Gehen künftig getrennte Wege: George Lucas verkauft sein Star-Wars-Filmimperium für vier Milliarden Dollar an Disney. dapd

Darth Vader hat einen neuen Chef: Mickey Mouse. Der US-Branchenriese Walt Disney DIS -0,33% Walt Disney Co. U.S.: NYSE $89,67 -0,30 -0,33% 12 Sept. 2014 16:01 Volumen (​15 Min. verzögert) : 3,84 Mio. NACHBÖRSLICH $89,64 -0,03 -0,03% 12 Sept. 2014 19:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 47.916 KGV 21,25 Marktkapitalisierung 153,92 Milliarden $ Dividendenrendite 0,96% Umsatz/Mitarbeiter 273.869 $ übernimmt den Star-Wars-Produzenten Lucasfilm für 4,05 Milliarden US-Dollar und verkündet, es werde noch drei neue Folgen des Kultstreifens geben.

Disney will rund die Hälfte des Gebotes in bar aufbringen und zum Abschluss des Deals 40 Millionen neue Aktien begeben. Dem US-Konzern zufolge schließen sich damit „zwei hochkompatible Marken für Familienunterhaltung zusammen". Lucasfilm gehörte bisher vollständig seinem Chairman und Gründer George Lucas.

George Lucas, Filmemacher und Gründer von Lucasfilm steigt mit dem Geschäft laut Factset Research unter die Top-10-Aktionäre von Disney auf. Reuters

Mit dem Deal wird Disney von Lucasfilm das gesamte Star-Wars-Franchise übernehmen. Weiterhin gehören dazu das Geschäft mit Action-Filmproduktionen, Konsumprodukten, Animation, visuellen Effekten, Nachvertonungen sowie das Portfolio an Unterhaltungstechnologien.

Ab 2015 sollen neue Star-Wars-Filme ins Kino kommen

George Lucas selbst will sich aus dem Geschäft zurückziehen. In seiner Erklärung am Dienstag heißt es: „Es ist Zeit für mich, Star Wars an eine neue Generation von Filmemachern zu übergeben." Er selbst will künftig als „kreativer Berater" zur Verfügung stehen. Neue Präsidentin von Lucasfilm soll die derzeitige Co-Chefin, Kathleen Kennedy, werden. Außerdem wird sie Markenchefin für Star Wars.

Star Wars war für Lucasfilm eine große Geldmaschine. Bis heute haben die sechs Star-Wars-Filme, die zwischen 1977 und 2008 produziert wurden, an den Kinokassen 4,4 Milliarden Dollar eingebracht. Hinzu kamen Einnahmen aus unzähligen Franchiseprodukten. Jetzt ist ein sogar weiterer Film geplant - „Star Wars Episode 7" – der im Jahr 2015 in die Kinos kommen soll. Teil 8 und 9 sollen bald folgen. Langfristplänen zufolge soll es alle zwei bis drei Jahre neue Star-Wars-Teile geben.

Kassenschlager: Szene aus dem Star-Wars-Film von 1977. Lucasfilm/Everett

Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben der Übernahme bereits zugestimmt. Das Riesengeschäft, mit dem Lucas zu einem der größten Disney-Aktionäre aufsteigt, passt zur Konzernstrategie von Disney-Chef Robert Iger, der Übernahmen stark vorantreibt. Im Jahr 2006 fädelte er den Zukauf des auf Computeranimationen spezialisierten Unternehmens Pixar Animation für 7,4 Milliarden Dollar ein. Drei Jahre später kaufte er für mehr als 4 Milliarden Dollar Marvel Entertainment, einen für seine Superhelden-Zeichentrickfilme bekannten Unterhaltungskonzern.

Teenager-Jungs - die schwierigste Zuschauerklientel

Diese Zukäufe haben Disneys Filmpalette ausgeweitet, was dem Unternehmen hilft, eine größere Masse an Kindern und Erwachsenen anzusprechen. Vor allem Jungen im Teenageralter, eine notorisch schwierige Klientel, dürften am erweiterten Disneyangebot mehr Gefallen finden, hofft der Konzern.

„Lucasfilm passt perfekt zu Disneys strategischen Prioritäten", sagt Disney-Chef Iger, der nach eigenem Bekunden künftig den Klassiker Star Wars über den hauseigenen Kabelsender spielen will. Der richtet sich vor allem an Jungen.

Fortsetzungen der Star-Wars-Saga zu produzieren, werde sich nach Ansicht Igers auszahlen: „Wir stellen uns als Unternehmen besser, wenn wir eine Fortsetzung von Star Wars herausbringen als irgendeinen anderen noch nicht beschlossenen Film." Er verteidigte auch den Preis, den Disney für Lucasfilm zu zahlen bereit ist. „Wir sind sicher, dass wir einen Ertrag auf unsere Kapitalinvestitionen einnehmen werden, der weit über unseren Kapitalkosten liegen wird", heißt es in der Stellungnahme.

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