• The Wall Street Journal

Draghi sieht sich von Monte dei Paschi unbelastet

    Von HANS BENTZIEN

EZB-Präsident Mario Draghi sieht sich von den Vorgängen um die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena nicht belastet. Bei seiner monatlichen Pressekonferenz verwies der damalige Gouverneur der Banca d'Italia darauf, dass die Zentralbank den gesamten Vorgang seit eineinhalb Wochen auf ihrer Website detailliert darstelle. "Der Internationale Währungsfonds hat mitgeteilt, dass die Banca d'Italia nach seiner vorläufigen Einschätzung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen getroffen hat", sagte er.

Die Zentralbank ist in Italien auch für die Bankenaufsicht zuständig, während in Deutschland zum Start des Euro Ende der 1990er Jahre eine gesonderte Behörde, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, gegründet wurde. Ab 2014 soll die EZB im Euroraum die Banken überwachen, was besonders von deutscher Seite kritisch gesehen wird.

Monte dei Paschi war in die Schlagzeilen geraten, weil die Bank 2007 für die Übernahme des Bankhauses Antonveneta einen überhöhten Preis gezahlt haben soll. Dabei könnten laut Presseberichten Schmiergelder geflossen sein.

Draghi verteidigte seine damalige Rolle mit den Worten, er selbst habe zwei Untersuchungen bei Monte dei Paschi angeordnet und die Zentralbank habe den Untersuchungsbehörden die notwendigen Dokumente zur Verfügung gestellt. "Wenn es um Betrug geht, hat (die Zentralbank) normalerweise keine Aufsichts- oder Polizeibefugnisse", sagte er. Aus Sicht des EZB-Präsidenten sind die Vorgänge um Monte dei Paschi inzwischen Teil des italienischen Wahlkampfes, in den er sich nicht einmischen wolle.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

EU-Parlament

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.