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Libor-Skandal wird teuer für Royal Bank of Scotland

Der Skandal der mutmaßlichen Manipulation des Libor und anderer Zinssätze durch eine Reihe von Großbanken wird möglicherweise teurer für die Royal Bank of Scotland als bislang vermutet. Das britische Institut stehe kurz davor, die Vorwürfe der Behörden beizulegen, berichtet die Financial Times unter Verweis auf namentlich nicht genannte Informanten. Dafür werde die Bank über 500 Millionen britische Pfund bzw umgerechnet fast 600 Millionen Euro zahlen. Die Einigung mit Behörden in den USA und in Großbritannien werde vermutlich am Dienstag erfolgen.

Der Skandal um die Manipulation des Libor-Satzes beschäftigt seit Monaten die Aufsichtsbehörden. Der Referenz-Zins wird täglich ermittelt und soll anzeigen, zu welchen Sätzen sich Banken untereinander Geld leihen. Er basiert auf von außen kaum nachprüfbaren Angaben der Banken und bildet die Grundlage für billionenschwere Finanzgeschäfte rund um den Globus.

Die schweizerische Großbank UBS hatte bereits 1,4 Milliarden Franken dafür zahlen müssen, sich aus den Fängen der Justiz zu befreien. Die britische Bank Barclays war mit der Zahlung von rund 450 Millionen US-Dollar deutlich glimpflicher davongekommen. Bei der Royal Bank of Scotland Group war bislang in Medien spekuliert worden, dass ihre eine Strafe von 350 Millionen Pfund drohten könnte. Die nun in der FT genannten Summe von mindestens 500 Millionen Pfund ist deutlich höher. Die Zeitung spricht sogar davon, dass die Strafe bis zu 600 Millionen Pfund erreichen könnte.

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