• The Wall Street Journal

Ausnahmezustand herrschte am Frankfurter Flughafen

    Von KIRSTEN BIENK

Der Ausnahmezustand auf dem Frankfurter Flughafen hielt auch am Montagnachmittag noch an: Wegen des heftigen Wintereinbruchs am Vortag konnten Maschinen immer noch nicht wie geplant starten und landen. Rund 500 Verbindungen wurden bereits gestrichen, weitere Absagen wurden im Laufe des Tages hinzukommen. Außerdem gab es viele Verspätungen.

Auslöser der Probleme am Flughafen war Eisregen. Er hatte den Flugverkehr in Frankfurt am Sonntag für einige Stunden vollständig zum Erliegen gebracht. Airlines und Flughafen mussten am Montag die Staus abarbeiten, die sich am Vortag gebildet hatten. Viele Maschinen, die am Sonntag nicht mehr starten konnten, standen am Montag noch auf den Parkpositionen und verhinderten, dass andere Flugzeuge landen konnten. Der Platz reichte einfach nicht aus.

[image] dapd

Kamen mit der Enteisung nicht mehr hinterher: Die Arbeiter am Frankfurter Flughafen.

Dieser Parkplatzmangel führte dazu, dass am Nachmittag in Frankfurt nur 20 Maschinen pro Stunde landen durften. Starten sollten indes so viele Flieger wie nur möglich, damit die Vorfelder wieder frei wurden und neue Maschinen aufnehmen konnten. An normalen Tagen starten und landen in Frankfurt pro Stunde 96 Maschinen.

Der Flughafenbetreiber rechnet allerdings nicht mehr damit, dass sich der Flugverkehr bereits am Dienstag wieder vollkommen normalisiert. Fraport geht vielmehr davon aus, dass auch dann noch einige Verbindungen gestrichen werden müssen. Lufthansa hat bereits für die frühen Morgenstunden des Dienstags vier Flüge für Frankfurt abgesagt.

Auch die Lufthansa war von dem Chaos betroffen. Deutschlands größte Airline musste am Sonntag viele Flüge streichen und konnte auch am Montag nicht alle Starts und Landungen anbieten. Eine genaue Zahl nannte die Airline nicht. Der Löwenanteil der von Fraport gemeldeten Ausfälle dürfte aber auf Deutschlands größte Airline entfallen. Am Sonntag fielen in Frankfurt 445 Flüge aus.

Ein paar gestrandete Passagiere mussten Sonntagnacht auf dem Frankfurter Flughafen übernachten, weil ihre Flüge gestrichen wurden. Die meisten Reisenden, die in der Stadt verharren mussten, sind nach Angaben des Flughafenbetreibers aber in Hotels untergekommen.

Weniger schlimm hat es die Deutsche Bahn getroffen. Ihr Betrieb wurde am Sonntag durch den Eisregen weitaus weniger beeinträchtigt, sagte eine Sprecherin. Nur regional habe es ein paar Ausfälle und Verspätungen gegeben. Und auch am Montag sei der Verkehr wie an einem normalen Wintertag gelaufen.

Das Winterwetter verhinderte aber nicht nur das pünktliche Starten und Landen auf Deutschlands größtem Flughafen. Durch das Streichen von Flügen in Frankfurt ergaben sich auch an anderen Standorten Verzögerungen und Ausfälle. Mit dem schlechten Wetter hatten auch die Flughäfen in Paris und London zu kämpfen. Auch dort gab es große Beeinträchtigungen und nicht alle Reisenden kamen an ihr Ziel.

Am Montag kämpfte vor allem der Flughafen in München noch mit heftigen Schneefällen. 180 Flüge wurden von den Airlines abgesagt. Weitere 200 Starts und Landungen verspäteten sich. Am Nachmittag hellte sich der Himmel aber wieder deutlich auf. Der Betreiber rechnet deswegen am Dienstag mit keinen weiteren Beeinträchtigungen.

Wesentlich geringer wirkte sich der Winter in Köln und Düsseldorf aus. Dort verlief der Betrieb weitgehend normal. Die Flughäfen nahmen am Montag ein paar Maschinen auf, die in Frankfurt keinen Platz mehr gefunden haben.

Kontakt zum Autor: kirsten.bienk@dowjones.com

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