Nach dem sich immer mehr ausweitenden Skandal beim Automobilclub ADAC tritt Präsident Peter Meyer mit sofortiger Wirkung zurück. Der 64-Jährige begründete seinen Abgang am Montag damit, dass die "in den letzten Tagen erfahrenen Angriffe und Diffamierungen" nicht nur den Automobilclub, sondern auch seine Familie belasten.

ADAC-Präsident Peter Meyer AFP

Meyer war von 1999 an zunächst Vize- und ab 2001 Präsident des ADAC. Er wurde zuletzt im Jahr 2013 auf der Hauptversammlung für weitere vier Jahre wiedergewählt.

Meyer deute indirekt an, dass er zuletzt auch intern umstritten war: "Wenn die Gremien in Krisen eine Gefolgschaft nicht leisten, kann es keine strukturellen und unternehmenskulturellen Veränderungen im ADAC geben. Ich glaube dennoch an den vorgestellten 10-Punkte-Plan mit tiefgreifendem Reformprozess für den ADAC", sagte der bisherige Präsident. "Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften (...) möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden."

Der Automobilclub steht seit Wochen massiv in der Kritik. Der Manipulationsverdacht rund um die jährliche Wahl des Lieblingsautos der Deutschen bildet den Kern der seit Wochen andauernden Krise beim ADAC. Autobauer hatten bereits angekündigt, die an sie verliehenen Preise zurückzugeben, sollten die Vorwürfe sich bewahrheiten. Für zusätzliche Unruhe sorgte unter anderem, dass vereinseigene Rettungshubschrauber für Dienstreisen des Vereinspräsidiums benutzt wurden.

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