Zypern stimmt am Sonntag in einer Stichwahl über einen neuen Präsidenten des Euro-Krisenlandes abgestimmt. Der überlegene Sieger der ersten Wahlrunde vom vergangenen Sonntag, der Konservative Nikos Anastasiadis, gilt im Rennen gegen den von der kommunistischen Akel-Partei unterstützten Stavros Malas als klarer Favorit.

Der neue Präsident steht vor der Aufgabe, ein Rettungspaket mit den internationalen Geldgebern auszuhandeln, um das Land vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Schätzungen zufolge braucht das seit zwei Jahren von den internationalen Finanzmärkten abgeschnittene Zypern bis zu 17,5 Milliarden Euro - die Summe entspricht seiner jährlichen Wirtschaftsleistung.

Nikos Anastasiadis von der konservativen Partei Demokratische Sammlung ist klarer Favorit bei der Präsidentenwahl auf Zypern. dapd

Allein der angeschlagene Bankensektor benötigt bis zu neun Milliarden Euro, da Zyperns Geschäftsbanken in den Sog der Griechenland-Krise geraten sind. Zwar stellte Zypern bereits im vorigen Juni einen Antrag auf Finanzhilfe seitens der potenziellen Geldgeber-Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds. Das betreffende Abkommen ist jedoch noch immer nicht unter Dach und Fach.

Im ersten Wahlgang kam Anastasiadis auf 45,46 Prozent der gültigen Stimmen, Malas auf 26,91 Prozent. Der Sieger der Stichwahl tritt die Nachfolge des seit Februar 2008 amtierenden Dimitris Christofias (Akel) an. Christofias hat sich nicht zur Wiederwahl gestellt.

In Zypern fungiert der Präsident als Staats- und Regierungschef und verfügt über weitreichende Kompetenzen. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre und beginnt am 1. März. Insgesamt sind eine halbe Million Zyprioten wahlberechtigt. Wie das Staatsfernsehen RIK am Sonntagmorgen meldete, wurden keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

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