• The Wall Street Journal

Linkedin gerät zum Liebling der Personaler

    Von EVELYN M. RUSLI

Das soziale Netzwerk Linkedin hat im vierten Quartal deutlich mehr Gewinn und Umsatz gemacht, weil es bei Arbeitgebern auf Personalsuche immer beliebter wird und häufiger lukrative Mitgliederabos verkauft.

Der Internetkonzern, der seit knapp zwei Jahren an der Börse gelistet ist, meldete einen um 66 Prozent höheren Ertrag und einen um 81 Prozent höheren Umsatz. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen von Anlegern, Analysten und dem Unternehmen selbst; der Aktienkurs stieg am Donnerstag nachbörslich um mehr als 9 Prozent auf 135,45 US-Dollar.

Mehr Personaldienstleistungen verkauft

Im vierten Quartal stieg die Mitgliederzahl laut Unternehmen auf 202 Millionen – 39 Prozent mehr als im Vorjahr. Demnach melden sich jetzt jede Sekunde zwei neuen Mitglieder auf Linkedin an. Die meisten Mitglieder nutzen den Dienst zwar kostenlos. Linkedin aber schafft es offensichtlich immer besser, Konzernen kostenpflichtige „Premium-Mitgliedschaften", Personaldienstleistungen und Werbung zu verkaufen. Im entsprechenden Geschäftsbereich „Talentlösungen", mit dem das Netzwerk das meiste Geld verdient, stiegen die Umsätze nach Konzernangaben um 90 Prozent.

Im letzten Halbjahr baute Linkedin sein Angebot inhaltlich enorm aus. Nutzer können jetzt wie beim weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook Kommentare hinterlassen und anzeigen, dass sie etwas mögen. Außerdem engagiert Linkedin zunehmend illustre Konzernlenker wie Virgin-Chef Richard Branson, die ihre Ansichten auf der Seite kundtun.

Der frische Wind bei den Inhalten zahlt sich augenscheinlich aus: Die Einnahmen aus dem Bereich „Marketinglösungen", das ist vor allem Werbung, stiegen um 68 Prozent. Die Einnahmen über Premium-Mitgliedschaften stiegen um 79 Prozent. Im vierten Quartal zählte Linkedin 67 Prozent mehr Klicks auf seiner Seite.

Allerdings gelingt es Linkedin bisher nicht, sein Mitgliederwachstum zu steigern. Im vergangenen Dreivierteljahr lag das Wachstum je Quartal bei gleichbleibend 8 Prozent. Das halten einige Analysten für besorgniserregend.

Im vierten Quartal lag der Nettogewinn bei 11,5 Millionen US-Dollar oder 10 Cents je Aktie. Im Vorjahr waren es 6,9 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg von 167,7 Millionen Dollar auf 303,6 Millionen Dollar, was noch über den Vorhersagen des Unternehmens lag. Im aktuellen Quartal rechnet das Netzwerk mit einem Umsatz von 305 bis 310 Millionen Dollar und einem Gewinn zwischen 67 und 69 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr sagt Linkedin einen Umsatz zwischen 1,41 und 1,44 Milliarden Dollar voraus bei einem Nettogewinn zwischen 315 und 330 Millionen Dollar.

—Mitarbeit: John Letzing und Ben Fox Rubin

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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