Montag, 19. November 2012, 17:28 Uhr

Arbeitslose Griechen ziehen wieder bei den Eltern ein

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Panagiotis Triantafyllopoulos mit seiner Mutter Sofia in ihrem Haus in dem griechischen Dorf Aristomenis auf dem Peloponnes. Der 54-Jährige zog zurück in das Haus, in dem er geboren wurde. Zwei Jahre lang hatte der Drucker und Grafikdesigner nach seiner Kündigung vergeblich versucht, eine Stelle in Athen zu finden. Francesco Anselmi for The Wall Street Journal

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Triantafyllopoulos hofft, dass ihnen das Öl, das sie aus den Oliven produzieren, dieses Jahr 4.000 Euro einbringen wird. Seine 81-jährige Mutter arbeitet an ihrer Nähmaschine, um etwas dazu zu verdienen. „Am traurigsten macht es mich, dass ich am Ende meines Lebens mit anschauen muss, wie meine Kinder und meine Enkelkinder wieder in Geldnot geraten sind", sagt sie. Francesco Anselmi for The Wall Street Journal

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Triantafyllopoulos' Tochter, Eleftheria, wartet in Athen auf einen Zug. Die 18-Jährige bekam im Sommer die Zusage, um an einer Universität in Thessaloniki Geburtshilfe zu studieren. Francesco Anselmi for The Wall Street Journal

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Der 22-jährige Giorgos Leventis zog aus Athen in das Dorf, aus dem seine Familie stammt. Seinen Lebensunterhalt auf einem Bauernhof verdienen zu müssen, damit hatte er früher nicht gerechnet, sagt er. Er hatte in Athen als Installateur für eine Baufirma Arbeit gefunden. Doch wie so viele in seiner Altersgruppe verlor er seine Anstellung. Mittlerweile sind 58 Prozent der Griechen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Francesco Anselmi for The Wall Street Journal

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Leventis wohnt nun bei seiner Großmutter. Er verkauft Hühner, Eier und Olivenöl und arbeitet als Aushilfe auf den benachbarten Bauernhöfen - damit verdient er 300 bis 400 Euro. „Viele Leute, die so alt sind wie ich und die in Athen aufgewachsen sind, würden nicht einmal im Traum daran denken, so etwas zu tun", sagt er. Francesco Anselmi for The Wall Street Journal

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Ihm mache die Arbeit Spaß, und zudem sei er hier sein eigener Boss, sagt Leventis. Eine Rückkehr nach Athen könne er sich gar nicht mehr vorstellen. Francesco Anselmi for The Wall Street Journal