• The Wall Street Journal

Sony nähert sich den schwarzen Zahlen

    Von DAISUKE WAKABAYASHI

Der japanische Elektronikkonzern Sony bekommt seine Ertragsprobleme langsam in den Griff. Der Verlust wurde im dritten Geschäftsquartal deutlich eingegrenzt. Deutliche Fortschritte machten die Japaner in ihrer gebeutelten TV-Sparte.

Reuters

Sony-Werbung in einem Elektronikgeschäft in Tokio.

Zusammen mit kräftigen Gewinnen aus seinem Finanzgeschäft sank so der Verlust auf 10,8 Milliarden Yen. Im Vorjahreszeitraum war das Ergebnis mit 159 Milliarden Yen oder umgerechnet 1,25 Milliarden Euro noch tiefrot. Das ging vor allem auf die kostenträchtige Auflösung einer Reihe von Gemeinschaftsunternehmen für Handys und LCD-Bildschirme zurück.

Am deutlichsten zeigte sich die Trendwende im operativen Geschäft. Hier schaffte Sony mit 46,4 Milliarden Yen die Rückkehr in die Gewinnzone. Allerdings blieben die Erträge spürbar unter der Markterwartung von 72,13 Milliarden Yen. Der Umsatz kletterte um knapp 7 Prozent auf 1,948 Billionen Yen.

Comeback nach Jahren von Rekordverlusten

Sonys Aktie schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Seit Anfang November hat sie gut 60 Prozent zugelegt. Der Optimismus resultiert neben der Hoffnung auf einen nachhaltigen Turnaround aus der Yen-Schwäche, die die Gewinne - vor allem in Europa - ankurbeln dürfte. Mit jedem Yen, den die japanische Währung zum Euro nachgibt, erhöht sich der operative Jahresgewinn um 6 Milliarden Yen.

Sonys operative Rückkehr in die Gewinnzone folgt auf ermutigende Zahlen von Panasonic und Sharp in der vergangenen Woche. Der Elektroniksektor hat zwar weiter mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen. Mit den verbesserten Ergebnissen scheinen die schlimmsten Befürchtungen aber erst einmal vom Tisch zu sein. Ein mögliches Ende der japanischen Traditionskonzerne war keineswegs auszuschließen gewesen.

Wie andere japanische Konzerne für Unterhaltungselektronik auch erlebt Sony derzeit ein Comeback von mehreren Jahren mit Rekordverlusten, die von aggressiven Restrukturierungsbemühungen geprägt waren. Sony musste vor allem die Probleme in seiner Fernsehersparte stemmen. Nach Unternehmensangaben ist Sony dem eigenen Restrukturierungszeitplan dabei voraus. Ab dem Geschäftsjahr, das im April beginnt, soll der Geschäftsbereich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Hirai krempelt Konzern vollständig um

Für das Geschäftsjahr, das im März endet, hält Sony an seinem Gewinnausblick vom November fest. Der Nettogewinn soll 20 Milliarden, der operative Gewinn 130 Milliarden und der Umsatz 6,6 Billionen Yen betragen.

Ein zentrales Element im Restrukturierungsplan von Unternehmenschef Kazuo Hirai ist der Kauf von LCD-Anzeigen auf dem freien Markt. LCD-Anzeigen machen den Löwenanteil der Produktionskosten bei Fernsehern aus. Im Zuge dieser Strategie löste der Konzern seine kapitalintensiven LCD-Gemeinschaftsunternehmen mit den Wettbewerbern Samsung Electronics und Sharp auf.

Hirai ist jetzt weniger als ein Jahr in seinem neuen Amt. Er konzentriert sich darauf, den Konzern zu verschlanken und dabei vollständig umzukrempeln. Ein entscheidender Test für Sonys Erfolg unter seiner Ägide kommt im Verlauf des nächsten Jahres. Dann geht Sony mit einer Reihe von neuentwickelten Produkten an den Start. Branchenbeobachter werden danach wissen, ob der einstige Chef der Videospielsparte neben massiven Kostenkürzungen auch ein kräftiges Wachstum auf den Weg bringen kann.

Ein neues Flaggschiff von Sony wird das Smartphone Xperia Z sein, das diesen Samstag in Japan in die Verkaufsregale kommt. Dabei entscheidet sich, ob Sony eine wirkliche Alternative zum Galaxy von Samsung und zu Apples iPhone bieten kann. Zudem dürfte Sony im Verlaufe dieses Jahres einen Nachfolger für seine PlayStation 3 präsentieren, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

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