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Dienstag, 1. Oktober 2013, 14:38 Uhr

Die stärksten Börsen 2013

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Mongolei -35%
Der Einbruch bei den Rohstoffpreisen hat tiefe Spuren an der Börse in Ulan Bator hinterlassen. Das Land verfügt über riesige Bodenschätze, ist aber dabei stark von der Nachfrage aus China abhängig, die wegen der Wirtschaftsprobleme im Reich der Mitte zwischenzeitlich an Fahrt verloren hatte. Sollte die Nachfrage nach seltenen Erden, Kupfer und Uran wieder anziehen, dürfte die Börse der Mongolei schnell wieder zu den Gewinnern gehören. AFP/Getty Images

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Peru -31%
Die Schwellenländerbörsen sind die großen Verlierer des bisherigen Jahres 2013. Peru macht da keine Ausnahme. Seit sich die Zeichen mehren, dass die US-Notenbank ihre Liquiditätsschwemme demnächst eindämmen wird, ziehen Investoren ihre Gelder aus den Boom-Regionen der vergangenen Jahre ab. Als rohstoffreiches Land litt Peru zudem unter dem Verfall der Rohstoffpreise, insbesondere bei Gold, Silber und Kupfer. AFP

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Brasilien -23%
Der Absturz am Aktienmarkt in Brasilien ist eng gekoppelt mit dem Zusammenbruch des Firmenimperiums von Eike Batista, dem einst reichsten Mann des Landes. Sein Unternehmen, der Ölkonzern OGX, hat seit Jahresbeginn 93 Prozent an Marktkapitalisierung verloren. Zudem litt Brasilien wie andere Schwellenländer auch unter dem Abfluss ausländischen Kapitals, ausgelöst von den ersten Signalen über das nahende Ende der ultraexpansiven US-Geldpolitik und steigenden Zinsen in den USA. AFP/Getty Images

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China (Schanghai) -4%
Der Export als Wachstumsmotor Chinas läuft nicht mehr so rund wie in der Vergangenheit. Die Absatzmärkte im Westen sind durch die Wirtschafts- und Finanzkrise nachhaltig geschwächt worden. Die neue chinesische Führung strebt daher eine stärkere Neuausrichtung auf die Binnenwirtschaft an - ein riskantes Unterfangen mit unsicherem Ausgang. Getty Images

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Österreich +6%
Das eher magere Plus der Wiener Börse ist dem hohen Gewicht des Bankensektors in dem nur 20 Werte umfassenden ATX geschuldet. Während die schwer gewichtete Aktie der Erste Group seit Jahresbeginn stagnierte, brach die Aktie von Raiffeisen International um über 20 Prozent ein. Das Institut hat hart mit Kreditausfällen in seinem Osteuropageschäft zu kämpfen. REUTERS

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Euro-Stoxx-50 +10%
Nachdem das Versprechen der EZB aus dem Sommer 2012, notfalls Anleihen von Staaten der Eurozone unter Auflagen zu kaufen (OMT), das systemische Risiko eines Auseinanderbrechens der Eurozone gemildert hat, setzen die Anleger darauf, dass auch die Unternehmensgewinne wieder steigen. Risikofaktoren bleiben vor allem Griechenland sowie Portugal und wegen der instabilen politischen Verhältnisse Italien. REUTERS

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Dax +13%
Das gute Abschneiden des Dax in den ersten neun Monaten deutet auf ein gutes Schlussquartal hin. Laut den Experten von HSBC Trinkaus hat der Dax seit 1988 in 15 von 16 Fällen einen Schlussspurt hingelegt, wenn er in den ersten neun Monaten positiv abgeschnitten hat. Die Durchschnittsperformance im Schlussquartal fiel in diesen Fällen mit einem Plus von fast 10 Prozent sogar beeindruckend positiv aus. AFP/Getty Images

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Dow Jones +15%
Die lockere US-Geldpolitik und die extrem niedrigen Zinsen sorgten an den US-Börsen für kräftigen Rückenwind. Der breitere S&P-500-Index gewann in den ersten neun Monaten sogar 18 Prozent. Doch jetzt ist Vorsicht angesagt, denn mit dem Oktober hat der Horror-Monat für die Börsianer begonnen. 1929, 1930, 1932, 1937, 1987 und 2008 fielen im Oktober jeweils zweistellige Verluste an. Aufgetreten sind die Crashs vor allem in der zweiten Monatshälfte. Ende Oktober begann dann häufig ein längerer Kursaufschwung. Getty Images

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Schweiz +16%
Überdurchschnittliche Kursgewinne der Bankenschwergewichte UBS und Credit Suisse haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Schweizer Aktienmarkt im europäischen Umfeld weit vorne liegt. Beide Aktien erhielten einen Extraschub von der Einigung der Bankenhäuser mit den US-Behörden im Streit um das Bankgeheimnis. Für zusätzliche Impulse sorgte der zum Euro nachgebende Franken, womit sich die Exportchancen des Landes verbessert haben. Getty Images

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Japan +40%
Die Ankündigung des japanischen Notenbankchefs, zum Zwecke der Reflationierung der Wirtschaft die monetäre Geldbasis zu verdoppeln, hat den Nikkei zu einem der Lieblinge an den internationalen Finanzmärkten gemacht. Zuletzt ist die Aufwärtsbewegung ins Stocken geraten. Grund dafür ist neben der sich abzeichnenden Drosselung der Wertpapierkäufe in den USA die im April 2014 anstehende Anhebung der Mehrwertsteuer, womit der Staat gegen die überbordenden Schulden angehen will. AFP/Getty Images

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Ghana +44%
Wegen Ghanas Rohstoffreichtum sind an der Börse in Accra überwiegend Minengesellschaften gelistet. Der Markt ist eng und illiquide, es wird nur wenige Stunden täglich gehandelt, bis vor einigen Jahren noch auf Täfelchen statt am Computer. Es ist daher schwer, Geld schnell abzuziehen. Öl und Gold locken Investoren, zudem gilt Ghana als afrikanischer Musterschüler und ist Ziel zahlreicher "Frontier Market Fonds", die Aktien aus Schwellenländern kaufen. World Bank Photo Collection (CC BY-NC-ND 2.0)

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Dubai +64%
Die Nachfrage nach Öl und das relativ hohe Niveau des Ölpreises bescheren dem Land Haushaltsüberschüsse, die in Infrastruktur und Urbanisierung gesteckt werden können. Unter Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum hat sich das Emirat zum Drehkreuz zwischen Europa, Afrika und Asien entwickelt. Sorgen bereitet allerdings der Immobilienmarkt, der sich schon wieder gefährlich aufbläht. AFP/Getty Images

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Venezuela +155%
Hinter der fulminanten Entwicklung der Börse in Caracas steckt kein Wirtschaftsboom, vielmehr die Hoffnung auf eine Abkehr vom Sozialismus unter den politischen Nachfolgern nach dem Ende des Regimes unter Hugo Chavez. Nachdem unter Chavez viele Konzerne verstaatlicht wurden, haben Banken das größte Gewicht an der Börse. Sie machen gute Geschäfte damit, dass sie dem Staat zu hohen Zinsen Geld leihen. Getty Images