• The Wall Street Journal

Peugeot muss Milliarden abschreiben

    Von DAVID PEARSON

PARIS--Der französische Autobauer Peugeot-Citroën muss wegen der schwachen Geschäfte in Europa 4,13 Milliarden Euro abschreiben, größtenteils in seiner Autosparte. Peugeot-Citroën erläuterte aber nicht, welche Vermögenswerte im Einzelnen betroffen sind.

dapd

Peugeot kämpft schwer gegen neue Verluste - jeden Monat fallen geschätzte 200 Millionen Euro an neuen Ausgaben an.

Peugeot ist es bisher nicht gelungen, die Abhängigkeit vom europäischen Markt zu verringern. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern 62 Prozent des Umsatzes in Europa, im Jahr 2011 waren es 67 Prozent. Mit der Abschreibung habe Peugeot im Grunde die eigene Marktprognose zur Autobranche über die Jahre 2013 und 2014 hinaus revidiert, sagt Timothy Rea, Kreditanalyst bei BNP Paribas. Der Autobauer glaube, "dass der Markt viele Jahre auf niedrigem Niveau bleiben könnte" und sehe "keine schnelle Erholung", schrieb Rea jüngst in einer Studie.

Peugeot kämpft schwer gegen den Abfluss liquider Mittel - pro Monat verliert der Konzern geschätzte 200 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr musste er den französischen Staat um Hilfe für seine hauseigene Bank bitten. Und die Zukunftsaussichten sind düster: Die europäische Nachfrage nach Neuwagen sinkt, vor allem, weil die Wirtschaft in Südeuropa schwächelt.

Andere europäische Konkurrenten haben sich besser aufgestellt. So arbeitet der französische Rivale Renault seit langem mit dem japanischen Produzenten Nissan Motor zusammen. Der italienische Autobauer Fiat ist inzwischen Marktführer in Brasilien und hat die Kontrolle des drittgrößten US-Autoherstellers Chrysler übernommen. Auch Volkswagen, Europas größter Autobauer, investiert mit seinem breiten Automarken-Portfolio seit Jahren stark in ausländische Märkte wie China oder Nordamerika.

Peugeot will am 13. Februar seine Jahresbilanz vorlegen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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