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Zahlreiche Mobilfunkanbieter ändern momentan die Bedingungen ihrer Smartphone-Verträge, von denen bislang die Telefonhersteller wie Apple AAPL +0,01% Apple Inc. U.S.: Nasdaq $100,58 +0,01 +0,01% 21 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 32,96 Mio. NACHBÖRSLICH $100,61 +0,03 +0,03% 21 Aug. 2014 19:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 517.041 KGV 16,14 Marktkapitalisierung 602,20 Milliarden $ Dividendenrendite 1,87% Umsatz/Mitarbeiter 2.214.380 $ am meisten profitiert haben. Für die Kunden könnte das bedeuten, dass sie für Endgeräte wie das iPhone künftig mehr Geld hinblättern müssen.

In den USA haben die Mobilfunkanbieter bereits die monatlichen Tarife angehoben. Bei einem Upgrade auf neue Geräte sind nun auch höhere Gebühren als früher fällig. Damit sollen die Kunden vom Erwerb eines neuen Handys abgehalten werden.

US-Anbieter Verizon etwa berechnete manchem Kunden im vergangenen Monat eine 30 Dollar hohe Upgrade-Gebühr. Anbieter AT&T T +0,32% AT&T Inc. U.S.: NYSE $34,64 +0,11 +0,32% 21 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 15,70 Mio. NACHBÖRSLICH $34,69 +0,05 +0,14% 21 Aug. 2014 19:53 Volumen (​15 Min. verzögert) : 238.254 KGV 10,16 Marktkapitalisierung 179,07 Milliarden $ Dividendenrendite 5,31% Umsatz/Mitarbeiter 536.510 $ und Sprint S +1,09% Sprint Corp. U.S.: NYSE $5,56 +0,06 +1,09% 21 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 25,05 Mio. NACHBÖRSLICH $5,55 -0,01 -0,18% 21 Aug. 2014 19:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 107.590 KGV N/A Marktkapitalisierung 21,70 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 700.316 $ verdoppelten ihre Upgrade-Gebühren auf 36 Dollar. Kunden müssen diese Gebühr bezahlen, wenn sie ein neues Telefon ausgehändigt bekommen.

Auch die monatlichen Tarife für Smartphone-Verträge sind gestiegen. So erhöhte AT&T die Gebühr für den monatlichen Datenverkehr um fast ein Drittel, bietet Kunden dafür aber auch mehr Daten.

In Europa sind Unternehmen sogar zu noch aggressiveren Maßnahmen übergegangen: Die beiden führenden Anbieter Spaniens, Telefónica und Vodafone, etwa verweigern ihren Neukunden inzwischen die bislang übliche Bezuschussung von Handys.

Die Macht der Geräte- und Softwarehersteller

Auf dem globalen Mobilfunkmarkt haben Gerätehersteller wie Apple oder Samsung 005930.SE +0,40% Samsung Electronics Co. Ltd. S. Korea: KRX KRW1.240.000 +5.000 +0,40% 22 Aug. 2014 14:36 Volumen (​20 Min. verzögert) : 125.938 KGV 6,46 Marktkapitalisierung 208.418,07 Milliarden KRW Dividendenrendite 0,08% Umsatz/Mitarbeiter N/A und Softwareentwickler wie Google immer noch beträchtliche Macht. Die Telekommunikationsanbieter zahlen normalerweise den vollen Preis für die Telefone und verkaufen sie dann mit hohen Abschlägen an Kunden, die Zwei-Jahres-Verträge abschließen.

Die Kunden mögen durch die neueste Entwicklung aufgeschreckt sein - doch Investoren und Analysten applaudieren den Mobilfunkherstellern für ihren neuen Widerstand. Die Anbieter könnten von dem Smartphone-Boom besser profitieren, wenn sie die Preise für Serviceleistungen erfolgreich anheben und die Rate für den Kauf neuer Handys senken würden, sagen die Analysten.

„Die Zuversicht steigt, dass wir an der Schwelle zu einer disziplinierteren und profitableren Zukunft stehen", schreibt Craig Moffett, Analyst für Telekomwerte bei Bernstein Research in einem Branchenkommentar. Die Frage sei es nun, wie weit die Anbieter ihren Profit dank „zunehmender Disziplin und Preismacht" ausdehnen könnten.

Tim Cook: Entwicklung in Spanien keine Blaupause für Gesamtmarkt

In den ersten drei Monaten 2012 stieg der gemeinsame Umsatz von Sprint Nextel, S +1,09% Sprint Corp. U.S.: NYSE $5,56 +0,06 +1,09% 21 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 25,05 Mio. NACHBÖRSLICH $5,55 -0,01 -0,18% 21 Aug. 2014 19:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 107.590 KGV N/A Marktkapitalisierung 21,70 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 700.316 $ AT&T und Verizon Communications im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,2 Prozent. So schnell wuchsen die Umsätze das letzte Mal vor der Rezession, sagen die Analysten von Bernstein Research. Im vergangenen Monat legten die Papiere von AT&T und Verizon mehr als 5 Prozent zu, während der Gesamtmarkt laut S&P-500 um 1 Prozent fiel.

Für Apple dagegen geht es abwärts. Seit ihrem Rekordhoch von 644 Dollar am 10. April hat die Aktie 12 Prozent verloren, zum Teil weil Investoren genau das befürchteten, was sich nun abzeichnet: Dass die Mobilfunkanbieter die großen Zuschüsse zu den Endgeräten zurückfahren könnten, die so vielen Menschen den Erwerb des iPhones ermöglichten.

Apple-Chef Tim Cook spielt diese Bedenken herunter. Vergangene Woche sagte er Analysten, dass die Handyanbieter das iPhone auch weiterhin unterstützten, da es ihnen zufriedene Kunden bringe. Der spanische Markt, der unter der Schuldenkrise leide, „sollte nicht als Stellvertreter für die Welt betrachtet werden", argumentierte Cook.

Nach Analystenschätzungen kostet jedes verkaufte iPhone die Mobilfunkanbieter rund 400 Dollar.

Abgesehen vom Smartphone-Wahnsinn laufen viele der Gewinne an den Mobilfunkanbietern vorbei. Stattdessen kassieren App-Entwickler und Internetfirmen wie Google über Bezahldienste und Werbeeinnahmen. Und Hersteller wie Apple profitieren: Der iPhone-Hersteller verkaufte im ersten Quartal 35 Millionen Smartphones.

Experiment Spanien

Deshalb beobachtet die gesamte Industrie das Experiment in Spanien mit Argusaugen. Dort hat der führende Mobilfunkanbieter Telefónica die Bezuschussung für neue Handys im März gestoppt. Der zweitgrößte Anbieter Vodafone folgte dem Beispiel schnell. Der Dritte im Bunde, die France-Telecom-Tochter Orange, verweigerte sich der neuen Praxis.

Das Ergebnis: Neue Kunden von Vodafone und Telefónica bekommen für den Abschluss eines Zweijahres-Vertrags keine verbilligten iPhones mehr. Stattdessen müssen sie fast 800 Dollar für den sofortigen Kauf des Telefons berappen oder einen Ratenvertrag unterschreiben, der im Fall von Telefónica die Rechnung um zusätzlich 18 Monatsraten von je 45 Dollar erhöht.

Die beiden spanischen Platzhirsche verlagern mit ihrer Entscheidung den Fokus vom Neukundengewinn auf die Pflege des bestehenden Kundenstamms. Für Bestandskunden wollen sie bei einem Upgrade weiterhin verbilligte Handys bereitstellen. Trotzdem würden Telefónicas Kosten für die Gerätesubventionierung künftig um 25 Prozent senken, sagte ein Sprecher des spanischen Telekommunikatonsriesen.

Orange wollte keinen Kommentar abgeben. Das Ausscheren des Konkurrenten könnte Telefónica und Vodafone jedoch Probleme bereiten. So könnte Orange die jetzige Situation ausnutzen, um neue Kunden mit billigeren, subventionierten Telefonen zu ködern. Tatsächlich hat das Unternehmen auch schon angekündigt, dass es den Vorstoß der Konkurrenz ausnutzen wolle, um einen höheren Marktanteil zu bekommen.

Das spanische Experiment dient den anderen Anbietern rund um den Globus als Test. Die Industrie beobachtet genau, wie gut Vodafone und Telefónica ihre Kunden halten können. Für die Mobilfunkhersteller könnte das bedeuten, dass sie sich schon bald aus den Fesseln des Zuschuss-Modells lösen können.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Corrections & Amplifications
In einer früheren Version des Textes wurde erwähnt, dass für jedes verkaufte iPhone rund 400 Dollar in die Taschen der Mobilfunkanbieter wandern. Richtig ist, dass die Anbieter 400 Dollar pro verkauftem Gerät zahlen müssen.