• The Wall Street Journal

Google macht es wieder spannend

    Von CHRISTINE BENDERS-RÜGER

Wenn Google am Dienstag nach US-Börsenschluss über den Geschäftsverlauf im Schlussquartal und Gesamtjahr berichtet, wird es in vielerlei Hinsicht mal wieder spannend. Nach dem derben Patzer mit der verfrühten Veröffentlichung der Bilanz im Oktober ist natürlich die eine Frage: Kommen die Zahlen diesmal pünktlich? Im Herbst hatte Google die Quartalszahlen versehentlich zu früh verschickt. Die Bilanz fiel dann auch noch ziemlich enttäuschend aus. Der Aktienkurs rauschte in den Keller und der Handel wurde wegen der verfrühten Veröffentlichung ausgesetzt. Dieser Fehler vernichtete Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Google will die Zahlen - wie normalerweise üblich - diesmal wieder kurz nach Börsenschluss am Dienstag veröffentlichen.

[image] dapd

Am Dienstag nach US-Börsenschluss wird Google über den Geschäftsverlauf im Schlussquartal und im Gesamtjahr berichten. Nach dem Patzer vor drei Monaten - als die Zahlen zu früh verschickt wurden - soll diesmal alles glattgehen.

Mit Spannung warten die Investoren auch auf die Quartalsergebnisse der US-Technologiegiganten, die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehen. Da die Aussichten für die Ergebnisse in dem Sektor düster sind, werden die Anleger vor allem die Prognosen von Apple, Google, IBM und Microsoft genauer unter die Lupe nehmen. Bei Google hatte es bereits den Anschein, als würde das Unternehmen den Markt auf maue Zahlen einstimmen. Die Analysten der Wall Street hätten die falschen Prognosen, ließ Google vor einigen Tagen verlauten. Die Experten hätten den jüngsten Verkauf von Motorola Home nicht richtig in ihre Schätzungen miteinbezogen, so dass hier ein schräger Wert rauskomme, so Google-Chefbuchhalter Brent Callinicos: "Die Mehrheit der Analysten, die uns bewerten, haben Motorola Home noch in ihrer Umsatz- und Gewinnprognose für Google im Jahr 2012 berücksichtigt".

Google hatte im vergangenen Jahr rund 12,5 Milliarden Dollar für Motorola Mobility auf den Tisch gelegt. Interessiert war der Konzern vor allem an den Patenten und an den Smartphones von Motorola. Damit will Google das eigene Geschäft mit dem Betriebssystem Android stärken. Der Handyhersteller macht Google bisher aber keine Freude und schrieb in den vergangenen Monaten Verluste, allein im dritten Quartal war die Tochter mit 527 Millionen US-Dollar operativ in den Miesen.

Google will den Handyhersteller zurück in die Gewinnzone bringen und kündigte drastische Stellenstreichungen an. Neben dem Abbau von rund 4.000 Jobs ist auch die Schließung von etwa einem Drittel der 94 Fabriken geplant. Rund zwei Drittel der Stellenstreichungen sollen außerhalb der USA stattfinden. Der Stellenabbau verursachte bei Google Kosten im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich.

Im Dezember hat Google dann nach monatelanger Suche endlich einen Abnehmer für sein Geschäft mit TV-Empfangsgeräten gefunden. Das Kabelunternehmen Arris Group zahlt für die zur Motorola gehörende Set-Top-Box-Sparte rund 2,35 Milliarden Dollar in bar und in Aktien. Die Sparte ist einer der größten Anbieter der Geräte in den USA. Etwa 2,05 Milliarden Dollar davon fließen in bar.

Google hat bereits angekündigt, dass Umsatz und Gewinn von Motorola Home getrennt von den übrigen Geschäftszahlen unter der Rubrik "nicht fortgeführtes Geschäft" veröffentlicht werden. Zudem sollen die Zahlen für die ersten neun Monate 2012 nochmals separat als "fortgeführtes Geschäft" und "Motorola Home" berichtet werden. Die von Thomson Reuters befragten Analysten gehen bei Google für das Gesamtjahr 2012 von einem Umsatz von rund 41,5 Milliarden Dollar und einem Gewinn vor Sonderposten von 39,77 Dollar je Aktie aus.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Fußball-WM

  • [image]

    Panini-Sticker: Höhepunkte aus 40 Jahren

    Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kamen 1974 die ersten Panini-Klebebilder in Deutschland auf den Markt, inzwischen haben sie Kultstatus. Ein Rückblick auf 40 Jahre Fußballgeschichte.

  • [image]

    Australische Villa im Zeichen des Drachens

    Feurig kommt dieses Luxusanwesen im australischen Melbourne daher: Auf dem Dach wacht ein mächtiger Terrakotta-Drache und im Haus lodern dutzende Kaminfeuer. Die Ausstattung mit Tennisplatz, Pool und ausgiebigen Ländereien lässt es jedem Australien-Fan warm ums Herz werden.

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.