BEIRUT--Die syrische Opposition macht eine Kehrtwende: Der Führer der Nationalen Koalition, Moas al Chatib, sagte am Montag, er werde sich nun doch mit dem neuen US-Außenminister John Kerry in Rom treffen. Er habe feste Zusagen für „qualitative Hilfe" aus den USA und Großbritannien erhalten. Zuvor hatten oppositionelle Kräfte die Gespräche abgesagt - aus Protest gegen aus ihrer Sicht mangelnde militärische Unterstützung. Jetzt sagten Führer der Nationalen Koalition, sie hätten auch eine Einladung zu Gesprächen in Washington angenommen.

Der Rückzieher erfolgte, nachdem Kerry Chatip ermutigt hatte, doch an den Gesprächen teilzunehmen. Mitglieder der Koalition sagten, Diplomaten der USA, Frankreichs und Großbritanniens hätten Chatip unter Druck gesetzt. Die britische Zeitung The Guardian hatte am Montag unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtet, die syrische Opposition überdenke ihren Boykott des Treffens der sogenannten Freunde Syriens.

Kerry sagte auf einer Pressekonferenz, die USA arbeiteten weiter mit ihren Partnern an humanitäre Hilfe für Syrer. „Wir sind entschlossen, die syrische Opposition nicht in der Luft hängen zu lassen", versicherte er. Großbritanniens Außenminister William Hague sagte, sein Land plädiere für mehr humanitäre Hilfe und bemühe sich darum, das EU-Waffenembargo gegen Syrien zu erweitern.

Kerry befindet sich zurzeit auf einer Europareise und wollte am Dienstag in Berlin mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow über den Konflikt in Syrien sprechen, bei dem nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 70.000 Menschen getötet worden sind.

Syriens Außenminister Walid al Muallem sagte am Montag, seine Regierung sei bereit, mit der bewaffneten Opposition zu verhandeln. Dies war das erste offizielle Angebot dieser Art von einem hohen Regierungsmitglied. Vertreter der Opposition äußerten sich zunächst nicht dazu.

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