Freitag, 4. Oktober 2013, 20:29 Uhr

Berlusconi - Aufstieg und Fall des Cavaliere

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März 1994
1994 gründet Silvio Berlusconi die Partei „Forza Italia" (Vorwärts Italien) und legt damit den Grundstein für seine politische Ausnahmekarriere. Der Korruptionsskandal „Saubere Hand" hatte das politische Establishment Italien zuvor zu Fall gebracht. Am 28. März 1994 gewinnt Berlusconi quasi aus dem Stand die Wahlen. Er wird Ministerpräsident einer Mitte-rechts-Koalition mit der Nationalen Allianz von Franco Fini und der rechtspopulistischen Lega Nord von Umberto Bossi. AFP/Getty Images

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Januar 1995
Von Anfang an ist Berlusconis politische Karriere von strafrechtlichen Ermittlungen überschattet: Im Zuge von Ermittlungen gegen seine Fininvest-Gruppe will er sogar seine drei Fernsehsender verkaufen. Doch dazu kommt es nicht: Am 22. Dezember 1994 beendet der Chef der Lega Nord Bossi die Koalition. Berlusconis Regierung ist somit nach wenigen Monaten gescheitert und er muss als Ministerpräsident zurücktreten. AFP/Getty Images

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Oktober 1995
Schmiergeldskandal: Berlusconi wird angeklagt, italienische Steuerermittler bestochen zu haben, die zwischen 1989 und 1994 vier seiner Medienunternehmen überprüft haben. Agence France-Presse/Getty Images

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April 1996
Nach dem Zerfall der Mitte-rechts-Koalition kommt es zu Parlamentswahlen. Berlusconi verliert diese gegen das Mitte-links-Bündnis von Romano Prodi. Der Medienmogul muss sich nun mit der Rolle des Oppositionsführers begnügen. Zudem ist sein Medienimperium weiter im Visier der Staatsanwaltschaft. Agence France-Presse/Getty Images

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Juli 1996
All-Iberia-Affäre: Berlusconi wird wegen Bilanzfälschung und illegaler Parteienfinanzierung angeklagt. Er streitet die Vorwürfe ab. AFP

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Juli 1998
Ein Mailänder Gericht verurteilt Berlusconi wegen illegaler Parteienfinanzierung in der All-Iberia-Affäre. Berlusconi geht in Berufung. Agence France-Presse/Getty Images

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November 2000
Italiens höchstes Strafgericht lässt die Anklage wegen illegaler Parteienfinanzierung gegen Berlusconi fallen. Inzwischen ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die den Vorwürfen die Grundlage entzieht und ihn so vor Strafverfolgung schützt.
Agence France-Presse/Getty Images

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November 2000
Italiens höchstes Strafgericht lässt die Anklage wegen illegaler Parteienfinanzierung gegen Berlusconi fallen. Inzwischen ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die den Vorwürfen die Grundlage entzieht und ihn so vor Strafverfolgung schützt. AFP

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Oktober 2001
Unter Berlusconi wird im Parlament ein Gesetz verabschiedet, das gewisse Formen der Bilanzfälschung legalisiert. Agence France-Presse/Getty Images

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Juni 2003
Freifahrtschein für Regierungsmitglieder: Berlusconi versucht für Regierungsmitglieder, wie etwa den Ministerpräsidenten und die Vorsitzenden der Abgeordnetenkammer und des Senats, Straffreiheit für die Dauer ihrer Amtszeit zu erwirken. Agence France-Presse/Getty Images

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Januar 2004
Das italienische Verfassungsgericht schmettert die Immunität für Regierungsmitglieder ab. Begründung: Der Gesetzesentwurf stelle die Politiker über das Gesetz. Agence France-Presse/Getty Images

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September 2005
Berlusconi wird von allen Vorwürfen der Bilanzfälschung in der All-Iberia-Affäre freigesprochen. Agence France-Presse/Getty Images

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April 2006
Berlusconi unterliegt bei den Wahlen knapp Romano Prodi und dessen Mitte-links-Bündnis. AFP

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Juli 2006
Als Besitzer des größten italienischen privaten Medienunternehmens Mediaset wird Berlusconi wegen Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung angeklagt. Mediaset soll beim Kauf von Filmrechten die Kosten falsch angegeben haben, um weniger Steuern zu zahlen. Auf dem Foto: Pier Silvio Berlusconi (Berlusconis Sohn), Vizepräsident von Mediaset. Agence France-Presse/Getty Images

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Oktober 2006
Berlusconi wird der Korruption beschuldigt. Er soll einem britischen Rechtsanwalt für eine Falschaussage 600.000 US-Dollar gezahlt haben. Berlusconi streitet dies ab. Agence France-Presse/Getty Images

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April 2008
Berlusconi wird zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten gewählt. AFP

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Juli 2008
Berlusconi nutzt seine komfortablen Mehrheitsverhältnisse im Parlament, um strafrechtliche Immunität für seine Regierung durchzuboxen. In der Folge werden die laufenden Ermittlungen gegen Berlusconi eingestellt. Agence France-Presse/Getty Images

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Juli 2009
Berlusconi quittiert die jüngsten Berichte über seine Affären mit jungen Frauen mit einem Achselzucken: Er sei „kein Heiliger". Sein Mandat will er bis zum Ende erfüllen. Agence France-Presse/Getty Images

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Oktober 2009
Das italienische Verfassungsgericht erklärt das Immunitätsgesetz, das bislang Berlusconi schützte, für nichtig. Die Strafverfahren gegen ihn werden wieder aufgenommen. Agence France-Presse/Getty Images

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November 2010
Italienische Medien berichten, dass Berlusconi sich persönlich dafür eingesetzt habe, dass eine junge Frau aus dem Polizeigewahrsam entlassen wird. Gleichzeitig reichen mehrere führende italienische Regierungsvertreter ihren Rücktritt ein. Der Druck auf die Regierung steigt. Am 14. Dezember gewinnt Berlusconi jedoch eine Vertrauensabstimmung im Parlament. Agence France-Presse/Getty Images

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März 2011
Es ist das erste Mal seit acht Jahren, dass Berlusconi persönlich vor Gericht erscheint, um sich gegen Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Veruntreuung beim Erwerb von Filmrechten zu verteidigen. Am 12. April gibt er bekannt, dass er nach dem Ende seiner Amtszeit 2013 nicht wieder für ein Regierungsamt kandidieren will. Agence France-Presse/Getty Images

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1.November 2011
Nachdem der Haushaltsentwurf für 2012 abgesegnet wird, tritt Berlusconi als Ministerpräsident zurück. Das hatte er angekündigt, falls es ihm nicht gelingen sollte, eine Mehrheit im Parlament zu bekommen. Agence France-Presse/Getty Images

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26. Oktober 2012
Berlusconi wird der Steuerhinterziehung im Mediaset-Fall schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Er geht in Berufung. Ins Gefängnis muss er erst, wenn das Gerichtsverfahren endgültig abgeschlossen ist. Agence France-Presse/Getty Images

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Januar 2013
Berlusconi verkündet, dass seine neue Freiheitspartei eine Allianz mit den Rechtspopulisten der Lega Nord eingegangen ist. Derweil wird die Abschlussanhörung Berlusconis wegen Prostitutionsvorwürfen auf den 11. März – nach den Wahlen - angesetzt. Agence France-Presse/Getty Images

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26. Februar 2013
Die Mitte-rechts-Koalition von Berlusconi erhält bei den Wahlen genügend Stimmen, um im Parlament nicht auf die Stimmen der größten rivalisierenden Partei angewiesen zu sein. Agence France-Presse/Getty Images

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7. März 2013
Berlusconi wird zu einer einjährigen Haftstrafe wegen der Weitergabe von polizeilichen Ermittlungserkenntnissen bei der geplanten Übernahme der Banca Nazionale del Lavoro durch den Versicherer Unipol an die Zeitung Il Giornale, die seiner Familie gehört, verurteilt. Berlusconi geht in Berufung, weshalb er seine Haftstrafe vorerst nicht antreten muss. Agence France-Presse/Getty Images

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19. Juni 2013
Das Verfassungsgericht lässt Berlusconis Entschuldigung für seine Abwesenheit bei einer Anhörung wegen Steuerhinterziehung nicht gelten und verweist den Fall an das höchste Berufungsgericht des Landes. Agence France-Presse/Getty Images

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24. Juni 2013
Berlusconi wird zu sieben Jahren Haft verurteilt und erhält ein lebenslanges Verbot, öffentliche Ämter zu bekleiden. Grund: bezahlter Sex mit einer Minderjährigen und Machtmissbrauch, um diese Beziehung zu vertuschen. Berlusconi kann zweimal gegen dieses Urteil Berufung einlegen. Doch selbst wenn es bei dem Urteil bleibt, wird er wohl kaum ins Gefängnis gehen. Über 70-jährige können laut italienischem Gesetz auf Hausarrest ausweichen. Agence France-Presse/Getty Images

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1. August 2013
Der italienische Oberste Gerichtshof bestätigt Berlusconis Verurteilung zu vier Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung von 2012. Allerdings soll das Politikverbot noch einmal überprüft werden. Agence France-Presse/Getty Images

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September 2013
Der rechtskräftig verurteilte Steuersünder Berlusconi wehrt sich gegen seinen Ausschluss aus dem Senat, der mit dem Verlust seiner politischen Immunität einherginge. Er klagt deswegen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Berlusconis Freiheitspartei droht indessen bei einem Parlamentsausschluss Berlusconis mit Koalitionsbruch und Neuwahlen. Agence France-Presse/Getty Images

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1.Oktober 2013
Der amtierende Ministerpräsident Enrico Letta stellt die Vertrauensfrage, um Neuwahlen zu verhindern. Und gewinnt. Berlusconi hat in letzter Sekunde sich auf seine Seite geschlagen. Agence France-Presse/Getty Images

Paul