• The Wall Street Journal

Schwellenländer stocken ihre Goldbestände auf

    Von RHIANNON HOYLE

Der niedrigere Goldpreis hat die Notenbanken von Russland, Aserbaidschan und Kasachstan im Juli an den Goldmarkt zurückkehren lassen. Russland, das bereits zu den größten Eignern von Gold weltweit zählt, hat nach den Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Juli am stärksten zugegriffen. Die russische Notenbank hat ihre Goldreserven seit April um mehr als 200.000 Feinunzen auf 32,2 Millionen Feinunzen erhöht. Eine Feinunze besteht aus 31 Gramm reinen Goldes. Rund 33.000 Feinunzen ergeben 1 Tonne des Edelmetalls.

Aserbaidschan hat die offiziellen Goldbestände um fast 65.000 Feinunzen gesteigert. Die Reserven des Landes, die noch im Dezember nahe Null lagen, belaufen sich inzwischen auf über 320.000 Feinunzen. Die Notenbank von Kasachstan, die bereits im vergangenen Jahr regelmäßig Gold gekauft hat, stockte ihre Reserven von 4,2 Millionen im Juli um fast 35.000 Feinunzen auf.

Die türkische Notenbank berichtete an den IWF einen Anstieg ihrer Reserven um mehr als 720.000 Feinunzen auf mittlerweile rund 14,9 Millionen Feinunzen. Im Vorjahr waren es noch 9,3 Millionen. Analysten sagen, dass die Entscheidung der Zentralbank von Ende 2011, Gold als Sicherheitsleistung von Banken zu akzeptieren, der wichtigste Grund für diesen Anstieg sei.

Reuters

Die anhaltend lockere Geldpolitik der großen Zentralbanken veranlasst vor allem die Notenbanken von Schwellenländern, immer mehr Gold zu kaufen.

Die Notenbanken zahlreicher Schwellenländer haben ihre Goldbestände in den vergangenen Jahren ausgebaut, da die Schuldenkrise die Reservewährungen wie US-Dollar und Euro unter Druck brachte. Wegen der Krise und der Niedrigzinspolitik zahlreicher Notenbanken rund um den Globus war der Goldpreis in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, da das Metall als sicherer Hafen für Anleger gilt. Seit Jahresbeginn ist der Preis jedoch eingebrochen, da wegen der positiven Wirtschaftsentwicklung der Beginn des Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik in den USA erwartet wird. Dies hat auch die Währungen zahlreicher Schwellenländer sinken lassen.

Nach den Daten des World Gold Councils sind denn auch die Nettokäufe der Notenbanken im zweiten Quartal auf 71 Tonnen (rund 2,3 Millionen Feinunzen) Gold zurückgegangen von fast 165 Tonnen im Vorjahresquartal. Doch zeigte sich Marcus Grubb vom World Gold Council überzeugt, dass vor allem die Notenbanken der Schwellenländer wegen der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik ihre Bestände ausbauen werden.

Im Juli lag der Durchschnittspreis für eine Feinunze Gold beim Nachmittagsfixing in London bei 1.287 US-Dollar. Im Januar hatte er noch 1.671 Dollar betragen. Im August hat sich der Goldpreis wegen der wieder aufgekommenen Unsicherheit über die US-Konjunktur und der politischen Krise im Nahen Osten etwas erholt.

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