Israel und Ägypten haben ihre Blockaden des Gazastreifens gelockert. So konnten die Palästinenser Baumaterialien einführen, die essentiell für den Zustand der dortigen Wirtschaft sind. Die Lockerungen sind ein Zeichen dafür, dass Ägypten und Israel Ernst machen mit ihrem im November mit der islamistischen Hamas vereinbarten Waffenstillstand.

Israel hat bisher fast alle Lieferungen von Baumaterial in den Gazastreifen blockiert – mit dem Argument, die islamistische Hamas, die den Streifen kontrolliert, könnte sie zu militärischen Zwecken missbrauchen. Jetzt haben die Israelis zehn Lastwagen mit Kies in das Gebiet gelassen – zum ersten Mal seit dem Hamas-Machtgriff im Jahr 2007.

Am Vortag hatten die Ägypter Lieferungen für Straßenbauprojekte in Rafah durchgelassen – der nordafrikanische Staat hatten den Palästinenstern seit 2005 nichts derartiges erlaubt.

Seit dem Waffenstillstand gab es sechs Wochen lang keine Gefechte zwischen Israel und der Hamas. Ägypten hat seitdem weiter indirekte Gespräche zwischen den verfeindeten Parteien moderiert – und so letztlich die Lieferungen ermöglicht.

Vollständig wollen die Israelis die Blockade zunächst nicht auflösen. Jedoch wird die teilweise Lockerung schon als bedeutender Schritt betrachtet. Die strategische Partnerschaft mit Ägypten dürfte für Israels Entscheidung eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die Ägypter drängen schon länger auf Zugeständnisse der Israelis gegenüber der Hamas.

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