• The Wall Street Journal

Versicherer Hannover Rück steigert Preise leicht

    Von ALEXANDRA EDINGER

Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat die Preise nur leicht gesteigert. Stabilisierend für die Prämien wirkte der Hurrikan Sandy. Gedrückt wurden sie dagegen vor allem in Deutschland durch den harten Konkurrenzkampf.

In der Erneuerungsrunde im Januar haben die Hannoveraner das Prämienvolumen um einen Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro gesteigert. Der Vorstand sprach von einem "zufriedenstellenden Ergebnis", da sich die Prämien weiterhin auf einem hohen Niveau befänden. Der Versicherer rechnet daher mit einem guten Geschäftsjahr in der Schaden-Rückversicherung. Aus diesem Grund bestätigt der Konzern alle für 2013 ausgegebenen Prognosen.

Stabilisierend auf die Preise wirkt sich bei der Rückversicherung noch der Hurrikan "Sandy" aus, der 2012 der Versicherungsbranche hohe Kosten beschert hatte. Der Wirbelsturm und die dadurch hervorgerufene Springflut trafen Ende Oktober insbesondere New York. Die Naturkatastrophe ist mit verantwortlich dafür, dass Hannover Rück auf dem US-Markt bei den Prämien nun Preissteigerungen von 10 bis 30 Prozent durchsetzen konnte. Obwohl bislang hier nur 40 Prozent der Schaden-Rückversicherungen erneuert wurden, konnte der Konzern das nordamerikanische Geschäft um 14 Prozent ausweiten. Durch das Wachstum belaufen sich die Prämien dort derzeit auf 566 Millionen Euro.

Anders stellt sich das Bild in Deutschland dar. Hier wurden 97 Prozent der Schaden-Unfall-Kontrakte verlängert. Und hier befinden sich die Prämien im Rückwärtsgang: Mit zwei Prozent weniger muss sich Hannover Rück bei den Verträgen zufrieden geben, was die Einnahmen hier für 2013 auf 941 Millionen Euro sinken lässt. Als Ursache für den Rückgang nennt der Vorstand den höheren Konkurrenzdruck sowie die den Trend bei den Erstversicherern, mehr Schäden auf die eigenen Bücher zu nehmen anstatt einen Rückversicherer zu nutzen.

Für anfallende Großschäden stellt der Rückversicherer in diesem Jahr 625 Millionen Euro zurück - 65 Millionen mehr als im Vorjahr. 2012 war ein sehr schadenarmes Jahr, da außer dem Hurrikan Sandy und dem Untergang der Costa Concordia wenig große Katastrophen zu verzeichnen waren. Sollten auch 2013 wenige Naturkatastrophen und Schadensfällen auftreten und keine weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten aufkommen, rechnet der Konzern mit einem Gewinn von 800 Millionen Euro. Bei der für 2012 ausgegebenen Prognose, beim Gewinn über die Marke von 800 Millionen Euro zu kommen, sieht sich der Konzern weiter auf Kurs.

Kontakt zum Autor: Alexandra.Edinger@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Hippe Box aus Licht und Glas in Venice Beach

    Ein Haus aus Licht und Glas, nur einen Steinwurf von dem bunten Treiben auf der Promenade von Venice Beach entfernt, ist unser Haus der Woche. Von der Couch aus blickt man hier direkt in den blauen Himmel über dem Strand bei Los Angeles.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 10. April

    Eine Ostereier-Färbe-Maschine in Nordrhein-Westfalen, frisch gezimmerte Särge in Wien, gewalttätige Polizisten in den USA und Papp-Wahlkandidaten in Indien. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.

  • [image]

    Die besten deutschen Aktien –
    und die größten Verlierer

    Die große Rally scheint es in diesem Jahr an den Aktienmärkten nicht zu geben. Der Dax etwa notiert nach den ersten drei Monaten 2014 nur wenig verändert. Umso wichtiger ist es deshalb, die richtigen Aktien herauszupicken. Wir zeigen die größten Gewinner und Verlierer aus Deutschland.

Erwähnte Unternehmen