• The Wall Street Journal

RBS legt Libor-Skandal bei

    Von MAX COLCHESTER
Associated Press

Die Royal Bank of Scotland (RBS) kann den Libor-Skandal mit einer Strafzahlung und anderen Maßnahmen zu den Akten legen. Insgesamt 612,6 Millionen US-Dollar kostet das britische Finanzinstitut die Beilegung der Ermittlungen durch britische und amerikanische Behörden. Darüber hinaus bekannte sich die Tochter RBS Securities Japan der Libor-Manipulation für schuldig.

Die britische Bank hatte bereits am Morgen mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit der britischen Finanzmarktaufsicht, der US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel CFTC und dem US-Justizministerium wegen des Verdachts der Manipulation beim Interbanken-Referenzzins Libor kurz vor dem Abschluss stehen.

Zudem wird der Chef des RBS-Investmentbanking, John Hourican, seinen Hut nehmen. Die RBS hob hervor, dass Hourican an der mutmaßlichen Zinsmanipulation nicht beteiligt war. Auch hätten die Behörden RBS als Konzern kein bewusstes Fehlverhalten nachweisen können. Nachweisliches Fehlverhalten lasse sich im Wesentlichen nur mit 21 Mitarbeitern in Verbindung bringen. Die betroffenen Mitarbeiter hätten die Bank jedoch entweder bereits verlassen oder seien disziplinarisch bestraft worden. Dem RBS-Top-Management sei dagegen keine Beteiligung an etwaigen Zinsmanipulationen nachzuweisen gewesen.

Der Skandal um die Manipulation des Libor-Satzes beschäftigt seit Monaten die Aufsichtsbehörden. Der Referenzzins wird täglich ermittelt und soll anzeigen, zu welchen Sätzen sich Banken untereinander Geld leihen. Er basiert auf von außen kaum nachprüfbaren Angaben der Banken und bildet die Grundlage für billionenschwere Finanzgeschäfte rund um den Globus.

Die schweizerische Großbank UBS hatte in dem Zusammenhang bereits 1,4 Milliarden Franken zahlen müssen, um sich aus den Fängen der Justiz zu befreien. Die britische Bank Barclays war mit der Zahlung von rund 450 Millionen US-Dollar deutlich glimpflicher davongekommen.

Kontakt zu den Autoren: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Australische Villa im Zeichen des Drachens

    Feurig kommt dieses Luxusanwesen im australischen Melbourne daher: Auf dem Dach wacht ein mächtiger Terrakotta-Drache und im Haus lodern Dutzende Kaminfeuer. Die Ausstattung mit Tennisplatz, Pool und ausgiebigen Ländereien lässt es jedem Australien-Fan warm ums Herz werden.

  • [image]

    Panini-Sticker: Höhepunkte aus 40 Jahren

    Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kamen 1974 die ersten Panini-Klebebilder in Deutschland auf den Markt, inzwischen haben sie Kultstatus. Ein Rückblick auf 40 Jahre Fußballgeschichte.

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.