• The Wall Street Journal

Solarworld-Aktie bricht um ein Viertel ein

    Von BARBARA MILLNER und STEFFEN GOSENHEIMER

Die jüngsten Negativmeldungen des einstigen Börsenlieblings Solarworld werden im frühen Handel an der Frankfurter Börse mit einem drastischen Kurseinbruch quittiert. Die Aktie fällt auf das neue Rekordtief von 68 Cent zurück, nachdem sie am Vortag mit 92 Cent geschlossen hatte. Am 1. November 2007 hatte die Aktie ein Rekordhoch von 48,80 Euro erreicht, ehe ihr Stern angesichts der sich allmählich ausweitenden Krise im Solargeschäft zu sinken begann.

Agence France-Presse/Getty Images

Schlechte Nachrichten aus der Solarbranche: Die Solarworld-Aktie bricht drastisch ein.

Der Bonner Konzern wird 2012 wegen Wertberichtigungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und auf Beteiligungen einen hohen Verlust ausweisen. Er dürfte sich Solarworld-Angaben zufolge nach Steuern auf 520 bis 550 Millionen Euro belaufen. Die Gesellschaft teilte weiter mit, dass damit ein kumulierter Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals eingetreten ist. Nach einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals muss eine Hauptversammlung einberufen werden. Dazu werde anstelle zur ordentlichen Hauptversammlung 2012 nun zu einem neuen Termin eingeladen, so das Unternehmen.

„Die Frage ist, ob das Unternehmen die Umstrukturierung der Schulden schaffen kann", so ein Händler am Morgen. Das Geschäft von Solarworld laufe schlecht, daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

Solarworld hatte Ende Januar die Investoren mit dem Eingeständnis schockiert, drastische Schuldeneinschnitte vornehmen zu müssen, um überleben zu können. Bis zum Stichtag 30. September hatte die Gesellschaft Schulden in Höhe von gut einer Milliarde Euro angehäuft. Die Aktie des Solarkonzerns hatte danach massiv an Wert verloren und musste Anfang März den Technologiewerteindex TecDAX verlassen.

Zuletzt verschob das Unternehmen zudem wegen laufender Restrukturierungsverhandlungen die für März geplante Vorlage des Jahresberichts. Dieser soll erst vorgestellt werden, wenn das Restrukturierungskonzept steht, hieß es jüngst. Die Gespräche mit den Gläubigern verliefen "konstruktiv".

Kontakt zu den Autoren: barbara.millner@dowjones.com und steffen.gosenheimer@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Werbung

  • [image]

    Tiere – Die Geheimwaffe der Tech-Konzerne

    Viele Produkte von Tech-Firmen sind schwer verständlich für Laien. Die Unternehmen haben es darum oft nicht leicht, für sich zu werben. Etliche setzen auf Tiere, um ihre Marke bekannt zu machen. Wir stellen 30 von ihnen vor.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 31. Juli

    Wasser marsch: in Frankreich spielten Kinder am Donnerstag an Springbrunnen, in Deutschland strömten Urlauber ins Freibad und in Indien trotzten Anwohner einem Wolkenbruch. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die teuersten Hotelstädte Europas

    Paris, London, Berlin, Lissabon: Im Sommer locken Städte die Urlauber. Bei den Zimmerpreisen sind die Unterschiede groß. Wir zeigen, wo Touristen sich das Hotel leisten können - und in welchen Städten die saftigsten Preise fällig werden.

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen