• The Wall Street Journal

Groupon-Aktie stürzt ab

    Von DREW FITZGERALD

Groupon hat am heutigen Donnerstag über ein Fünftel seines Börsenwerts verloren. Die Aktie stürzt um über 20 Prozent ab. Groupon vermittelt Rabatte von lokalen Anbietern im Netz. Nun hat das Unternehmen den Anlegern mit seinem Quartalsverlust eine herbe Enttäuschung bereitet. Und die Kritik an der aggressiven Wachstumsstrategie des Unternehmens lässt nicht auf sich warten.

Am späten Mittwoch hatte Groupon das Ergebnis zum vierten Quartal mitgeteilt: ein Verlust von 81,1 Millionen Dollar. Das ist noch schlechter als im Jahr zuvor, als rote Zahlen in Höhe von 65,4 Millionen Dollar geschrieben wurden.

Analysten kritisieren das Geschäftsmodell, bei dem die Produkte direkt dem Kunden verkauft werden. Die Bruttomarge fiel auf 55,7 Prozent von 80,4 Prozent - vor allem wegen der Auswirkung des weniger profitablen Direktverkaufs.

"Wir sind einfach nicht davon überzeugt, dass auf lange Sicht mit dem rasch wachsenden Warengeschäft auch Gewinn erzielt wird", sagt etwa Analyst Justin Post von Merrill Lynch. Er hat die Aktie auf Underperform gesenkt, das entspricht einer Verkaufsempfehlung. Post verweist darauf, dass der Online-Händler Overstock.com über Jahre gekämpft hat, um profitabel zu werden.

Der Abstrurz der Aktie hat über 800 Millionen Dollar Börsenwert vernichtet, der in den jüngsten Monaten aufgebaut worden war. Die Groupon-Führung hat lautstark eine aggressive Strategie verkündet, mit der lokale Anbieter in Amerika und andernorts gewonnen werden sollen. Seit dem Börsengang 2011 mit einem Kurs von 20 Dollar hat die Aktie 77 Prozent verloren, auch wenn sie über ihrem Allzeittief vom November bei 2,60 Dollar notiert.

Hinzu kam am Mittwoch noch die zurückhaltende Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal. Das untere Ende der genannten Spanne zwischen 560 und 610 Millionen Dollar liefe auf null Wachstum zum Vorjahr hinaus. Analysten hatten mit einem Umsatz von 650 Millionen Dollar gerechnet.

Jordan Rohan, Analyst bei Stifel Nicolaus, meint denn auch, er habe wenig Vertrauen in die Fähigkeit des Unternehmens, "48 Länder und 500 Märkte gleichzeitig und gewinnträchtig" in Angriff zu nehmen. Das Analysehaus zeigt sich zwar "fasziniert vom Potenzial des Tages-Rabatt-Geschäfts", glaube aber nicht an die Strategie, die den Investoren präsentiert wird.

Die Unternehmensleitung räumte ein, dass die Entwicklung unter der Überexpansion gelitten habe, beharrt aber darauf, in Hunderten von Märkten präsent zu sein. "Wir sind viel zu schnell gewachsen mit viel zu vielen Leuten, weil wir Marktanteile gewinnen wollten", sagte COO Kal Raman. "Und wir haben in den meisten Ländern beachtliche Marktanteile".

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 1. August

    Schlangenzauber in Indien, ein japanischer Ballzauberer in Brasilien, ein bissiger Apfel-Protest in Polen und eine Abkühlung in Südkorea. Das und noch mehr gilt es heute in unseren Bildern des Tages zu entdecken.

  • [image]

    Tiere – Die Geheimwaffe der Tech-Konzerne

    Viele Produkte von Tech-Firmen sind schwer verständlich für Laien. Die Unternehmen haben es darum oft nicht leicht, für sich zu werben. Etliche setzen auf Tiere, um ihre Marke bekannt zu machen. Wir stellen 30 von ihnen vor.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 31. Juli

    Wasser marsch: in Frankreich spielten Kinder am Donnerstag an Springbrunnen, in Deutschland strömten Urlauber ins Freibad und in Indien trotzten Anwohner einem Wolkenbruch. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die teuersten Hotelstädte Europas

    Paris, London, Berlin, Lissabon: Im Sommer locken Städte die Urlauber. Bei den Zimmerpreisen sind die Unterschiede groß. Wir zeigen, wo Touristen sich das Hotel leisten können - und in welchen Städten die saftigsten Preise fällig werden.

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen