• The Wall Street Journal

Talfahrt der deutschen Industrie gestoppt

    Von GISELA SIMON und CHRISTIAN GRIMM

Das produzierende Gewerbe Deutschlands hat im Dezember seine Produktion überraschend ausgeweitet. Gefragt waren vor allem Konsum- und Investitionsgüter. Im vierten Quartal insgesamt ging die Erzeugung zwar deutlich zurück, doch zeichnet sich ein Ende der Schwächephase ab. Schon im ersten Quartal sollte die Industrie das Wachstum in Deutschland wieder vorantreiben.

Nach den Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) stieg der Ausstoß im Dezember gegenüber dem Vormonat bereinigt um 0,3 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten eine Stagnation erwartet. Allerdings lief der November schlechter als ursprünglich gemeldet. Statt des vorläufig gemeldeten Anstiegs um 0,2 Prozent ging die Produktion im November um 0,2 Prozent zurück.

Abwärtstrend gestoppt

"Es bleibt festzuhalten, dass der Abwärtstrend der Industrieproduktion gestoppt werden konnte. Wir erwarten, dass es sich dabei um die Trendwende zum Besseren handelt", sagte Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich. Er verweist auf die bessere Stimmung in den Unternehmen, wie sie zum Beispiel das ifo-Geschäftsklima anzeigt. Auch das am Mittwoch gemeldete Plus bei den Neuaufträgen von 0,8 Prozent verstärkt den Aufwärtstrend.

Produktionsimpulse kamen am Jahresende von den Industriebetrieben, die den Ausstoß um 1,2 Prozent steigern konnten. Enttäuschend lief es für die Bauindustrie und die Energieerzeuger. Während letztere ein Minus von 3,4 Prozent hinnehmen mussten, brach der Bau um 8,9 Prozent regelrecht ein. "Der starke Rückgang der Bauproduktion ist rätselhaft. Das ist nicht mit der Witterung erklärbar", sagte der Chef des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

Für das Wachstum im vierten Quartal kommt das Ende der Industrie-Talfahrt zu spät. Zwischen Oktober und Dezember sank die Produktion um 2,9 Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Das Statistische Bundesamt hat den Rückgang der Wirtschaftsleistung bei seiner Vorabschätzung auf ein halbes Prozent beziffert. "Wenn man die Zahlen zur Produktion anschaut, könnte das am Ende noch etwas schlechter ausfallen", sagt Alexander Krüger.

Kontakt zum Autor: gisela.simon@dowjones.com und christian.grimm@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Berliner Gründer

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Juli

    Sommerlaune in Schanghai, Pappmänner in Peru, Durchhalteparolen bei der Tour de France und ein Seiltänzer über den Dächern von Bangkok - schauen Sie sich unsere Fotos des Tages an!

  • [image]

    Einmal zum Mond und zurück

    Am 20. Juli 1969 gewannen die USA das Wettrennen zum Mond gegen die Sowjetunion. Die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin setzten als erste Menschen einen Fuß auf den Mond. Ein Rückblick in Bildern.

  • [image]

    Die Chinesen lieben das Nickerchen im Möbelhaus

    Chinesen mögen es, an merkwürdigen Plätzen ein Schläfchen zu machen. Neu ist dieses Phänomen nicht. Ein Fotograf hat sich nun aber erstmals auf die Lauer gelegt und das seltsame Verhalten bei Ikea in Peking dokumentiert.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.