• The Wall Street Journal

American-Express-Kunden können jetzt per Tweet einkaufen

    Von TRICIA DURYEE
[image]

Einkaufen per Tweet - das ist seit Montag mit American Express-Karte möglich.

Wer eine Kreditkarte von American Express besitzt, kann bestimmte Produkte in Zukunft über Twitter kaufen. Dafür muss bloß das eigene Profil mit dem American-Express-Account verknüpft werden. Anschließend kann zum Beispiel eine neue Xbox oder eine Gutscheinkarte innerhalb des sozialen Netzwerkes in den virtuellen Einkaufswagen gelegt werden.

In den vergangenen Jahren hat American Express immer stärker darauf hingearbeitet, dass die Kunden mit Online-Händlern interagieren können. Ein Ergebnis dieser Bemühungen: Amex-Kartenbesitzer können ihren Account mit einer Reihe von sozialen Netzwerken wie Foursquare, Facebook und Xbox Live verbinden. Wenn sie Glück haben, erwartet sie dort ein spezielles Angebot oder ein bestimmter Nachlass.

Doch die Ankündigung vom Montag markiert einen neuen Meilenstein. Zum ersten Mal erlaubt es das Unternehmen seinen Kunden, über ein soziales Netzwerk einzukaufen.

Leslie Berland ist bei American Express für digitale Partnerschaften und die Entwicklung zuständig. Sie hatte vor einem Jahr erklärt, dass das Unternehmen damit beginnen werde, Coupons und Angebote über Twitter zu vertreiben. Seit damals hätten Karteninhaber laut Berland „Millionen von Dollar" bei „tausenden von Händlern" gespart.

Seit Montag können sich nun alle Kreditkarteninhaber für das neue Programm registrieren. Auch wer den Dienst bereits zuvor eingesetzt hat, muss dies tun, weil jetzt auch eine Adresse angegeben werden muss, an die die Waren zugestellt werden sollen.

Anschließend dürfte es ziemlich einfach sein, ein Produkt zu kaufen. Ein Beispiel: Wer den Hashtag #BuyAmexGiftCard25 twittert, erhielt am Montag eine American-Express-Gutscheinkarte im Wert von 25 Dollar für 15 Dollar. American Express antwortet in einem solchen Fall über das soziale Netzwerk und bittet den Kunden, den Kauf per Tweet zu bestätigen. Alle Produkte werden dann innerhalb von zwei Tagen kostenlos zugestellt.

Ab Mittwoch sollen stetig neue Produkte hinzukommen. So soll es ein Kindle Fire HD-Tablet von Amazon für 150 Dollar und eine Xbox 360-Spielekonsole mit 4 Gigabyte Speicher und drei Monaten Xbox Live für 180 Dollar geben. Alle Angebote sollen drei Wochen lang verfügbar sein.

Während es für Karteninhaber leicht sein dürfte, an dem Programm teilzunehmen, ist von Seiten des Kreditkartenunternehmens eine Menge Arbeit nötig, damit alles funktioniert. So wurde ein Kundendienst eingerichtet, der sich um Probleme kümmern soll, die auftreten können. Außerdem muss die Zusammenarbeit mit den Partnern stimmen, damit die Produkte in ausreichender Zahl verfügbar sind und rechtzeitig verschickt werden können. Beides sind keine leichten Aufgaben – und auch nicht gerade billig. Berland bestätigt, dass es „eine Menge Arbeit" gewesen sei.

Die neue Handelsplattform wird zuerst bei Twitter verfügbar sein, später sollen Facebook und andere Netzwerke folgen. Bei den Einnahmen durch das neue Angebot geht Twitter zunächst leer aus. „Wir schreiben ja noch das erste Kapitel", sagt Berland. „Wir sind stark an Twitter interessiert und haben einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Aber das Beste kommt erst noch. Wir sind zuversichtlich, dass das neue Angebot gut laufen wird."

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 29. Juli

    Das Ende des Ramadan im Iran, bunte Ballons in Indien, ein dehnbarer Turner aus Schottland und Badespaß an einem nordkoreanischem Strand: Das und mehr steckt heute in unseren Bildern des Tages.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die teuersten Hotelstädte Europas

    Paris, London, Berlin, Lissabon: im Sommer locken Städte die Urlauber. Bei den Zimmerpreisen sind die Unterschiede groß. Wir zeigen, wo Touristen sich das Hotel leisten können - und in welchen Städte die saftigsten Preise fällig werden.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen