• The Wall Street Journal

Apple-Chef Cook verteidigt seine Bargeldpläne

    Von JESSICA E. LESSIN und THOMAS GRYTA
Associated Press

Auf einer Konferenz der Investmentbank Goldman Sachs machte Apple-Chef Cook seinem Ärger über die Investorenattacke jetzt Luft. „Ich finde es bizarr, dass wir für etwas verklagt werden sollen, das gut für unsere Aktionäre ist", sagte Cook.

Apple -Chef Tim Cook schießt zurück: Auf einer Technologiekonferenz in San Francisco bezeichnete er den Angriff des gefürchteten Großinvestors David Einhorn auf die Finanzstrategie des Konzerns am Dienstag als „bescheuerte Nebenvorstellung".

In der vergangenen Woche hatte Einhorn, ein berüchtigter Hedgefondsmanager in den USA, Apple vor einem New Yorker Bundesgericht verklagt. Er hat es auf die immensen Bargeldreserven von Apple abgesehen und will den Konzern zur Ausschüttung von 137 Milliarden US-Dollar über dividendenstarke Vorzugsaktien zwingen. Cook hatte den Vorschlag als „kreativ" bezeichnet und festgelegt, dass Apple-Aktionäre bei der nächsten Hauptversammlung im Paket über verschiedene Satzungsänderungen abstimmen sollen – unter anderem über die Ausgabe solcher Vorzugsaktien. Einhorn aber hält das für nicht rechtens und hat über seine Finanzfirma Greenlight Capital die Anwälte eingeschaltet.

Auf einer Konferenz der Investmentbank Goldman Sachs machte Apple-Chef Cook seinem Ärger über die Investorenattacke jetzt Luft. „Ich finde es bizarr, dass wir für etwas verklagt werden sollen, das gut für unsere Aktionäre ist", sagte Cook. Er frotzelte, man sollte die Zeit und das Geld, das für den Rechtsstreit draufgehe, besser spenden.

Apple selbst hatte im vergangenen Jahr angekündigt, 45 Milliarden Dollar aus seinen vollen Kassen über drei Jahre hinweg an die Aktionäre auszuschütten. Die Anleger sollen das Geld demnach als Dividenden und über ein Aktienrückkaufprogramm bekommen. Nach dem Vorstoß des Hedgefondsmanagers erklärte Cook, der Technologiekonzern führe bereits „sehr rege Diskussionen" darüber, ob die Aktionäre noch mehr Geld bekommen sollten.

Reuters

David Einhorn,gefürchteter Manager des Hedgefonds Greenlight Capital, will an Apples Geld.

Ein Sprecher des Hedgefonds Greenlight erwiderte Cooks bissige Kommentare: „Wenn Apple meint, der Gerichtsprozess sei eine Verschwendung von Ressourcen, könnte er ja die Sache einfach beenden, indem er sich an geltende Gesetze hält" und die Aktionäre nicht im Paket über die geplanten Änderungen abstimmen lasse.

Die Aktionärsberatung Glass Lewis & Co dagegen teilte am Dienstag mit, Apples Vorschlag sei in Ordnung, auch wenn es „einige Bedenken" gegenüber der Paketabstimmung gäbe. Auch die Aktionärsberatung ISS unterstützt den Vorschlag des Unternehmens.

Cook betonte am Dienstag, dass der enorme Bargeldbestand des Konzerns „kein Loch in unsere Taschen reißt". Apple habe in den vergangenen drei Jahren etwa jeden zweiten Monat eine Firma übernommen. Bisher seien diese Zukäufe eher klein gewesen und es sei dabei vor allem darum gegangen, technologisch weiter zu dominieren. Apple habe zwar auch über den Kauf größerer Firmen nachgedacht, bisher aber noch das Richtige gefunden. Auch in Zukunft wolle man sich Übernahmen gründlich überlegen. „Wir verspüren keinen Druck, Firmen zu übernehmen", sagte Cook.

Investoren äußerten sich positiv zu den Kommentaren des Apple-Chefs. „Ich fand seine Antworten gut", sagte Morris Mark, Präsident von Mark Asset Management in New York. Er sei zuversichtlich, dass der Apple-Chef ernsthaft über Einhorns Vorschlag nachdenke. Seine Firma habe im vergangenen Jahr eine beträchtliche Menge an Apple-Aktien verkauft, nun aber wieder einige erworben.

Als das Gespräch auf neue Produkte fiel, wiederholte Cook einen von ihm gern benutzten Satz: Apple sei jetzt so innovativ wie nie.

Sorgen von Investoren über den Marktanteil des iPhones spielte er herunter. Bisher habe erst die Hälfte aller Mobilfunkkunden weltweit Zugang zum iPhone – es gebe also noch viele potenzielle Kunden. Cook wollte sich nicht dazu äußern, ob der Konzern eine billigere Version des Smartphones auf den Markt bringen werde. Das Unternehmen arbeite daran, günstigere Produkte anzubieten. In dem Zusammenhang nannte er auch das Musikabspielgerät iPod, das es in verschiedenen Ausführungen gibt. „Was wir aber niemals machen werden, ist ein mieses Produkt."

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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