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Aktualisiert Montag, 19. November 2012, 13:41 Uhr

Apple, Google, Samsung: Wer ist der Tech-König der Börse?

Tech-Aktien schwächeln. In den vergangenen Monaten konnten Anleger mit Papieren des Sektors aber viel Geld verdienen – wenn sie sich für die richtigen entschieden hatten. Nicht nur das Beispiel Facebook macht deutlich, dass es auch ganz anders laufen kann. Wir zeigen Ihnen die Tops und Flops des Tech-Sektors – seit Jahresanfang und seit dem am 2. Oktober, als der Dow Jones seinen Höhepunkt erreichte und die US-Börsen die Richtung drehten.

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Apple
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +30,3 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -18,8 Prozent
Mehr als 70 Prozent hat die Apple-Aktie von Januar bis Mitte September gewonnen. Große Hoffnungen in das iPhone 5 und das kleine iPad sowie überzeugende Gewinnsteigerungen des weltgrößten Unternehmens spiegelten sich hier wider. Doch seit das iPhone draußen ist, geht es bergab. Lieferschwierigkeiten sorgen die Anleger, außerdem wird die Konkurrenz immer selbstbewusster. Seit dem Hoch hat die Apple-Aktie binnen weniger Wochen ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. dapd

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Samsung
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +23,5 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -4,4 Prozent
Samsung erlebt derzeit nicht nur in Sachen Aktienkurs einen Höhenflug. Der südkoreanische Technikkonzern konnte in den vergangenen Quartalen mit Rekordumsätzen und –gewinnen überzeugen. Mit dem Galaxy S III hat man ein überaus beliebtes Smartphone im Angebot, das dem iPhone von Apple das Wasser reichen kann. Einziger Wehrmutstropfen sind die gerichtlichen Auseinandersetzungen, die man sich mit dem Konkurrenten liefert. Ein US-Gericht verurteilte die Südkoreaner vor einigen Monaten zu einer Schadenersatzzahlung in Milliarden-Höhe. Ob diese jemals gezahlt wird, steht jedoch noch in den Sternen. dapd

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Amazon
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +30,1 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -12,9 Prozent
Amazon ist ein Phänomen. Während das Online-Versandhaus beim Umsatz durchaus überzeugen kann, bleibt unter dem Strich oftmals ein Verlust stehen. Im letzten gemeldeten Quartal lag dieser bei 274 Millionen US-Dollar. Grund für das auf den ersten Blick enttäuschende Geschäft: Amazon treibt seinen Expansionskurs auf Kosten des Gewinns voran. Und auch so erfolgreiche Produkte wie die Kindle-Tablets und –eReader werden preislich so niedrig angeboten, dass eine Gewinnmarge kaum vorhanden ist. Ziel dieser Strategie: Die Firma von Unternehmenschef Jeff Bezos will über den Verkauf von Inhalten Profit erzielen. Das muss sich jedoch erst noch rentieren. dapd

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Google
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +0,2 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -15,7 Prozent
Kaum eine Aktie ist derzeit nominal so viel wert wie die des Suchmaschinenbetreibers Google. Bei knapp 650 US-Dollar wird das Unternehmen derzeit je Anteil gelistet. Probleme in den vergangenen Monaten haben den Kurs zuletzt allerdings gebremst. Bei der Vorlage der letzten Quartalszahlen sorgte ein Patzer dafür, dass diese schon vor Ende des regulären Handels veröffentlicht wurden. Und weil massiv gestiegene Kosten – unter anderem durch die Übernahme des Handyherstellers Motorola – den Gewinn schmelzen ließen und Google insgesamt weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte, drückten die Händler auf den Verkaufsknopf. Innerhalb weniger Minuten wurden Milliarden vernichtet. dapd

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Nokia
Kursentwicklung seit Jahresanfang: -41,4 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: +3,5 Prozent
Der Aktienkurs von Nokia kennt seit Monaten bzw. Jahren nur noch eine Richtung: nach unten. Zwar haben die Finnen vor kurzem mit dem Lumia 920 ein Smartphone vorgestellt, das bei Kritikern durchaus Anerkennung fand. Doch fragen sich viele, ob das nicht zu spät kommt. Denn die Konkurrenz um Apple und Samsung ist mittlerweile besser aufgestellt und verdient sich mit ihren Produkten eine goldene Nase. Es muss sich zeigen, ob Nokia mit Windows, das nun alle neuen Smartphones der Finnen antreibt, auf das richtige Pferd gesetzt hat. Da hilft es auch nicht viel, wenn sich der Abwärtstrend in den vergangenen Wochen etwas abgeschwächt hat und es für die Aktie seit Anfang Oktober sogar leicht nach oben geht. Sang Tan/AP/dapd

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HTC
Kursentwicklung seit Jahresanfang: -50,9 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -14,2 Prozent
Der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC stand vor ein paar Tagen im Rampenlicht. Da wurde bekannt, dass sich die Firma mit Apple auf die Lizenzierung von Patenten geeinigt hat. Der Aktienkurs von HTC schoss daraufhin um 7 Prozent nach oben. Doch Analysten sind unsicher, ob das dem angeschlagenen Konzern tatsächlich helfen wird. Denn in der rasant wachsenden Branche der Smartphones haben die Taiwanesen in den vergangenen Jahren stetig Marktmacht an Apple und Samsung verloren. Nach 10,3 Prozent im Vorjahr kam HTC im dritten Quartal nur noch auf einen Marktanteil von 4,3 Prozent. Das könnte auf Dauer zu wenig sein. dapd

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Microsoft
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +2,2 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -10,4 Prozent
Microsoft hat sich kürzlich von seinem Windows-Chef getrennt. Die Nachricht von Steven Sinofskys Abgang sorgte für Verwunderung am Markt. Schließlich galt der 47-Jährige als potenzieller Nachfolger von Firmenchef Steve Ballmer. Außerdem hatte er gerade erst Windows 8 vorgestellt – das erste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft, das sowohl für herkömmliche Rechner, aber auch für moderne Tablet-PCs entwickelt wurde. Um dort nicht der Konkurrenz kampflos das Feld überlassen zu müssen, hat Microsoft zum ersten Mal ein eigenes Tablet vorgestellt. Wie gut sich das Surface am Markt etablieren kann, muss sich jedoch noch zeigen. Vom Verkaufsstart hatte man sich anscheinend jedoch mehr versprochen. dapd

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LinkedIn
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +63,7 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -13,2 Prozent
Keine Regel ohne Ausnahme: Während die Mehrheit der Social-Media-Aktien Schiffbruch erleidet, hält sie das Papier des Karriere-Netzwerks LinkedIn weiter solide. Seit dem IPO im August 2011 zu 45 Dollar je Aktie hat sich die Aktie rasant entwickelt. Auch in diesem Jahr ging es deutlich aufwärts. Zuletzt nahmen Anleger zwar auch hier Gewinne mit. Doch die Fundamentaldaten sind ermutigend. Im dritten Quartal steigerte LinkedIn den Umsatz um 81 Prozent – und erzielte damit auch einen Gewinn. AP Paul Sakuma/AP/dapd

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Zynga
Kursentwicklung seit Jahresanfang: -76,5 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -10,9 Prozent
Farmville und Cityville wurden auf Facebook millionenfach gespielt. Zynga, der Hersteller der Spiele, ist dadurch schnell zu großer Popularität gekommen und hat diese genutzt, um Aktien an die Börse zu bringen. Für die Anleger sind die Papiere bisher aber eine reine Enttäuschung: Weil Zynga nicht genug Geld mit den Spielen verdient, ist die Aktie tief gestürzt. Vorstandschef Mark Pincus will das Unternehmen jetzt neu ausrichten – und muss das auch: In den vergangenen Monaten sind wichtige Führungskräfte von Bord gegangen. Vertrauen sieht anders aus. dapd

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Facebook
Kursentwicklung seit dem Gang an die Börse am 18. Mai: -38,0 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: +12,7 Prozent
Der Börsengang von Facebook war das schillerndste IPO seit Jahren – und einer der größten Reinfälle überhaupt. Seit dem Start an der Nasdaq geht es für Facebook-Aktien bergab. Altaktionäre suchten schnell das Weite, und auch die Konsortialbanken, die sich mit ihren Fonds massiv bei Facebook eingekauft hatten, haben schon wieder viele Aktien auf den Markt geworfen. Die Folge: Bei 38 Dollar gestartet, krebst die Facebook-Aktie jetzt bei 22 Dollar rum. Die letzten Quartalszahlen machten etwas Mut: Zwar schaffte das soziale Netzwerk auch im dritten Quartal keinen Gewinn. Aber der Umsatz mit Handywerbung legte spürbar zu. Und der gilt als Schlüssel für den künftigen Unternehmenserfolg. dapd

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Groupon
Kursentwicklung seit Jahresanfang: -85,6 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -43,2 Prozent
Groupon-Anleger sind Kummer gewohnt: Für 20 Dollar das Stück verkaufte das Schnäppchenportal seine Aktien im November vergangenen Jahres an die Anleger. Inzwischen sind die Papiere auf weniger als 3 Dollar abgestürzt. Ob die Papiere damit selbst bereits ein Schnäppchen sind, ist eine andere Frage. Im dritten Quartal verringerte Groupon zwar den Verlust, Analysten hatten aber einen Gewinn erwartet. Und die Wachstumsaussichten haben sich deutlich eingetrübt: In Europa schwächelt das Geschäft – und das Unternehmen muss sich zunehmend mit Nachahmern herumschlagen, die ihrerseits mit Rabatten im Internet locken. dapd

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Dell
Kursentwicklung seit Jahresanfang: -39,5 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -8,3 Prozent
Wenn die ganze Welt nach Smartphone und Tablets lechzt, muss das zu Lasten der klassischen Personal-Computer gehen. Deutlich zu spüren bekommt das der PC-Bauer Dell. Im dritten Quartal brach der Umsatz der Texaner um fast die Hälfte ein. Und es sind nicht nur die PC-Verkäufe, die schwinden. Auch die anderen Sparten – das Speicher- und das Softwaregeschäft – laufen mies. Kein Wunder, dass die Anleger Trübsal blasen: Die Dell-Aktie hat den Aufschwung in den ersten zwei Jahresdritteln gar nicht erst mitgemacht, die jüngste Abwärtsbewegung dagegen schon. dapd

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Intel
Kursentwicklung seit Jahresanfang: -16,7 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -10,1 Prozent
Auch Intel bekommt die sinkende Nachfrage nach PCs zu spüren. Der unangefochtene Marktführer bei PC-Chips hat den Trend zu Tablets und Smartphones weitgehend verschlafen. Und muss das mit rückläufigen Gewinnen und Umsätzen bezahlen: 14 Prozent weniger verdiente Intel im dritten Quartal, der Umsatz fiel um 5,5 Prozent. Entsprechend schlecht läuft die Aktie. Die Gewinne aus dem ersten Halbjahr sind durch den Rückschlag, der bereits im August einsetzte, mehr als aufgezehrt. dapd

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IBM
Kursentwicklung seit Jahresanfang: +1,7 Prozent
Kursentwicklung seit dem 5. Oktober: -10,8 Prozent
IBM ist ein traditioneller Tech-Wert, der weniger als andere von Modewellen erfasst wird. Viel entscheidender ist für den IT- und Beratungskonzern, wie sich die weltweite Konjunktur entwickelt. Und hier sieht es nicht gerade rosig aus. Die Bremsspuren in vielen Teilen der Welt drücken auf das Geschäft. Im dritten Quartal machte IBM weniger Umsatz als von Analysten erwartet worden war. Langfristanleger kann der Rücksetzer, den die Aktie daraufhin machte, aber nicht ängstigen. Seit Anfang 2009 geht es für IBM an der Börse fast schnurstracks nach oben. Einer der Gründe: IBM gehört zu den Konzernen, die beim Cloud Computing – einem der Zukunftstrends im Tech-Sektor - ganz vorne dabei sind. dapd