• The Wall Street Journal

American Airlines vor Megafusion mit US Airways

    Von MIKE SPECTOR und SUSAN CAREY

Die insolvente US-Fluggesellschaft American Airlines steht nach Auskunft gut unterrichteter Kreise kurz vor einer Fusion mit der Fluglinie US Airways . Aus dem Zusammenschluss würde die größte Fluggesellschaft der Welt hervorgehen mit einem Börsenwert von mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

Getty Images

Sollte die Konzernehe zwischen American Airlines und US Airways gelingen, würde daraus die größte Fluggesellschaft der Welt hervorgehen.

Spätestens in den nächsten zwei Wochen sollen die letzten Details feststehen, sagen mit der Sache vertraute Personen. AMR Corp, der Mutterkonzern von American Airlines würde die Fusion als Teil des laufenden Insolvenzverfahrens nach Chapter 11 des US-Rechts vornehmen. Dieses Spezialgesetz ermöglicht es bankrotten US-Firmen, sich neu zu organisieren und ihre Geschäfte fortzuführen.

Wie die Insider weiter mitteilen, soll die Fusion rein über Aktien finanziert werden. Aktionäre von American Airlines bekämen nach jetzigem Stand etwa 72 Prozent der fusionierten Fluglinie und Aktionäre von US Airways rund 28 Prozent.

Die Quellen warnen aber, dass die Verhandlungen noch liefen und das Geschäft durchaus platzen könnte. Einige wichtige Punkte – etwa die Aufteilung der Besitzansprüche, der Aufsichtsratsplätze sowie Managementposten seien noch nicht vollständig geklärt. Die Gespräche seien aber weit fortgeschritten, heißt es. Momentan diskutierten AMR-Chef Tom Horton und US-Airways-Chef Doug Parker mit einigen wenigen Beratern die letzten Feinheiten.

American Airlines hat sich lange gegen einen Zusammenschluss gesträubt. Das Unternehmen wollte lieber versuchen, eigenständig aus der Insolvenz zu kommen und eine unabhängige Fluglinie zu bleiben. Einflussreiche Gläubiger, die das Schicksal der Gesellschaft bestimmen, seien aber für eine Fusion, sagen Kenner der Materie. Aus diesem Grund komme das Geschäft wohl zustande, sofern nicht noch in letzter Minute unerwartete Meinungsverschiedenheiten auftreten.

Die Anleihengläubiger von American rechnen damit, dass sie im Falle einer Fusion mehr Geld zurückbekommen. Auch die gewerkschaftlich organisierten Piloten, Flugbegleiter, Mechaniker und das Bodenpersonal sind für eine Ehe der beiden Fluggesellschaften. Sie hatten sogar vor einiger Zeit schon heimliche Verträge mit US Airways ausgehandelt, in denen festgeschrieben ist, zu welchen Konditionen sie in einem fusionierten Konzern arbeiten würden.

Nach Auskunft der Insider versuchen alle Beteiligten den Zusammenschluss noch vor dem 15. Februar unter Dach und Fach zu bringen. Dann ende eine Verschwiegenheitsvereinbarung, welche die Anleihengläubiger von American unterschrieben haben, sagen die Quellen. Es sei aber fraglich, ob die Fusion bis dahin wirklich beschlossen werden könne, sagen mehrere Personen, die sich mit der Sache auskennen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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