Aktualisiert Sonntag, 29. Juli 2012, 15:11 Uhr

Alles, was Sie über die Olympia-Sportarten wissen müssen

302 – das ist die Zahl der olympischen Goldmedaillen, die in London vergeben werden. Insgesamt treten Sportler in 36 verschiedenen Disziplinen und Unter-Disziplinen an. Aber worum geht es eigentlich beim Bogenschießen, Trampolin oder Synchronschwimmen? Wir haben für Sie alles Wichtige zusammengetragen, damit Sie bei jeder olympischen Sportarten zuschauen und mitreden können.

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Badminton
Seit Barcelona 1992 ist Badminton olympisch – und seither eine Domäne der Asiaten. 11 von 24 Goldmedaillen gingen nach China, jeweils sechs Mal waren Sportler aus Südkorea und Indonesien erfolgreich. Als einziger Europäer konnte 1996 Poul-Erik Høyer Larsen aus Dänemark triumphieren. Deutsche Medaillen gab es bisher nicht, in London hat die Weltranglisten-Neunte Juliane Schenk (Bild) aber Außenseiterchancen. dapd

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Basketball
Der Weg zur Goldmedaille im Basketball führt einmal mehr nur über die USA. Bei 17 Wettbewerben bei den Männern haben die US-Korbjäger bisher 13 Mal den ersten Platz belegt, die Frauen siegten bei sechs von neun Austragungen. Seit Profis bei Olympia starten dürfen, hat sich die Dominanz noch verstärkt. Allerdings gab es eine Ausnahme: 2004 wurden die amerikanischen Männer von Argentinien geschlagen – für die Basketball-Nation ein herber Schlag. 2012 sollen NBA-Superstars wie der frisch gebackenen MvP LeBron James (Bild), Kobe Bryant oder Kevin Durant dafür sorgen, dass sich eine derartige Pleite nicht wiederholt. Aufpassen müssen die USA aber auf Spanien, das ebenfalls mit zahlreichen NBA-Profis antritt und eine kleine Chance haben dürfte. Die deutsche Mannschaft um Superstar Dirk Nowitzki hat die Qualifikation für London verpasst. dapd

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Beachvolleyball
Zum fünften Mal werden in London Volleyball-Medaillen im Sand erspielt. Und das an einem ganz besonderen Ort: Die Beachvolleyball-Anlagen stehen auf dem Gelände der traditionellen Horse Guard Parade. Das allein wird der Sportart eine große Aufmerksamkeit schenken, wobei sich Beachvolleyball ohnehin einer großen Beliebtheit erfreut. Auf dem Programm stehen Wettbewerbe für Männer und Frauen. In der Vergangenheit waren Amerikaner und Brasilianer im olympischen Sand am erfolgreichsten. Für Deutschland holten Jörg Ahmann und Axel Hager 2000 in Sydney mit Bronze die bisher einzige Medaille. dapd

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BMX
BMX ist die jüngste aller olympischen Sportarten. 2008 in Peking waren die rasanten BMX-Radler erstmals mit dabei. Goldmedaillen gingen dort nach Lettland und Frankreich. In London sind 32 Männer und 16 Frauen am Start, die auf einer 450 Meter (Frauen: 440 Meter) langen Strecke mit vielen Sprüngen, Buckeln und engen Kurven um olympisches Edelmetall kämpfen. dapd

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Bogenschießen
Der Wettkampf mit Pfeil und Bogen hat eine mehr als 10.000 Jahre alte Tradition, steht bei den Olympischen Spielen aber im Hintergrund – zumindest in Deutschland: Dabei feierte die Sportart 1972 bei den Spielen in München nach 52-jähriger Pause ihr olympisches Comeback und zwei Medaillen konnten die Deutschen auch sammeln: 1996 gab es Silber, 2000 Bronze – jeweils für die Damen-Mannschaft.
In London werden Medaillen in vier Wettbewerben vergeben: Männer und Frauen treten jeweils im Einzel und mit der Mannschaft an. dapd

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Boxen
Seit 1904 wird bei den Olympischen Sommerspielen ununterbrochen geboxt. In London gibt es allerdings eine Premiere: Erstmals dürfen in diesem Jahr auch Frauen olympisch boxen. Am Start sind ausschließlich Amateure, doch viele Olympiasieger gelangten später auch bei den Profis zu Weltruhm: Cassius Clay, George Foreman, Henry Maske (Bild) und Vladimir Klitschko holten allesamt olympisches Gold, ehe sie bei den Profis Weltmeistertitel sammelten. Deutsche Sportler sammelten in den vergangenen mehr als 100 Jahren insgesamt 42 Medaillen, davon neun goldene. 2008 in Peking ging das deutsche Team allerdings leer aus. dapd

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Fechten
Der Fechtsport hat eine lange Tradition, seine Wurzeln reichen bis in die Antike zurück. Da wundert es nicht, dass auch bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit gefochten wurde. Die Waffen sind bis heute die gleichen, allerdings kommen bei Olympia nicht immer alle gleichermaßen zum Einatz. Im ExCel, der größten Sporthalle der Londoner Spiele, in der neben Tischtennis und Gewichtheben auch sämtliche Kampfsportarten ausgetragen werden, fechten Männer und Frauen im Einzel mit Säbel, Degen und Florett. In der Mannschaft allerdings fehlt bei den Männern die Degen-, bei den Frauen die Säbel-Wertung. Mit Britta Heidemann hat auch eine Deutsche ihren Titel zu verteidigen, sie holte in Peking 2008 Gold mit dem Degen. dapd

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Fußball
Fußball hat bei Olympia eine lange Tradition. 1908 gab es erstmals ein olympisches Fußballturnier. Gastgeber war damals – London. 104 Jahre später spielen die Kicker nur eine Nebenrolle bei Olympia. Der Abstieg begann 1930 mit der Einführung der Fußball-Weltmeisterschaften. Während dort sämtliche Stars des Sports auflaufen, spielen bei Olympia heutzutage bei den Männern Juniorenmannschaften, die allenfalls um ein paar Routiniers ergänzt werden dürfen.
Bei den Frauen ist das anders, hier dürfen die „richtigen" Nationalmannschaften antreten. Die starken deutschen Damen haben das genutzt und bei den letzten drei Olympischen Spielen jeweils Bronze gewonnen. In London werden sie das nicht wiederholen können, da sie nicht qualifiziert sind. Das gleiche gilt für die deutschen Männer. Deren letzte Medaille liegt inzwischen bereits 24 Jahre zurück. Damals holten sie in Seoul Bronze. Auch Rekordweltmeister Brasilien ist bisher bei Olympia ohne Titel. Mit Nachwuchsstar Neymar (Bildmitte) will die Selecao das in London ändern. dapd

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Gewichtheben
Es war wohl einer der emotionalsten Momente bei Olympischen Spielen überhaupt: Nach seinem Titelgewinn in Peking widmete Superschwergewichtler Matthias Steiner die Goldmedaille seiner verstorbenen Ehefrau und hielt bei der Siegerehrung ihr Foto hoch. Nachdem er nach Olympia mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte, ist Steiner in London wieder am Start. Insgesamt werden bei den Gewichthebern Medaillen in 15 Gewichtsklassen vergeben: Bei den Männern gibt es acht Gewichtsklassen von 56 bis 105 Kilogramm aufwärts, die Frauen treten in sieben Klassen an: von 48 bis 75 Kilogramm und mehr. Olympiasieger wird, wer in zwei Disziplinen – dem Reißen und dem Stoßen – das höchste Gewicht in die Luft stemmen kann. Bei den Besten kann das durchaus das Dreifache ihres Körpergewichts sein. dapd

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Handball
Dass Handball olympisch ist, war seit jeher ein deutsches Interesse. 1936 bei den Spielen in Berlin stand Handball erstmals im Programm. Danach verschwand der Sport wieder in der olympischen Bedeutungslosigkeit. 1972 bei den Spielen in München nahmen die Veranstalter einen neuen Anlauf – und schafften es, die Sportart dauerhaft im Programm zu etablieren. Misst man es am Medaillenerfolg, hat den Deutschen ihr Einsatz allerdings wenig gebracht. Gold gab es lediglich 1936 für das Deutsche Reich und 1980 für die DDR. Für das west- bzw. gesamtdeutsche Team sprangen 1984 und 2004 zwei Silbermedaillen heraus. Bei den Frauen, die seit 1976 bei Olympia dabei sind, stehen sogar zwei Medaillen für die DDR zu Buche. An dieser Bilanz wird sich auch in London nichts ändern. Weder die Männer noch die Frauen haben sich für das olympische Handballturnier qualifiziert. dapd

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Hockey
Der Hockeysport hat seine Ursprünge in England. Und so war es auch England, das Hockey 1908 in London ins Olympische Programm aufnahm – zumindest für Männer. Frauen durften erst 1980 in Moskau erstmals mitwirken. Die britischen Wurzeln des Sports zeigten sich lange auch in der olympischen Siegerliste. Bis einschließlich 1988 gingen die Goldmedaillen nach England oder in die (ehemaligen) Kolonien Indien, Pakistan, Australien und Neuseeland – mit einer Ausnahme: 1972 in München siegte Deutschland. Dieses Kunststück gelang den Deutschen noch zweimal: 1992 in Barcelona und vor vier Jahren in Peking (Bild). Die Frauen waren 2004 in Athen erfolgreich. In London gehören beide Teams erneut zum Favoritenkreis. dapd

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Judo
Die Kampfkunstexperten aus Japan sorgten 1964 bei den Spielen in Tokio dafür, dass Judo in die Liste der olympischen Sportarten aufgenommen wurde. Und die Japaner sind auch bis heute die erfolgreichste Nation. Aber auch die Deutschen können einige Achtungserfolge vorweisen: Viermal holten deutsche Judoka Gold, zuletzt Ole Bischof 2008 in Peking im Halbmittelgewicht.
In London werden insgesamt 14 Goldmedaillen in verschiedenen Gewichtsklassen vergeben – sieben bei den Frauen und sieben bei den Männern. dapd

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Kanu
Im Kanusport haben die Deutschen in den vergangenen Jahrzehnten so viele Medaillen gesammelt wie in kaum einer anderen Sportart. Allein bei den letzten fünf Olympischen Spielen gab es 19 Mal Gold. Und Birgit Fischer ist mit sieben Siegen erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten.
Im olympischen Programm ist der Kanu Sprint seit 1936. Bis 1956 trug er dem Namen aber nur bedingt Rechnung, denn die längste Distanz betrug 10.000 Meter. In London gibt es insgesamt zwölf Wettbewerbe über 200, 500 und 1.000 Meter, bei denen die Sportler im Kajak (sitzend) oder Kanadier (stehend) auf die Regattastrecke im Eton Dorney, 25 Meilen westlich von London, gehen. dapd

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Kanu-Slalom
Während die „traditionellen" Kanuten in ruhigem Wasser geradeaus fahren, geht es beim Kanu-Slalom rasanter zur Sache. Im Wildwasser müssen die Kanuten verschiedene Aufwärts- und Abwärtstore durchfahren – und das möglichst, ohne zu kentern. 1972 in München war der Kanu-Slalom erstmals im olympischen Programm, seit 1992 ist er fester Bestandteil der Spiele. Medaillen gibt es im Kanadier-Einer und –Zweier sowie im Kajak-Einer bei den Männern, die Frauen fahren lediglich im Kajak-Einer. 2008 gab es für die deutschen Kanuten eine Medaille für Alexander Grimm (Bild) im Einzel – und die glänzte golden. dapd

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Leichtathletik
Die olympischen Leitathletik-Wettbewerbe sind ein Großevent für sich: 2.000 Sportler treten in 47 Disziplinen an – vom 100-Meter-Lauf bis zum Marathon. Anders als üblich endet letzterer dabei nicht im Olympia-Stadion, sondern auf „The Mall", unweit des Buckingham Palace im Herzen Londons.
Für die deutsche Olympia-Mannschaft geht es in London um Wiedergutmachung: Vor vier Jahren in Peking gab es in der Leichtathletik lediglich eine Bronzemedaille durch Speerwerferin Christina Obergföll. Die größten Hoffnungen ruhen auch diesmal wieder auf den Werfern und Werferinnen. dapd

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Moderner Fünfkampf
Schießen, Fechten, Schwimmen, Springreiten und Laufen – das sind die Disziplinen des Modernen Fünfkampfs. In London feiert die Disziplin, die von Pierre de Coubertin, dem Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit ins Leben gerufen wurde, ihr 100-jähriges Olympia-Jubiläum, Frauen dürfen allerdings erst seit dem Jahr 2000 teilnehmen. Zu den drei Olympiasiegerinnen, die es seither gegeben hat, gehört auch eine Deutsche: 2008 in Peking holte sich Lena Schöneborn (Bild) Gold im Modernen Fünfkampf. Ihren männlichen Kollegen ist das in 100 Jahren dagegen bisher verwehrt geblieben. Die einzige Medaille für Deutschlands Männer gewann 1928 Helmuth Kahl, der Bronze holte. dapd

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Mountainbike
Etwas länger, nämlich seit 1996, sind auch die Mountainbiker bei Olympia dabei. In der vermutlich schmutzigsten aller Disziplinen treten Männer und Frauen jeweils im Massenstart gegeneinander an. Auf einer ruckeligen, bergigen und – je nach Wetter – matschigen Strecke müssen sie sich gegen die Konkurrenz behaupten. Bei den Männern waren die olympischen Mountainbike-Rennen bisher eine französische Domäne: Seit 2000 ging die Goldmedaille stets nach Frankreich. Bei den Frauen gab es 2008 eine deutsche Siegerin: Sabine Spitz (Bild), in Athen 2004 bereits Dritte, sicherte sich in Peking Gold. dapd

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Radrennen (Straße)
Radsport gibt es bei Olympia in verschiedensten Varianten. Die Stars der Branche treten auf der Straße an. Kurz nach der Tour de France ist es für die Radprofis der nächste Höhepunkt. Männer und Frauen haben jeweils zwei Chancen auf olympisches Edelmetall: Im Straßenrennen und im Zeitfahren.
Die Olympia-Historie reicht weit zurück. 1896 und 1906 gab es jeweils Straßenrennen, von 1912 bis 1932 traten die Männer dann im Zeitfahren gegeneinander an, um anschließend wieder zum Straßenrennen zu wechseln. Seit 1996 sind schließlich beide Disziplinen im Programm. Die Frauen treten seit 1984 im Straßenrennen und seit 1996 im Zeitfahren an. Deutsche Medaillen gab es einige.
In London müssen die Männer 250 Kilometer absolvieren, ehe sie auf der Mall im Zentrum Londons um Gold sprinten. Die Frauen, die seit dem Spielen 1984 in Los Angeles bei Olympia auf der Straße mitradeln, fahren insgesamt 140 Kilometer. Das Zeitfahren ist auf 44 bzw. 29 Kilometer angelegt. Die Hoffnungen der Briten ruhen auf Tour-de-France-Dominator Bradley Wiggins (Bild). Für Deutschland könnten Sprinter Andre Greipel und Tony Martin im Zeitfahren Medaillen holen. dapd

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Radrennen (Bahn)
An die Distanzen, die die Profis auf der Straße fahren, kommen die Bahnradfahrer nicht heran. Dafür sind sie mit einem deutlich höheren Tempo unterwegs. In fünf Disziplinen werden im Londoner Velodrom Medaillen vergeben: Im Sprint, Keirin (Bild) und Omnium sowie im Team-Sprint und in der Mannschafts-Verfolgung – und zwar sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Letztere sind übrigens erst seit 1988 olympisch, die Männer dagegen sind seit den ersten Spielen im Jahr 1896 dabei.
Für Deutschland war das Bahnradfahren immer eine gute Disziplin, in der viele Medaillen gesammelt wurden. 2008 in Peking gab es allerdings lediglich zwei Medaillen. Dafür räumten die Briten mit sieben Goldmedaillen ganz groß ab. Und das möchten sie bei den Spielen in der Heimat nur zu gerne wiederholen. ap/dapd

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Reiten
Hoch zu Ross werden bei Olympia seit 1900 Medaillen erkämpft. Und 1912 wurden erstmals alle drei Disziplinen ausgetragen, die auch heute noch im Programm sind: Springreiten, Dressur und Military – ein Vielseitigkeits-Wettbewerb aus Springen, Dressur und einem Geländeparcours. In London werden im schmucken Greenwich Park direkt an der Themse sechs Olympiasieger ermittelt – jeweils im Einzel und im Doppel.
Aus deutscher Sicht regnete es bei den olympischen Reitwettbewerben stets Medaillen. Die deutsche Dressur-Mannschaft etwa ist bei Olympia seit 1980 unbesiegt. 2008 stahlen ihnen allerdings die Vielseitigkeitsreiter die Show, die sowohl im Team als auch im Einzel durch Hinrich Romeike die Goldmedaille holten. dapd

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Rhythmische Sportgymnastik
Zum achten Mal sind die Athletinnen der Rhythmischen Sportgymnastik bei Olympia dabei. Insgesamt 96 Turnerinnen treten in der Wembley Arena im Einzel und Team an. Ihre Sportgeräte: Seile, Reifen, Keulen, Bänder und Bälle. Und – ganz wichtig: Musik. 2008 gingen beide Goldmedaillen nach Russland. dapd

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Ringen
Das Ringen war schon Disziplin der Olympischen Spiele der Antike und ist auch in der Neuzeit seit der Premiere 1896 im Programm. Das gilt zumindest für die Wettbewerbe im griechisch-römischen Stil, bei denen ausschließlich der Oberkörper als Angriffsfläche dient. Seit 1904 wird bei Olympia auch im Freistil gerungen. Hier kann der Gegner seine Griffe und Würfe auch unterhalb der Gürtellinie ansetzen. Im Jahr 2004 wurden erstmals auch Freistil-Ringerinnen zugelassen.
Überragende Ringer-Nation in der Olympia-Geschichte ist Russland. Auch 2008 holten die Russen sechs Goldmedaillen. Für Deutschland gewann Schwergewichtler Mirko Englich Silber im griechisch-römischen Stil. In London werden insgesamt 18 Medaillen vergeben: Bei den Männern jeweils sieben im griechisch-römischen und im freien Stil, bei den Frauen vier im Freistil. dapd

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Rudern
Beim Thema Rudern in London denkt man automatisch an das Traditionsrennen, das sich Studenten aus Oxford und Cambridge seit 1829 alljährlich auf der Themse liefern. Bei den Olympischen Spielen dürfen die Ruderer das ruhigere Gewässer auf der Regattastrecke in Eton Dorney nutzen. Und die Strecken sind auch deutlich sind mit 2.000 Metern auch nicht einmal ein Drittel so lang wie die des „Boat Race". Insgesamt werden 14 Wettbewerbe ausgetragen – mit und ohne Steuermann bzw. Frau, im Einer, Zweier, (Doppel-)Vierer und Achter. Die Blicke der Deutschen richten sich vor allem auf die Königsklasse. Der Deutschland-Achter (Bild) wurde zuletzt drei Mal in Folge Weltmeister und ist seit 2009 unbesiegt. Diese Serie soll bei Olympia natürlich halten. Die Bilanz von Peking wäre in diesem Fall schon übertroffen: Vor vier Jahren holten deutsche Ruderer gerade eine silberne und eine Bronze-Medaille. dapd

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Schießen
Die Sportschützen gehören zu der Gruppe von Sportlern, die außerhalb der Olympischen Spielen in der Öffentlichkeit und den Medien völlig ignoriert werden. Bei Olympia ist das anders. Hier gibt es in vielen Ländern Livebilder von den Wettbewerben mit Pistole, Luftgewehr, Trap, Skeet oder im Dreistellungskampf. Insgesamt gibt es für die Schützen in London 15 Goldmedaillen zu holen. Geschossen wird standesgemäß auf dem Gelände der Royal Artillery Barracks im Südosten Londons, die von 1716 bis 2007 Standort der britischen Armee waren. dapd

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Schwimmen
Nach den Leichtathleten stellen die Schwimmer die zweitgrößte Athletengruppe bei den Spielen. Insgesamt 950 Athleten werden in London kraulend oder im Schmetterling, auf dem Rücken oder der Brust um 34 Medaillensets kämpfen. Und das auf Strecken von 50 Metern bis 10 Kilometer. Der Vielzahl an Disziplinen ist es auch geschuldet, dass beim Schwimmen immer wieder olympische Rekorde gebrochen und Athleten zu Legenden werden. Legenden wie Mark Spitz, der bei Olympia 1972 in München sieben Goldmedaillen holte – jeweils mit Weltrekord. Oder Michael Phelps (Bild), der diese Leistung 2008 noch toppte und acht Mal erfolgreich war. Da konnte die Britta Steffen nicht mithalten. Mit zwei Goldmedaillen gehörte sie in Peking aus deutscher Sicht trotzdem zu den unumstrittenen Stars. dapd

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Segeln
Mit Wettkämpfen in den Klassen 6, 8 und 12 Meter startete im Jahr 1908 die olympische Segelgeschichte. Heute heißen die Bootsklassen, in denen bei Olympia gesegelt wird, RS-X, 470er, Laser, Finn oder Star. Insgesamt zehn Wettbewerbe werden in Weymouth und Portland an der Südküste Englands ausgetragen – sechs für Männer und vier für Frauen. dapd

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Synchronschwimmen
Die Synchronschwimmerinnen – auch Wasserballett genannt - ist neben der Rhythmischen Sportgymnastik die einzige olympische Disziplin, bei der nur Frauen am Start sind. Im Duett oder zu acht vollführen die Athletinnen im Wasser Figuren und Bewegungen in doppelter Synchronität – einerseits mit der Musik, aber auch mit den anderen Schwimmerinnen. Am besten gelang das in der Vergangenheit meist den Russinnen, deutsche Medaillen gab es seit der olympischen Premiere im Jahr 1984 nicht. dapd

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Taekwondo
Fußtechnik (Tae), Handtechnik (Kwon), Kunst (Do) – das sind die Bestandteile des Taekwondo-Sports, der erstmals 1988 bei den Spielen in Südkorea, dem Ursprungsland dieser Kampfform, als „Demonstrations"-Disziplin zu olympischen Ehren. Offiziell im Programm ist Taekwondo seit Sydney 2000. Nach Kunst sehen die Kämpfe für Laien oft nicht, vielmehr ist Taekwondo eine der härtesten olympischen Sportarten überhaupt: Fast der ganze Körper und auch der Kopf sind mögliche Trefferflächen. Gekämpft wird in London in acht Gewichtsklassen – vier bei den Männern und vier bei den Frauen. 2008 in Peking holten Südkoreaner vier von acht möglichen Goldmedaillen. Die einzige deutsche Medaille gab es im Premierenjahr 2000, als Faissal Ebnoutalib Silber im Weltergewicht gewann. dapd

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Tennis
Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit waren die Tennisspieler mit dabei. 1924 flog der Sport jedoch aus dem Programm und wurde – nach einem Zwischenspiel 1968 – erst 1984 wieder fest aufgenommen. Für Steffi Graf kam das genau richtig. Deutschlands Tennis-Star siegte in Los Angeles und wiederholte den Erfolg 1988, womit sie als bisher einziger Tennis-Profi den „Golden Slam" holte – alle vier Grand-Slim-Titel und Gold bei Olympia in einem Jahr. Für andere Stars des Tennis-Zirkus ist der Traum vom Olympiasieg dagegen bisher unerfüllt: So war der Schweizer Superstar Roger Federer 2008 zwar im Doppel mit Stan Wawrinka erfolgreich (Bild). Eine olympische Goldmedaille fehlt Federer aber noch in seiner beeindruckenden Titelsammlung – im Gegensatz zu Dauerrivalen Rafael Nadal, der 2008 in Peking gewann. Die Spiele in London könnten für den 30-jährigen Schweizer bereits die letzte Chance sein. Die Voraussetzungen sind aber gut. Denn das olympische Tennisturnier wird auf dem Rasen von Wimbledon ausgetragen, wo Federer gerade erst seinen 17. Grand-Slam-Titel holte. dapd

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Tischtennis
Für die Tischtennisspieler wird Olympia in London eine Ernüchterung bringen. Vor vier Jahren in Peking – dem Mutterland des Tischtennis – stand die Sportart extrem im Fokus. Das wird in diesem Jahr so nicht sein. Auch weil die Medaillenvergabe schon vorher festzustehen scheint: In Peking holten die Chinesen sämtliche Einzelmedaillen und die beiden Mannschafts-Titel. In London, wo Männer und Frauen erneut in Einzel und Team-Wettbewerb an den Start gehen, dürfte die Tischtennis-Supermacht ähnlich abschneiden. Einer, der etwas dagegen hat, ist Timo Boll (im Bild mit Chinas Weltmeister Zhang Jike). Deutschlands Ausnahmespieler träumt nach Silber im Team-Wettbewerb vor vier Jahren von einer Steigerung in London. Und auch eine Einzelmedaille würde sich Boll zu gerne umhängen. dapd

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Trampolin
Seit dem Jahr 2000 gibt es neben dem Turnen und der Rhythmischen Sportgymnastik eine weitere gymnastische Disziplin bei Olympia. Mit 32 Teilnehmern – jeweils 16 Frauen und Männer – treten beim Trampolinspringen aber so wenige Sportler an wie in keiner anderen olympischen Disziplin. Sie müssen auf dem 5,05 mal 2,91 Meter großen Trampolin insgesamt zehn verschiedene Sprünge mit ein- bis dreifachen Salti und Schrauben zeigen. Wer die Medaillen erspringt, entscheiden Kampfrichter. 2008 hatten bei Männern und Frauen Chinesen die Nase vorne. Mit Anna Dogonadze gewann vier Jahre zuvor in Athen aber auch eine Deutsche bereits Gold auf dem Trampolin. dapd

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Triathlon
Der Triathlonsport hat einen enormen Aufschwung erlebt. War es früher für viele Freizeitsportler erstrebenswert, einmal im Leben einen Marathon zu laufen, gilt jetzt der Triathlon als ultimativer Kick. Das liegt auch daran, dass der Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen sich nicht mehr auf die Ironman-Distanz aus 3,9 km Schwimmen, 180 Schwimmen und Marathon beschränkt. Die olympische Distanz beschränkt sich auf 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen. Für die deutschen Teilnehmer waren Triathlon-Wettbewerbe bislang durchaus attraktiv. Bei der Premiere 2000 gewann Stephan Vuckovic Silber, 2008 in Peking stand Jan Frodeno (Bild) ganz oben auf dem Siegertreppchen. dapd

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Turmspringen
Wie die Schwimmer gehören auch die Turm- bzw. Wasserspringer zu den Urgesteinen der Olympischen Spiele. Seit 1904 sind die Männer, seit 1912 auch die Frauen am Start. Vergleichsweise neu sind dagegen die Wettbewerbe im Synchronspringen, die erst seit Sydney 2000 bei Olympia ausgetragen werden. Lange Zeit waren die Sprungwettbewerbe aus 3 und 10 Metern Höhe eine Domäne der Amerikaner. Seit den 1990er Jahren hat sich das Gewicht aber kontinuierlich in Richtung China verschoben. Beim Heimspiel in Peking vor vier Jahren holten die Chinesen – im Einzel und Doppel - sieben von acht möglichen Goldmedaillen. Für die Deutschen sprangen immerhin eine Silber- und eine Bronzemedaille im Synchronspringen heraus. dapd

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Turnen
Seit den Spielen 1924 in Paris wird bei Olympia geturnt. In der Londoner North Greenwich Arena werden insgesamt 14 Goldmedaillen vergeben: Die Frauen treten am Boden, Schwebebalken, Stufenbarren und Pferdsprung sowie im Mehrkampf und Mannschaftswettbewerb an. Bei den Männern werden die Olympiasieger am Boden, Barren, Reck, Pferdsprung, Seitpferd und an den Ringen sowie ebenfalls im Mehrkampf im Einzel und mit der Mannschaft gekürt. Haushohe Favoriten sind die Chinesen, die 2008 neun von damals 122 Goldmedaillen holten. Die deutschen Hoffnungen ruhen einmal mehr auf Fabian Hambüchen (Bild), der in Peking Bronze am Reck gewann. dapd

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Volleyball
In den Mannschaftssportarten ist Deutschland bei Olympia 2012 so schwach vertreten wie selten zuvor: Keine Fußballer, keine Handballer, keine Basketballer. Im Volleyball - nicht gerade die Paradesportart der Deutschen - sind immerhin die Männer dabei. Ob sie es schaffen, nach der DDR-Auswahl 1980 (Silber) die zweite Medaille seit Olympia-Einführung 1964 zu holen, ist aber zweifelhaft. Insgesamt treten in London zwölf Männer- und zwölf Frauenteams an. Vor vier Jahren waren die Finals eine rein amerikanisch-brasilianische Angelegenheit. Bei den Frauen siegte Brasilien, bei den Männern die USA. dapd

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Wasserball
Seit den Spielen im Jahr 1900 in Paris ist Wasserball olympisch. Genau 100 Jahre später durften auch die Frauen erstmals um olympische Wasserball-Medaillen spielen. Für Deutschland steht seit dem zweiten Weltkrieg eine magere Bronzemedaille von den Spielen 1984 in Los Angeles zu Buche. Deutlich besser beherrschen die Ungarn die Kombination aus Schwimmen, Passen und Werfen. Sie holten bereits neun Mal olympisches Gold, etwa bei den letzten drei Spielen in Sydney, Athen und Peking. dapd