• The Wall Street Journal

Nike kämpft um seinen chinesischen Werbestar

    Von LAURIE BURKITT

PEKING – Nike führt wie viele andere Unternehmen und Einzelpersonen auch einen zähen Streit mit den chinesischen Behörden um Markenrechte. Es geht dabei um einen der wichtigsten chinesischen Werbeträger für den amerikanischen Sportartikelhersteller, den Weltklasse-Hürdenläufer Liu Xiang.

Nike will sich auch die Markenrechte an der chinesischen Schreibweise von Liu Xiang sichern. Bisher besitzen die Amerikaner die Rechte an dem Konterfei des Athleten und der westlichen Schreibweise. Die zuständige Behörde hatte den Antrag von Nike abgelehnt mit der Begründung, die Rechte lägen weiterhin bei dem chinesischen Bekleidungshersteller Shanghai Liuxiang Industrial.

dapd

Nike wirbt in China massiv mit Hürdenläufer Liu Xiang.

Also griff der Sportartikelkonzern zu rechtlichen Mitteln und verklagte die Behörde. Eine Anhörung habe bereits vergangene Woche stattgefunden, wie ein Sprecher des Gerichts bestätigte. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Nike reagierte bislang nicht auf Anfragen für einen Kommentar.

Nike ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das mit den Behörden im Streit um Markenrechte über Kreuz liegt. Kritiker bemängeln, dass in China mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um Markenrechte geht, was es gerade für ausländische Unternehmen schwierig macht, ihr geistiges Eigentum zu schützen.

Im Februar geriet Apple mit den Behörden aneinander, als diese das iPad aus den Läden verbannten. Apple soll die Rechte von Proview verletzt haben, einen Elektronikkonzern, dem der Name „iPad" gehört. Ein Gericht verurteilte die Kalifornier zu einer Zahlung von 60 Millionen Dollar an das chinesische Unternehmen.

Auch der amerikanische Basketball-Star Michael Jordan hat Probleme mit einem chinesischen Konzern. Er beschuldigt die Sportbekleidungs-Kette Qiaodan Sports, in ihren mehr als 5.700 Läden unrechtmäßig mit seinem Namen in chinesischer Schreibweise zu werben. Das Urteil steht noch aus.

Nike baut in seiner Marketingstrategie in China seit Jahren auf Hürdenläufer Liu, der nach seiner Olympischen Goldmedaille 2004 in Athen und einem Weltrekord über die 110 Meter Hürden zu einem Nationalhelden aufgestiegen ist. Wegen der fehlenden Markenrechte setzt Nike aber nur den westlich geschriebenen Namen und die Abkürzung LX ein.

Das Familienunternehmen Shanghai Liuxiang Industrial hatte die Rechte an dem Namen schon 1986 erworben, lange bevor der Athlet Liu zu olympischen Ruhm gekommen ist. Die Rechte beziehen sich auf Logo mit dem Familiennamen Liu und dem Namen des Dorfes Yixiang, wo das Unternehmen gegründet worden war. Der Inhaber Liu Jianzhong sagte, Nike sei wegen der Rechte nicht an ihn herangetreten.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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