• The Wall Street Journal

Obama für zweite Amtszeit als US-Präsident vereidigt

    Von dapd

Ohne großen Pomp und in privatem Rahmen hat US-Präsident Barack Obama seine mit politischen Bewährungsproben gespickte zweite Amtszeit eingeläutet. Wenige Stunden nach seinem Stellvertreter Joe Biden legte Obama am Sonntag den Amtsschwur für die nächste und letzte Legislaturperiode ab. Anschließend nahm er seine jüngste Tochter Sasha in den Arm und flüsterte ihr ins Ohr: "Ich hab's getan!" Direkt danach verließ der 44. Präsident der Vereinigten Staaten den Raum auch schon wieder, um sich auf die öffentliche Vereidigung am Montag und die politischen Herausforderungen der kommenden vier Jahre vorzubereiten.

dapd

US-Präsident Barack Obama am Sonntag bei der Vereidigung im Weißen Haus.

Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs der USA, John Roberts, vereidigte den Präsidenten unter den Augen von gerade mal einem Dutzend enger Familienangehöriger im Weißen Haus. Mit der Hand auf einer Bibel aus dem Familienbesitz seiner Gattin Michelle gelobte Obama, die Verfassung der Vereinigten Staaten "nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen" zu wollen. Bei der intimen Zeremonie waren auch Obamas Töchter Sasha und Malia, seine Schwester Maya Soetoro-Ng sowie seine Frau Michelle, deren Bruder Craig Robinson und ihre Mutter Marian anwesend. Auch einige Reporter und Fotografen durften dabei sein.

Zuvor hatten Obama und Biden - der schon am Vormittag (Ortszeit) vereidigt wurde - der gefallenen amerikanischen Soldaten gedacht und bei strahlendem Sonnenschein einen Kranz auf dem Nationalfriedhof in Arlington abgelegt. Anschließend besuchte Obama einen Gottesdienst zu Ehren des ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. Der King gewidmete Nationalfeiertag am Montag fällt dieses Jahr auf denselben Tag wie Obamas öffentliche Vereidigung vor dem Washington Monument.

Wiederholung einen Tag später

Da das eigentlich in der Verfassung vorgesehene Datum für die Zeremonie dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, wird das formale Prozedere einen Tag später wiederholt. Auf den Stufen des Kapitols wird Obama seine mit Spannung erwartete Antrittsrede halten. Mit rund 800.000 Schaulustigen dürften ihm deutlich weniger Zuhörer lauschen als noch 2009. Damals zog die Vereidigung des ersten schwarzen US-Präsidenten knapp zwei Millionen Menschen zum Kapitol. Auch den zweiten Amtsschwur wird ausgerechnet wieder John Roberts abnehmen. Vor vier Jahren hatte der Richter beim Vorsagen einen Versprecher eingebaut und Obama damit ins Stocken gebracht, sodass sie die Eidesleistung sicherheitshalber am Tag darauf wiederholten.

Weltweit werden Millionen Menschen verfolgen, mit welchen Worten Obama seine zweite Amtszeit einläutet. Die Wirkung ist enorm, weshalb sich der Präsident markige Worte am Sonntag für das eigentliche Hauptereignis aufsparte. Mitarbeitern zufolge hatte der 51-Jährige schon Anfang Dezember mit der Arbeit an dem Redetext begonnen und bis zum Wochenende an Details gefeilt.

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