• The Wall Street Journal

US-Investoren stecken maue Daten recht gut weg

    Von RALF ZERBACK

Es war eine herbe Enttäuschung, doch die US-Anleger haben sie ganz gut weggesteckt: Der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht aus Amerika hat für März einen miserablen Stellenzuwachs ausgewiesen. Während Experten mit 200.000 neuen Jobs gerechnet hatten, kamen lediglich 88.000 Menschen neu in Lohn und Brot. Schwache Arbeitsmarktdaten vom Mittwoch und Donnerstag hatten bereits zur Vorsicht gemahnt, aber mit derart mauen Zahlen hatte niemand gerechnet.

So ging es mit den Aktien denn auch abwärts, doch verglichen mit den europäischen Aktienmärkten - der Euro-Stoxx verlor 1,4 Prozent - hielten sich die Indizes noch ganz gut. Denn schwache Arbeitsmarktdaten stehen auch für ein Fortführen der Politik des billigen Geldes - gut für Aktien. Der Dow-Jones-Index verlor schließlich 0,3 Prozent auf 14.565. Der S&P-500 gab um 0,4 Prozent ab auf 1.553 Punkte. Der Nasdaq-Composite fiel um 0,7 Prozent auf 3.204 Punkte.

In diesem Umfeld waren sichere Häfen gefragt. So stiegen am US-Anleihemarkt die Kurse, was im Gegenzug die Rendite zehnjähriger Treasurys auf 1,71 Prozent drückte von 1,76 Prozent am Vortag. Auch Gold machte wieder Boden gut, wobei das gelbe Edelmetall zusätzlich von dem schwächeren Dollar profitiert. Die Feinunze kostete 1.579 Dollar nach 1.553 Dollar am Donnerstag.

Der Ölpreis, normalerweise ebenfalls Nutznießer einer Dollarschwäche, gab dagegen nach. Angst vor einer konjunkturbedingt rückläufigen Nachfrage führte dazu, dass sich das Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI auf 92,70 von 93,26 Dollar verbilligt, ein Minus von 0,6 Prozent.

Neben den schwachen US-Arbeitsmarktdaten gab ein überraschend deutlicher Anstieg der deutschen Auftragseingänge dem Euro Auftrieb. Die Gemeinschaftswährung tendierte leicht um die Marke von 1,30 Dollar.

Ein neuerlicher Ausbruch der Vogelgrippe, dem in Asien schon sechs Menschen zum Opfer gefallen sind, lastete weltweit auf den Aktien von Fluggesellschaften und Touristikunternehmen. Auch die US-Vertreter dieser Branchen bildeten keine Ausnahme. Die Kurse von AMR und Delta Air Lines gaben nach.

Aktien von Netzwerkausrüstern leiden unter der Gewinnwarnung von F5, deren Aktienkurs einbrach. Auch Cisco -Titel gaben nach.

Kontakt zum Autor: ralf.zerback@dowjones.com

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