Der weltgrößte Online-Händler Amazon.com AMZN -0,44% Amazon.com Inc. U.S.: Nasdaq $333,57 -1,47 -0,44% 26 Nov. 2014 16:08 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,91 Mio. NACHBÖRSLICH $333,65 +0,08 +0,02% 26 Nov. 2014 19:58 Volumen (​15 Min. verzögert) : 71.973 KGV N/A Marktkapitalisierung 155,13 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 726.743 $ machte im vierten Quartal 45 Prozent weniger Nettogewinn, überraschte Aktionäre aber mit überraschend besseren Margen. Die Aktie schoss nachbörslich um fast 9 Prozent auf 283,50 US-Dollar ins Plus.

Das Internetunternehmen meldete einen im Jahresvergleich um 22 Prozent gestiegenen Nettoumsatz von 21,27 Milliarden Dollar, der unterhalb der Analystenerwartungen lag. Dank des guten Weihnachtsgeschäfts aber stieg der operative Gewinn um 56 Prozent und die Bruttomargen stiegen innerhalb eines Jahres von 20,7 Prozent auf 24,1 Prozent.

„Die große Überraschungszahl war die Expansion der Bruttomargen", sagte Victor Anthony, Analyst bei Topeka Capital Markets.

Nach Angaben von Amazons Finanzchef Tom Szkutak spiegelt sich in den Gewinnspannen wider, dass das Geschäft im Bereich Cloud Computing und mit Internet-Dienstleistungen besser laufe. Auch seien die Einnahmen über fremde Händler gestiegen, die ihre Waren auf Amazon.com anbieten.

Die operativen Margen – bei denen bestimmte Steuern und Investitionen herausgerechnet werden – bleiben aber extrem dünn. Im Berichtsquartal stiegen sie gerade einmal auf 1,9 Prozent, nach 1,5 Prozent im Vorjahr. Im Jahr 2010 meldete Amazon noch regelmäßig operative Margen von mehr als 3 Prozent.

Der Online-Händler investiert weiterhin stark in seine Lagerhallen und neue Produkte wie die Kindle-Lesegeräte. Außerdem gibt er Geld aus, um Videos auf seine Internetseite stellen zu können. Wegen der Kosten hatte Amazon im dritten Quartal erstmals seit neun Jahren einen Nettoverlust gemacht.

Kindle-Lesegerät soll langfristig tragen

Im vierten Quartal aber scheint der harte Expansionskurs und die freigiebigen Ausgaben zur Entwicklung neuer Produkte Früchte zu tragen. Amazon ist nach eigenen Angaben bereit, kurzfristig Gewinn für die Entwicklung von Kindle-Lesegeräten einzubüßen. Im Gegenzug hofft das Unternehmen, von langfristiger Kundentreue und künftigen Umsätzen mit dem Gerät zu profitieren.

Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat im vierten Quartal weiter auf Wachstum statt Gewinn gesetzt. Das Nettoergebnis fiel nur knapp halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum aus.

Die operativen Ausgaben schnellten im vierten Quartal um 21 Prozent auf 20,59 Milliarden Dollar in die Höhe. Darin enthalten war ein Anstieg bei den Investitionen für Technologie und Inhalte um 56 Prozent - unter anderem für Video-Lizenzrechte.

Im vergangenen Jahr eröffnete Amazon 20 neuer Frachtverteilerzentren. Die derzeitige Zahl von 89 weltweit soll in diesem Jahr weiter steigen. Der Konzern baut seine neuen Lagerhallen in Stadtnähe, um die Lieferzeiten noch weiter zu verkürzen. Die Erfüllungskosten stiegen im vierten Quartal von 1,66 Milliarden Dollar auf 2,26 Milliarden Dollar.

„Näher am Kunden zu sein", sei mit Blick auf die Erfüllungskosten zuträglich, sagte Szkutak beim Pressegespräch.

In den Monaten Oktober bis Dezember verdiente der Konzern 97 Millionen US-Dollar, was einem Gewinn von 21 Cents je Aktie entspricht. Händler hatten mit 28 Cents je Aktie gerechnet. Im selben Quartal des Vorjahres lag der Gewinn noch bei 177 Millionen Dollar oder 38 Cents je Aktie.

Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres mit dem Verkauf der Kindle-Lesegeräte begonnen, die dem iPad von Marktführer Apple Konkurrenz machen sollen. Der Preis für die Geräte liegt nach Konzernangaben fast auf Kostenniveau. Amazon hofft aber, über Inhalte wie Musik, elektronische Bücher und Filme Ertrag einzuspielen.

—Mitarbeit: Ben Fox Rubin

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