SCHANGHAI--Die asiatischen Märkte folgen am Freitag den US-Börsen ins Plus. Gute Nachrichten kommen auch aus der Politik. Die gefürchtete nordkoreanische Langstreckenrakete erwies sich als Rohrkrepierer. Sie zerbrach schon kurz nach dem Start. Etwas gedämpft wird die Stimmung von den Daten zum chinesischen Wirtschaftswachstum, die etwas unter den Erwartungen lagen.

Der Shanghai-Composite-Index steigt am Morgen um 0,2 Prozent auf 2.355 Punkte. Der Nikkei-225-Index legt um 1,2 Prozent auf 9.637 Punkte zu. Der südkoreanische Kospi gewinnt 0,8 Prozent auf 2.002 Punkte.

In den USA legten die Aktienkurse am Vortag kräftig zu, nachdem enttäuschende Arbeitsmarktdaten Hoffnungen auf zusätzliche geldpolitische Lockerungen geweckt hatten. Stützend wirkte ferner, dass sich das Handelsbilanzdefizit der USA im Februar verringert hatte.

Die stark exportgetriebene chinesische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 8,1 Prozent, während Volkswirte ein Plus von 8,3 Prozent erwartet hatten. Gebremst wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von den Problemen auf den Hauptabsatzmärkten in den USA und Europa, aber auch von der geringeren Nachfrage auf dem heimischen Markt. Der negative Einfluss der Daten auf die Aktienmärkte hält sich indessen in Grenzen, denn viele Marktteilnehmer sehen sich in ihrer Ansicht bestätigt, dass China zur Belebung seiner Wirtschaft nun seine Geldpolitik lockern muss.

Erleichtert reagieren die Anleger auf den gescheiterten Start der nordkoreanischen Langstreckenrakete. Nordkorea hatte behauptet, damit einen Satelliten ins All befördern zu wollen. Kritiker vermuteten aber, das Land wolle eine Interkontinentalrakete testen, und befürchteten, dass sich die Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten verschärfen könnten.

Japanische Aktien profitieren zusätzlich von dem wieder etwas schwächeren Yen. Hoffnungen auf mehr billiges Geld in den wichtigen Absatzmärkten USA und China lassen die Aktien des Maschinenbauers Fanuc um knapp 3 Prozent zulegen. Gute Ertragsaussichten verhelfen Fast Retailing zu einem Plus von über 8 Prozent. Sony leiden abermals unter der Gewinnwarnung des Unternehmens und verlieren 5 Prozent.

In Seoul werden Aktien von Unternehmen der Chemie- und Petrochemiebranche verkauft, die stark vom Export nach China abhängen.

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