"Wie der Januar, so das ganze Jahr", lautet ein bekanntes Börsenmotto. Gut zweieinhalb Prozent hat der Dax seit der Jahreswende verloren. "Die Tendenz im ersten Monat des Jahres gilt oft als Vorbote für die Entwicklung im Gesamtjahr", warnt Jörg Scherer, Marktanalyst von HSBC HSBA.LN +0,83% HSBC Holdings PLC (UK Reg) U.K.: London GBp583,30 +4,80 +0,83% 30 Mrz. 2015 16:39 Volumen (​15 Min. verzögert) : 17,21 Mio. KGV 13,30 Marktkapitalisierung 111,18 Milliarden GBp Dividendenrendite 8,09% Umsatz/Mitarbeiter 216.879 GBp Trinkaus.

Im Falle eines positiven Verlaufs für den Dow Jones Index im Januar bestünde eine Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent, dass das Jahr ebenfalls positiv verläuft, haben die Analysten von Wellenreiter-Invest errechnet. Tatsächlich ist der Dow im Januar aber um gut 5 Prozent gefallen. Ein Negativwert im Januar führte laut Wellenreiter-Invest in der Vergangenheit in 26 von 41 Fällen zu einem Jahresminus im Dow Jones Index. Die Wahrscheinlichkeit für ein Minusjahr beträgt somit 63,4 Prozent. Bei einem deutlichen Januarabschlag von 3,5 Prozent oder mehr steige die Wahrscheinlichkeit sogar auf 80 Prozent, so die Wellenreiter-Analysten.

Was in der kommenden Woche die Märkte bewegt

Nun steht zunächst der Februar vor der Tür. Statistisch gesehen ist er einer der schwächsten Börsenmonate, die durchschnittliche Kursentwicklung an der Wall Street liegt nahe an der Nulllinie.

Im Dax ist aus technischer Sicht der Hausse-Trend bei knapp 9.000 Punkten noch intakt. Trotzdem dürfte sich der Sturm, der in der zweiten Januarhälfte an den Märkten aufgezogen ist, so schnell nicht legen. Die US-Notenbank Fed hat die Nervosität weiter angeheizt. Zwar war der weitere Einschnitt um monatlich 10 Milliarden Dollar bei den Anleihekäufen weitgehend erwartet worden. Wegen der Schwellenländerkrise hatten Marktteilnehmer aber darauf gehofft, dass eine Pause im Ausstiegsplan wenigstens verbal angedeutet werden könnte. Darauf hat aber die Erklärung der Fed keinerlei Hinweise gegeben. "Da fehlt jede Geste, und das verstimmt", sagt Anita Paluch, Händlerin der Varengoldbank.

Auch der indische Notenbankchef Raghuram Rajan greift die Fed deshalb scharf an. Während der Finanzkrise habe sie davon profitiert, dass die Schwellenländer die Welt aus der Krise gezogen hätten, und nun lasse die Fed sie im Regen stehen. Rajan hatte vor seiner Ernennung zum Zentralbankchef den Professorenstuhl von Milton Friedman an der Universität Chicago innegehabt, also den Sitz des Berühmtesten aller Monetaristen.

Aktuelle Stärke des Yen negativ für die weltweiten Börsen

Besonders brisant ist die Lage im japanischen Yen. Dieser hat seinen Abwärtstrend zumindest unterbrochen. Auf den ersten Blick mag es merkwürdig erscheinen, dass angesichts der unterschiedlichen geldpolitischen Ansätze in den USA bzw. in Japan ausgerechnet der Yen nun steigt. "Das liegt daran, dass die langfristigen US-Zinsen mit der geldpolitischen Normalisierung fallen", sagt Chris Weston von IG Markets. Denn die Inflationserwartungen in den USA gehen mit der geldpolitischen Wende zurück. Das macht den Dollar unattraktiver – zumindest gegenüber den Währungen, die wie der Yen in unsicheren Zeiten traditionell als so genannte sichere Anlagehäfen dienen.

"Der Yen gibt den Herzschlag aller Bewegungen an", sagt Chris Weston von IG Markets. Viele Anleger sind auf einen fallenden Yen positioniert und haben ihre weltweiten Investitionen in Yen finanziert, das sind die so genannten Carry-Trades. Jeder Anstieg des Yen zwingt diese Anleger zum Auflösen zumindest eines Teils ihrer weltweiten Positionen, was den Sturm an den Märkten weiter anfachen könnte. Chris Zwermann von Zwermann Financial erwartet deshalb, dass die Korrekturen bis in den April hinein anhalten. Dann könnte sich die US-Notenbank doch noch zu einer Pause im so genannten Tapering gezwungen sehen.

Anlass zur Sorge gibt auch die Stimmung an den Märkten. Wie die aktuelle Umfrage von cognitrend zur Stimmung am deutschen Aktienmarkt zeigt, ist der Anteil der Dax-Bullen in dieser Woche um 16 Prozentpunkte auf nun 55 Prozent gewachsen. "Schnell wieder günstig einsteigen", das sei das Motto gewesen, sagt cognitrend-Analyst Gianni Hirschmüller. Die Gefahr, die von der Entwicklung ausgehe, sei nicht zu unterschätzen. "Denn das Gefühl, alles im Griff zu haben, könnte dazu führen, Signale zu übersehen, die am Ende vielleicht doch auf eine Trendwende hindeuten", ergänzt er.

In der kommenden Woche tagt die Europäische Zentralbank. EZB-Präsident Mario Draghi könnte sich ausgesprochen taubenhaft äußern, erwarten Beobachter. Sollte der Euro daraufhin fallen, könnte das an den Aktienmärkten aber nach hinten losgehen, weil dann ausländische Anleger erst recht die Reißleine ziehen könnten.

Bei den US-Konjunkturdaten stehen der Arbeitsmarktbericht und die ISM-Indizes im Blick. Munter weiter geht es mit der Berichtssaison: Hier stehen unter anderem die Geschäftszahlen der UBS, von Munich Re, MUV2.XE +1,43% Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft AG Germany: Xetra 202,35 +2,85 +1,43% 30 Mrz. 2015 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 613.149 KGV 11,09 Marktkapitalisierung 34,50 Milliarden € Dividendenrendite 3,83% Umsatz/Mitarbeiter 1.302.520 € GlaxoSmithKline, GSK.LN +0,96% GlaxoSmithKline PLC U.K.: London GBp1.584,50 +15,00 +0,96% 30 Mrz. 2015 16:36 Volumen (​15 Min. verzögert) : 6,42 Mio. KGV 27,65 Marktkapitalisierung 76,35 Milliarden GBp Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 234.944 GBp HeidelbergCement, HEI.XE +1,22% HeidelbergCement AG Germany: Xetra 73,24 +0,88 +1,22% 30 Mrz. 2015 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 496.963 KGV 28,28 Marktkapitalisierung 13,60 Milliarden € Dividendenrendite 1,02% Umsatz/Mitarbeiter 280.886 € Sanofi, SAN.FR +1,10% Sanofi S.A. France: Paris 92,70 +1,01 +1,10% 30 Mrz. 2015 17:36 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,35 Mio. KGV 27,75 Marktkapitalisierung 120,97 Milliarden € Dividendenrendite 3,07% Umsatz/Mitarbeiter 297.544 € Daimler, Vodafone, VOD.LN -0,16% Vodafone Group PLC U.K.: London GBp224,35 -0,35 -0,16% 30 Mrz. 2015 16:39 Volumen (​15 Min. verzögert) : 41,49 Mio. KGV 0,01 Marktkapitalisierung 59,57 Milliarden GBp Dividendenrendite 3,21% Umsatz/Mitarbeiter 449.117 GBp AstraZeneca AZN.LN +0,86% Astrazeneca PLC U.K.: London GBp4.726,50 +40,50 +0,86% 30 Mrz. 2015 16:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,12 Mio. KGV 81,79 Marktkapitalisierung 59,20 Milliarden GBp Dividendenrendite 5,29% Umsatz/Mitarbeiter 275.621 GBp und Arcelor zur Veröffentlichung an.

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