• The Wall Street Journal

Verletzte bei Erdbeben vor Japan

    Von DAPD

Mehr als anderthalb Jahre nach der Erdbebenkatastrophe im Nordosten Japans ist die gleiche Region am Freitag erneut von einem heftigen Erdstoß erschüttert worden. Berichte über schwere Schäden nach dem Beben der Stärke 7,3 lagen zunächst nicht vor. Eine Tsunami-Warnung konnte nach einiger Zeit wieder aufgehoben werden. Mehrere Personen wurden ersten Berichten zufolge verletzt.

Das Beben ließ auch in der Hauptstadt Tokio einige Häuser ins Wanken geraten. "Das hat schon ein bisschen gerappelt, aber nicht viel mehr, als wenn ein Bus vorbei fährt. Wenn man in einem hohen Gebäude ist, spürt man das aber natürlich viel stärker", berichtete der Deutsche Thomas Karsten aus Tokio. Der japanische Sender NHK unterbrach wegen des Bebens sein normales Programm.

dapd

Feuerwehrleute fordern Anwohner auf, die Häuser zu verlassen - eine Szene in der Präfektur Iwate.

Das Zentrum des Bebens lag rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden vor der Küste der Präfektur Miyagi, wie der japanische Wetterdienst mitteilte. Daraufhin sei es zu wiederholten, kleineren Nachbeben gekommen. Die Tsunami-Warnung konnte nach zwei Stunden wieder aufgehoben werden. Die von dem Beben ausgelöste Flutwelle sei rund einen Meter hoch gewesen sein, hieß es aus der Küstenstadt Ishinomaki. Probleme bei Atomkraftwerken gab nach Angaben der Betreiberfirma Tokyo Electric Power Co (TEPCO) nicht.

Nach einem Bericht des Senders NHK wurden fünf Menschen verletzt, darunter eine 75-jährige Frau, die bei der Flucht nach der Tsunami-Warnung stürzte. Aus der Präfektur Miyagi meldete die Polizei derweil keine größeren Schäden. Allerdings wurde stellenweise der Verkehr unterbrochen, um den Zustand der Straßen zu prüfen.

Das katastrophale Beben im März 2011 forderte 19.000 Tote und Verletzte. Das Desaster löste mehrere Kernschmelzen im Atomkraftwerk Fukushima Dai-Ichi aus, bei denen die Blöcke 1 bis 4 zerstört und große Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt wurden. Zehntausende Menschen in der Umgebung mussten fliehen. Es war die schlimmste Nuklearkatastrophe seit dem Atomunfall in Tschernobyl 1986.

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