Donnerstag, 23. Januar 2014, 15:28 Uhr

Welche Automarken sich 2013 besonders gut verkauften

GM, Toyota und VW haben sich auch 2013 ein enges Rennen um den Titel der Nummer eins der Autobauer geliefert. Wie entwickelte sich der Absatz des Führungstrios, wer hatte in der Premiumklasse den Kühler vorn und verkauften sich wahre Luxuskarossen weiterhin so gut? Antworten liefert unsere Übersicht.

image

Rolls-Royce 3.630
Stolz sind die Briten mit der deutsche Mutter BMW, dass sie weiter die Nummer 1 im absoluten Luxussegment sind. Das beginnt für Rolls-Royce bei Verkaufspreisen jenseits von 200.000 Euro. Stolz schwingt auch beim Verweis auf den vierten Rekordabsatz in Folge mit. Doch letztlich verkaufte die Edelschmiede mit 3.630 Automobilen nur 55 mehr als im Vorjahr, was gerade mal 1,5 Prozent Plus ausmacht. Agence France-Presse/Getty Images

image

Bentley 10.120
Rasantes Wachstum im Nahen und Mittleren Osten sorgte bei der VW-Tochter aus dem britischen Crewe für ein Absatzplus von 19 Prozent und den Sprung über die 10.000er Schwelle. In fünf Jahren will Bentley sogar 15.000 Edelkarossen pro Jahr verkaufen. Größter Einzelmarkt waren 2013 weiterhin die USA, wo knapp ein Drittel der Käufer residierte. Einen grandiosen Start legte die erst im August eingeführte Modellreihe Flying Spur hin, die für jenseits von 150.000 Euro zu haben ist. In nur fünf Monaten wurden 2.005 Wagen verkauft. Der Vorgänger Continental Flying Spur kam im ganzen Jahr auf 2.700. Spätestens 2016 soll ein neues SUV die Palette abrunden und 3.000 bis 4.000 Mal pro Jahr verkauft werden. AFP/Getty Images

image

Porsche „mehr als 162.000"
2013 war für die Sportwagenschmiede Porsche erneut ein Erfolgsjahr. Mehr als 162.000 Autos brachten die Zuffenhausener an die Kunden in aller Welt – ein Plus von 15 Prozent. Damit war Porsche einer der Erfolgsgaranten für die Konzernmutter Volkswagen. Auch 2014 dürfte es weiter bergauf gehen, denn das Kompakt-SUV Macan steht in den Startlöchern. Die angepeilte Marke von 200.000 Verkäufen könnte deshalb schon bald in Reichweite rücken. Eigentlich war das erst für 2018 anvisiert worden. AFP/Getty Images

image

Jaguar Land Rover 425.006
Luxusautos verkaufen sich gut, davon kann auch JLR berichten. Die wenig geläufige Kurzform steht für Jaguar Land Rover und ist eine Tochter der indischen Tata Motors Ltd. Der Edelhersteller verkaufte 425.006 Fahrzeuge und profitierte dabei von lebhafter Nachfrage in China und Nordamerika und – anders als viele andere Autobauer – in Europa. Unterm Strich waren es 19 Prozent mehr. Den größten Sprung machte Jaguar mit 42 Prozent und erreichte damit die höchste Absatzzahl seit 2005. Bei Land Rover war der Zuwachs mit 15 Prozent geringer, doch mit 348.338 Fahrzeugen liegt die Absatzmenge der Geländewagen um ein Vielfaches über der der Sportwagen. AFP/Getty Images

image

Volvo 427.840
Die Schweden mit chinesischer Mutter schafften eine kleinen Turnaround. Nach einem Absatzminus von 6 Prozent 2012 schafften sie zumindest ein kleines Plus von 1,4 Prozent auf 427.840 Fahrzeuge. Damit hat Volvo-CEO Håkan Samuelsson die von ihm als Breakeven-Punkt genannte Marke von 425.000 Wagen genommen. Mehr war nicht drin, denn weiterhin flau lief es auf dem wichtigen US-Markt. Auch die Europäer konnten sich nur begrenzt für die von hohen Sicherheitsstandards und kantigen Formen geprägten Modelle begeistern. Ausgleich schaffte China, wo im zweiten Halbjahr der Absatz kräftig ansprang. Das freut den chinesischen Eigentümer Zhejiang Geely Holding Group Co, der Volvo 2010 von Ford übernahm. AFP/Getty Images

image

Mercedes-Benz / Smart 1,56 Millionen
Die Modelloffensive bei Mercedes-Benz hat sich ausgezahlt. Um 9,7 Prozent legten die Stuttgarter zu und sehen dies selbstbewusst nur als Zwischenstation bei ihrer Aufholjagd gegenüber BMW und Audi an. Vor allem dank der neuen Kompakten A- und B-Klasse und des Coupés CLA bei den Kunden punkten. Die Kernmarke Mercedes legte mit 10,7 Prozent auf gut 1,46 Millionen ein etwas stärkeres Wachstum hin als der kleine Bruder Smart. AFP/Getty Images

image

Audi 1,57 Millionen
Die eigentlich erst für 2015 angepeilte Marke von 1,5 Millionen Verkäufen hat Audi bereits 2013 geknackt. Mit 1,57 Millionen Fahrzeugen hielten die Ingolstädter die aufholende Konkurrenz von Mercedes auf Abstand. Deren Zuwachsrate lag allerdings etwas über die 8,3 Prozent von Audi. Damit legte die Marke mit den vier Ringen das vierte Jahr in Folge um mehr als 100.000 Fahrzeuge zu. 2013 waren vor allem der Kompaktwagen A3 sowie die Geländewagen Q3, Q5 und Q7 beliebt. Erfolgsgarant war der chinesische Markt, auf den rund ein Drittel der Verkäufe entfallen, und die USA mit einem Anteil von 10 Prozent. Das kompensierte den leichten Rückgang in Europa auf 732.000 Wagen. Neue Zielmarke sind jetzt 2 Millionen verkaufte Audi im Jahr 2020, wofür 22 Milliarden Euro investiert werden und die Modellpalette von 49 auf 60 Typen erweitert werden soll. Getty Images

image

Opel „gut 1,6 Millionen"
Die krisengebeutelte Marke mit dem Blitz verlor 2013 erstmals seit fast anderthalb Jahrzehnten keine Marktanteile auf dem Hauptabsatzmarkt Europa. Mit unverändert gut 1,06 Millionen Verkäufen konnten die Rüsselsheimer die Rolle als weltweit zweitgrößte Pkw-Marke im GM-Konzern und als drittstärkste Pkw-Marke in Europa stärken. Die Modelloffensive scheint zu wirken, neue Autos wie der Stadtflitzer Adam und das Kompakt-SUV Mokka kommen gut bei den Kunden an. AFP/Getty Images

image

BMW 1,655 Millionen
An der Spitze der gesamten Branche steht BMW nicht, aber den Titel als Branchenprimus in der Premiumklasse haben sich die Münchener gesichert. China und Nordamerika sorgten für kräftigen Schub. Die dort erreichten Zuwächse von 19,7 und 9,1 Prozent sorgten für ein Gesamtplus von 7,5 Prozent auf 1,655 Millionen Fahrzeuge. Das war – mal wieder – ein Absatzrekord und reichte deutlich, die Konkurrenz von Audi und Daimler auf Distanz zu halten. Getty Images

image

Peugeot 2.819.000
Die Franzosen sind das Sinnbild der Krise der europäischen Autohersteller. Während der Markt nur um 1,6 Prozent schrumpfte, setzte Peugeot auf dem Heimatkontinent 7,3 Prozent weniger Fahrzeuge ab. Trotz des seit 2007 von 13,5 auf 11,1 Prozent geschrumpften Marktanteils bleibt der PSA-Konzern nach Volkswagen der zweitgrößte Hersteller in Europa, allerdings hat sich der Vorsprung auf den französischen Konkurrenten Renault verringert. Immerhin kletterte der Anteil der außerhalb Europas verkauften Wagen um 4 Prozentpunkte auf 42 Prozent und nähert sich dem für 2015 ausgerufenen Ziel von 50 Prozent langsam an. Dennoch blieb am Ende ein globales Absatzminus von 4,9 Prozent auf 2.819.000 Fahrzeuge, das ist der niedrigste Wert seit 13 Jahren. Da nützten auch keine Zuwächse über dem Marktdurchschnitt in China, der für Peugeot wie bereits für viele Konkurrenten inzwischen über Wohl und Wehe der Bilanzen entscheidet. AFP/Getty Images

image

Renault 2.628.208
Die europäische Nummer 3 hat einen kräftigen Schlussspurt im vierten Quartal hingelegt, sodass am Ende ein Verkaufsplus von 3,1 Prozent auf 2.628.208 Fahrzeuge erreicht wurde. Verkaufsrenner waren die Wagen der rumänischen Billigtochter Dacia, die 19 Prozent mehr Autos an Mann und Frau brachte. Das half auch in Europa, wo die Franzosen dem rückläufigen Markttrend mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent trotzten und so ihren Marktanteil von 9,1 auf 9,5 Prozent steigerten. Auch außerhalb Europas konnte Renault Erfolge aufweisen, das Wachstum war etwas größer als in Europa, so inzwischen gut die Hälfte aller Fahrzeuge auf anderen Kontinenten ihre Käufer finden. Hoffen lässt die Manager in Boulogne-Billancourt unweit der Hauptstadt Paris der 19-prozentige Absatzanstieg zwischen Oktober und Dezember. AFP/Getty Images

image

Hyundai 4.721.156
Der südkoreanischer Autohersteller hat seine globale Expansion auch 2013 fortgesetzt. Dabei lief das Auslandsgeschäft besonders gut, erstmals überschritt Hyundai, wozu auch die Marke Kia gehört, dank eines 9,3-prozentigen Wachstums die Schwelle von 4 Millionen Exporten. Im Inland schwächelte der Markt dagegen, was sich in einem Rückgang von 4 Prozent niederschlug. Insgesamt waren die Koreaner mit einer Steigerungsrate von 7,3 Prozent unter den am schnellsten wachsenden Volumenherstellern. AFP/Getty Images

image

Ford
Für drei wichtige Regionen hat Ford bereits 2013er Zahlen vorgelegt, die globalen Daten werden erst Ende Januar folgen. Und die Entwicklungen in Europa auf der einen und den USA und China driften auseinander. 10,8 Prozent Zuwachs und knapp 2,5 Millionen verkaufte Wagen auf dem US-Heimatmarkt stimmen die Ford-Manager zufrieden. Noch besser lief es in China mit 50 Prozent Plus auf 935.813 Fahrzeuge. Trüb war die Stimmung dagegen in Europa, wo es um 2,1 Prozent auf 1,08 Millionen nach unten ging. 2012 hatte Ford weltweit 5,668 Millionen Fahrzeuge verkauft. Getty Images

image

Volkswagen „über 9,7 Millionen"
Die Wolfsburger haben 2013 erneut einen Absatzrekord aufgestellt, ihr Zuwachs lag sogar leicht über dem von General Motors. Doch das reichte nicht ganz, um am Detzroiter Konkurrenten vorbeizuziehen. Aber Volkswagen ist dem Ziel wieder ein kleines Stück näher gekommen, 2018 die Branchen-Nummer 1 nach Absatz zu werden und zudem die magischen Marke von 10 Millionen Verkäufen zu knacken. Dazu fehlen nach den 2013 verkauften „über 9,7 Millionen" verkauften Einheiten noch rund 3 Prozent. VW-Chef Martin Winterkorn hatte zuletzt bereits mehrfach in Aussicht gestellt, dass es auch schon deutlich früher soweit sein könnte. Experten halten ein achtstelliges Verkaufsvolumen spätestens 2015, vielleicht schon in diesem Jahr für erreichbar. Beim fünfprozentigen Absatzplus 2013 eingerechnet sind die beiden Nutzfahrzeugtöchter Scania und MAN mit zusammen rund 200.000 Einheiten. Die anderen zehn Konzernmarken aus dem Pkw-Bereich legten auf 9,5 nach knapp 9,1 Millionen zu. Zu verdanken hat Volkswagen die neuerliche Bestmarke vor allem dem ungestillten Hunger Chinas nach neuen Autos: In der Volksrepublik legten die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um gut 16 Prozent auf 3,27 Millionen zu. Sie ist damit der mit Abstand größte Einzelmarkt für die Niedersachsen. Getty Images

image

GM 9.714.652
Der US-Autohersteller General Motors hat dank robuster Märkte in den USA und China die schwache Entwicklung in Europa ausgleichen können. So schafften die Detroiter am Ende auf ein Plus von 4 Prozent und verkauften insgesamt 9,714,652 Fahrzeuge. Der Absatz in Nordamerika legte um 7 Prozent auf 3,23 Millionen Fahrzeuge zu, vor allem getrieben durch die Nachfrage auf dem Heimatmarkt USA. Den Titel des Branchenkönigs hatte GM 77 Jahre lang für sich reklamiert, bis 2007. In jenem Jahr lag der US-Konzern nur ganz knapp vor Toyota, 2008, 2009 und 2010 hatte dann der japanische Konzern die Nase vorn. GM hatte sich die Krone 2011 zurückholt, musste sie aber ein Jahr später wieder an die Japaner abgeben. AFP/Getty Images

image

Toyota 9,98 Millionen
Ganz reichte es noch nicht, um die Marke von 10 Millionen verkauften Fahrzeugen zu knacken. Doch Toyota ist dieser für die Autoindustrie magischen Schwelle dank eines zweiprozentigen Zuwachses für seinen Marken Toyota, Daihatsu und den Leicht-Lkw Hino mit 9,98 Millionen schon ganz nah gekommen. Und hat die Konkurrenz von General Motors und VW erneut auf Abstand gehalten und bleibt damit der Branchenprimus. Im laufenden Jahr sollen die Verkaufszahlen dann von einer 10 am Anfang gekrönt werden, konkret peilen die Japaner 10,32 Millionen Einheiten an. Das wäre im dritten Jahr nacheinander ein Absatzrekord. Neben der generellen Erholung des Automarkts setzt Toyota weiter auf die solide Nachfrage in den USA und China. Getty Images