• The Wall Street Journal

Asmussen erwartet Zypern-Hilfe bis Ende März

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sieht keine Alternativen zu einem Hilfspaket für Zypern und erwartet, dass dieses bis Ende März steht. Außerdem sprach er sich in einem Interview mit dem Handelsblatt gegen Wechselkursziele aus. Die Grundposition der Europäischen Zentralbank sei unverändert: "Wir haben kein Wechselkursziel."

Eine Verschleppung der Entscheidung über Zypern, das er als systemrelevant bezeichnete, bis nach der Bundestagswahl im September werde nicht funktionieren. "Wenn Zypern keine externe Hilfe erhält, rutscht es in die Zahlungsunfähigkeit." Dann stünden die erreichten Fortschritte bei der Bewältigung der Euro-Krise auf der Kippe. Er sprach sich auch für eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds aus.

Die Unterstützung werde aber an harte Bedingungen geknüpft, sagte Asmussen. Dazu zähle die Verkleinerung des Bankensektors und mehr Transparenz im Finanzsektor. Der Vorwurf, Zypern sei eine Schwarzgeldoase, sollte durch externe Prüfer wie eine internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht werden. Angesichts des auf 17 Milliarden Euro geschätzten Finanzbedarfs müsse das Hilfsprogramm so gestrickt sein, dass die Schulden - ähnlich wie bei Griechenland - für das Land tragfähig sind. Die Finanzlücke entspreche in etwa dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt von Zypern.

Die Idee von Wechselkurszielen hat Asmussen zurückgewiesen. Dafür gebe es keinen Grund. Wechselkurse sollten marktbasiert sein, sagte er in Reaktion auf Vorschläge von Frankreichs Präsident Francois Hollande. Wichtiger seien die Reformen in den Staaten selbst. Für Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien seien nicht die Wechselkurse entscheidend, sondern die Wettbewerbsfähigkeit. Die werde vor allem von Lohnstück- und Bürokratiekosten, Produktivität und Überregulierung beeinflusst.

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