angegeben Raten sind jedoch nur theoretische Höchstwerte und werden in der Praxis selten bis nie erreicht, so wie der Besitzer eines Ferrari sein Auto auch selten auf öffentlichen Straßen ausfahren kann.

Wer braucht LTE?

LTE lohnt sich am meisten für Menschen, die unterwegs häufig hohe Datenmengen schnell auf Tablet PC oder Smartphone herunterladen wollen, etwa Zeitungen lesen, Musik hören oder Videos oder Fernsehen schauen wollen. Wer das Smartphone lediglich zum Whatsappen und E-Mail lesen benutzt, ist auch mit der 3G Technologie gut bedient.

Was sollten Kunden beachten?

Wer LTE nutzen will, muss bestimmte, zumeist teurere Tarife abschließen. Prepaid-Kunden bleibt die schnelle LTE-Welt bislang meist verschlossen. Einige Tarife haben Geschwindigkeits- und Mengenbegrenzungen, wer mehr und schnell mobil surfen will, muss zudem Zusatzoptionen buchen: Ein genauer Blick ins Kleingedruckte der Mobilfunkverträge ist unumgänglich. Die Datenmenge, bis zu der mit LTE-Geschwindigkeit gesurft werden kann, sollte nicht so knapp bemessen sein. Auch wer bislang nicht mehr als 300 MB mobile Daten pro Monat verbraucht hat: Die höhere Geschwindigkeit verleitet zum Mehrsurfen. Eine Datenmenge von 1GB pro Monat für das Hochgeschwindigkeitssurfen sollte ein Vertrag mindestens enthalten. Der Abschluss lohnt aber nur in einem Gebiet, in dem der Netzbetreiber LTE auch anbietet. Vorsicht ist dennoch geboten - auch in den eigentlich abgedeckten Gebieten ist LTE-Empfang noch nicht flächendeckend möglich. Alle Netzanbieter bieten auf ihren Webseiten einen Verfügbarkeitscheck für LTE an. In der Praxis kann es natürlich zu Abweichungen kommen. Vodafone gibt auf ihrer Netzabdeckungskarte auch an, ob LTE-Empfang innerhalb von Gebäuden oder nur auf der Straße möglich ist. Jedes Netz hat Löcher, und das gilt für LTE in besonderem Maße, da sich das Netz noch im Aufbau befindet.

LTE jetzt kaufen oder lieber noch warten?

Surfen mit LTE-Geschwindigkeit macht Spaß - auch auf dem Handy, besonders wenn man zum Beispiel im ICE sitzt und durch die verschneiten Landschaften Sachsen-Anhalts Richtung Berlin fährt. Die Telekom bietet dort stellenweise einen zwei Balken starken LTE-Empfang laut Anzeige auf dem Samsung Galaxy SIII an, O2 erreicht diesen Wert mit dem gleichen Gerät nur in der Empfangshalle des Frankfurter Hauptbahnhofs. Will heißen: Ob man schon jetzt einen - teureren - LTE-Vertrag abschließt, hängt im wesentlichen davon ab, wie gut die Abdeckung des Netzbetreibers am Wohnort und an den Orten ist, in denen man sich regelmäßig aufhält. O2-Chef Rene Schuster beispielsweise erwartet beispielsweise, dass LTE nicht vor der zweiten Hälfte des kommenden Jahres zum Massenmarktprodukt wird. Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme hingegen erwartet, dass LTE schon in diesem Weihnachtsgeschäft eine Rolle spielt. Das spiegelt auch das unterschiedliche Ausbautempo beider Unternehmen wider.

Welche Smartphones braucht man für LTE?

Noch ist Auswahl an LTE-fähigen Geräten recht begrenzt, die wichtigsten sind die LTE-Version des Samsung Galaxy SIII, das HTC OneXL sowie die beiden Nokia Lumia Modelle 820 und 920. Das iPhone 5 hingegen eignet sich nur für Telekom-Kunden, die in Großstädten leben. Es unterstützt zwar die 1800 MHz-, nicht aber die 800 MHz-Frequenz. Ob ein Nachfolgemodell des iPhones auf mehr Frequenzen funkt, wird spekuliert, bleibt vorerst aber unklar.

Das Samsung Galaxy S III ist der iPhone-Herausforderer und Star unter den Android-Smartphones - auch wenn das Gerät vor der Ablösung steht. Das Nachfolgemodell S IV wird laut Werbevideo des südkoreanischen Konzerns auf der Consumer Electronics Show im Januar kommenden Jahres vorgestellt. Das S III gibt es derzeit ab rund 450 Euro ohne Vertrag im Handel. In der Basis-Ausstattung besitzt es wie das iPhone 5 16 Gigabyte Speicher für Apps und Daten. Der Prozessor ist sehr flott, der Arbeitsspeicher üppig. Die Kamera mit 8 Megapixeln macht gute Fotos, kommt aber nicht an die Qualität des iPhones oder die noch besseren Bilder des Lumia 920 von Nokia heran. Wer das S III einsetzt, muss ein Freund großer Bildschirme sein: Die Bildschirmdiagonale misst 4,8 Zoll. Insbesondere für kleinere Hände ist das nicht optimal.

Auch das HTC OneXL ist mit einem 4,7-Zoll-Display ein Riese unter den Smartphones. Die Zeitschrift Chip nennt das LTE-fähige Gerät den „schärfsten Konkurrenten zum Samsung Galaxy S III". Überzeugen kann das Gerät aus Taiwan durch Performance, einen guten Bildschirm und eine lange Akkulaufzeit. Schlecht schnitt im Test von „Chip" die Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen ab.

Windows Phone 8 als Betriebssystem benutzt Nokia bei seinen beiden neuen Flagship-Modellen Lumia 820 und Lumia 920, einem Schwergewicht, das dafür aber mit 32 Gigabyte Speicherkapazität, einem leistungsfähigen Snapdragon S4-Dual-Core-Prozessor mit 1,5 Gigahertz technisch gut ausgestattet ist und dessen leistungsstarker Akku auch kabellos aufgeladen werden kann. Die 8,7-Megapixel-Kamera verfügt zudem über eine spezielle Konstruktion von Carl Zeiss, die einen optischen Bildstabilisator mitbringt. Die Linsen schwimmen in einer Flüssigkeit im Objektiv und sollen so die Bewegungen des Anwenders ausgleichen.

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