An der Wall Street geht es zum Wochenausklang nochmals leicht aufwärts. Der S&P-500 klettert gleich nach Handelsbeginn auf ein neues Rekordhoch bei 1.962 Punkten, und auch der Dow-Jones-Index ist von seinem Höchststand nicht mehr weit entfernt. Von Konjunkturseite sind keine Impulse zu erwarten. Unternehmensnachrichten bewegen in Einzelfällen die Kurse. Unter anderem fallen Oracle -Aktien deutlicher, nachdem Quartalszahlen und Ausblick des SAP-Rivalen die Erwartungen verfehlt haben. Der Verfalltermin am heutigen Freitag wird wohl immerhin die Umsätze aufblähen.

Kurz nach der Startglocke steigt der Dow-Jones-Index um 0,2 Prozent auf 16.959 Punkte. Der S&P-500 gewinnt 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite ebenfalls 0,1 Prozent.

Marktbeobachter rechnen mit einer eher verhaltenen Entwicklung. Der Markt brauche eine Pause, meint Wayne Kaufman von Rockwell Securities. Auch in der kommenden Woche dürften die Kurse noch nicht wieder zum Gipfelsturm ansetzen. Kaufman hält den Bullenmarkt gleichwohl für intakt.

Am Anleihemarkt geben die Kurse nach. Die Rendite zehnjähriger Treasurys steigt im Gegenzug um 3 Basispunkte auf 2,65 Prozent. Die Anleger zweifelten an der Aussage von Fed-Chefin Yellen, dass die jüngsten höheren Inflationswerte nur "Rauschen" seien, sagt ein Händler.

Gewinnmitnahmen lassen den Goldpreis etwas zurückkommen, nachdem er am Donnerstag deutlich über die Marke von 1.300 Dollar gestiegen war. Die Feinunze ermäßigt sich um 0,6 Prozent auf 1.312 Dollar.

Die Ölpreise zeigen keine einheitliche Tendenz, nachdem sie in den vergangenen Tagen Auftrieb vom Konflikt im Irak erhalten haben. Das Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI kostet 107,05 Dollar nach 106,43 am Donnerstagabend. Brent-Öl fällt dagegen unter die Marke von 115 Dollar zurück, die es am Donnerstag überwunden hatte, und notiert bei 114,83 Dollar. Sofern sich am Markt nicht die Überzeugung durchsetze, dass die sunnitischen Dschihadisten die irakische Hauptstadt Bagdad und den für die Ölindustrie bedeutenden Süden des Landes einnehmen, werde sich beim Ölpreis nicht viel tun, prognostiziert Paul Stevens von der Denkfabrik Chatham House.

Der Kurs von Smith & Wesson bricht fast zweistellig ein. Der Hersteller von Schusswaffen hat für sein erstes Geschäftsquartal ein enttäuschendes Umsatzziel ausgegeben. Deutlich nach unten geht es auch für Owens Corning. Der Baustoffhersteller hat in seinem ersten Quartal schlechter als erwartet abgeschnitten.

Aktien des Mischkonzerns General Electric (GE) zeigen sich kaum verändert, nachdem Siemens und Mitsubishi Heavy Industries im Übernahmepoker um die französische Alstom ihr Gebot erhöht haben. Unterdessen hat der irische Pharmahersteller Shire die Offerte des US-Wettbewerbers AbbVie zurückgewiesen. Die AbbVie-Aktie zeigt sich leicht im Minus.

Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@wsj.com